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Gelb-Rote Karte bricht Pullach das Genick

Das Ergebnis sieht eindeutig aus, doch die 1:5 (1:1)-Heimniederlage des SV Pullach gegen den SSV Jahn Regensburg II hätte nicht sein müssen, wenn nicht ein paar Knackpunkte der Partie aus Sicht der Raben eine ganz bittere Wendung gegeben hätten.

Pullach – Denn die Pullacher erwischten eigentlich einen Traumstart: Schon in der dritten Minute verlängerte Gilbert Diep eine Ecke von Nureddin El Sayed auf Kapitän Martin Bauer, der mit links einschoss. Mit der Führung im Rücken bearbeitete der SVP die Gäste äußerst effektiv, ließ keine Chancen zu. Allerdings ereignete sich in der 13. Minute eine Szene am Rande, die schwere Folgen für den Spielausgang haben sollte: El Sayed, der auf der ungewohnten Rechtsverteidigerposition agierte, wechselte die Schuhe, meldete sich vor der Rückkehr aufs Spielfeld aber nicht bei Schiedsrichter Marco Öttl (Oberpolling) an. Eine Verwarnung war die regelkonforme Konsequenz.

El Sayed sieht die Ampelkarte

„Ich hab mehrmals laut rübergeschrien: Meld dich an, sonst gibt es Gelb!“, erzählte Orhan Akkurt später. Dem SVP-Coach schwante da wohl schön Böses. Denn als El Sayed in der 37. Minute gegen Jann George sein erstes Foul beging und sich Regensburgs Routinier dazu spektakulär und laut schreiend fallen ließ, zückte Öttl die Ampelkarte. Keine grundfalsche, in der Summe aber eine sehr harte Entscheidung. „Der Schiedsrichter hatte da leider kein Fingerspitzengefühl. Er hat mir gesagt, es war ein taktisches Foul“, so Akkurt.

Doch damit nicht genug: Der beim fälligen Freistoß angespielte Lukas Schröder platzierte den Ball aus 25 Metern zum 1:1 in den Winkel (39.). „Das ist bezeichnend für uns, dass wir dann auch noch das Tor kriegen“, haderte Akkurt mit diesem doppelten Nackenschlag, der seiner Meinung nach vielleicht zu vermeiden gewesen wäre. Doch es sei eben typisch für den derzeitigen Negativlauf seiner nun seit acht Spielen sieglosen Raben, dass Torwart Marijan Krasnic nicht doch die Fingerspitzen an den Ball brachte oder die Verteidiger den Torschützen besser attackierten: „Er trifft den Ball gut, aber es stehen drei Leute in der Nähe. Da waren alle im Kopf nicht wach, haben sich vielleicht noch über den Platzverweis geärgert.“

Mit der Unterzahl und dem Ausgleich änderten sich die Vorzeichen schlagartig. „Bis zur Gelb-Roten Karte waren wir dominant. Da hatte man das Gefühl, es brennt nichts an. Wir haben sehr gut verteidigt“, fand Akkurt. In den verbleibenden Minuten bis zur Pause hielten die Raben immer noch gut dagegen, hatten sogar durch Diep, der mit einem Kopfball nach einer Ecke das Ziel verfehlte, eine gute Möglichkeit (43.).

Auch ganz zu Beginn der zweiten Halbzeit sah es noch nicht nach einem Einbruch aus, bis eine eigentlich schwache Gäste-Flanke von Max Zander abgefangen wurde, der Pullacher sich den Ball aber von Benedikt Fischer abluchsen ließ. Der Regensburger traf flach und trocken aus der zweiten Reihe (55.) und Akkurt war klar, dass nun wohl nicht mehr viel zu holen sein würde: „Das war dann der Genickbruch.“

Letzte Zweifel am Ausgang zerstreuten die Regensburger in den folgenden neun Minuten: Bauers Handspiel in der Freistoßmauer zog einen Strafstoß nach sich, den Aygün Yildirim verwandelte (62.), Fischer erhöhte auf 1:4 (64.). Yildirim setzte noch den 1:5-Schlusspunkt (82.) auf ein Spiel, von dem Akkurt glaubte: „In Gleichzahl hätten wir nicht verloren.“

SV Pullach: Krasnic - El Sayed, Heinzlmeier, Bauer, Horndasch (66. Eck), Burghard, Yildiz (58. Rauscheder), Amdouni (83. Saibou), Lopes, Zander (79. Gaigl), Diep (89. Kienz)
Tore: 1:0 Bauer (3.), 1:1 Schröder (39.), 1:2 Fischer (55.), 1:3 Yildirim (62., Handelfmeter), 1:3 Fischer (64.), 1:5 Yildirim (82.) Gelb-Rot: El Sayed (37., unangemeldetes Betreten des Spielfelds/Foulspiel)

In diesem kompromisslos geführten Kopfballduell zieht Pullachs Malek Amdouni den Kürzeren.