Germany
This article was added by the user Anna. TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Genaue Zahl der Modellwohnungen nur schwer zu ermitteln

Modellwohnungen, also solche, in denen Prostituierte Sex für Geld anbieten, gibt es vor allem in größeren Städten. Es sind angemietete Objekte, die von außen häufig unscheinbar sind, mitten in Wohngebieten liegen. Die Räume für Sexarbeit zu nutzen, ist gesetzlich nicht per se verboten, allerdings muss das Gewerbe den jeweiligen Kommunen, also den Landkreisen und kreisfreien Städten, angezeigt werden. Das erklärte Matthias Rascher, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) MV, auf Nachfrage.

Prostituierte zahlen hohe Mieten

In der Hansestadt Rostock gibt es laut Rathaussprecher Ulrich Kunze aktuell 32 Modellwohnungen im gesamten Stadtgebiet. Das sind allerdings nur die, die dem Gewerbeamt gemeldet sind. Der SeLA, einer Beratungsstelle für Menschen in der Sexarbeit in Rostock, waren im Jahr 2019 sogar „40 Arbeitswohnungen mit 55 verfügbaren Arbeitszimmern“ bekannt, wie aus ihrem Jahresbericht hervorgeht. Sexarbeiter können sich laut der SeLA tage- oder wochenweise in diese Wohnungen einmieten und zahlen dafür Abgaben an Dritte. Diese belaufen sich demnach auf 350 bis 600 Euro pro Woche.

Die meisten bekannten Modellwohnungen in Rostock befinden sich laut der Beratungsstelle in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV), weitere in der Östlichen Altstadt, in Lichtenhagen, Groß Klein, Dierkow, Toitenwinkel, in Reutershagen und dem Hansaviertel sowie auch in Stadtmitte. Die SeLA geht davon aus, dass dieser „öffentlich sichtbare Bereich“ nur ein Drittel der gesamten Prostitution in der größten Stadt des Landes ausmacht.

Hohe Dunkelziffer in der Branche Sexarbeit

Die Hansestadt Stralsund hat 1996 sogar eine Verordnung über das Verbot der Prostitution erlassen. Es gilt „zum Schutz der Jugend und des öffentlichen Anstandes“ für das gesamte Stadtgebiet, allerdings nur auf „öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen, in öffentlichen Anlagen sowie an sonstigen Orten, die von dort aus eingesehen werden können“ – nicht im stillen Kämmerlein.

Die wichtigsten Nachrichten aus MV als Newsletter

Welche Nachrichten interessieren Sie besonders? Erhalten Sie jeden Tag gegen 6.30 Uhr die Top-Meldungen und Neuigkeiten aus ihrer Region in Mecklenburg-Vorpommern.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Es ist also schwierig, genau zu beziffern, wie viele Menschen in MV Geld mit Sexarbeit verdienen und wie viele von ihnen es in sogenannten Modellwohnungen tun. Sexarbeiter gelten als Selbstständige und müssen sich beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) MV anmelden. Eine Gesundheitsbelehrung nach dem Prostituiertenschutzgesetz ist für jedes Jahr Pflicht. Zum 31. Dezember 2018 waren laut dem Statistischen Landesamt in MV 262 Sexarbeiter angemeldet. Die Dunkelziffer ist jedoch sehr hoch.

Von Katrin Zimmer