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Gespräch hat wohl nie stattgefunden - Druckte Türkei-Zeitung Fake-Interview mit Laschet?

Gespräch hat vermutlich nie stattgefunden Druckte Türkei-Zeitung Fake-Interview mit Laschet?

Opfer eines gefälschten Interviews? Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet auf der Titelseite der „Sabah“
Opfer eines gefälschten Interviews? Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet auf der Titelseite der „Sabah“Foto: Sabah

Es sind kuriose Aussagen, die von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (60, CDU) in der türkischen Boulevard-Zeitung „Sabah“ (Auflage: rund 330 000) zu lesen sind.

„Ich habe eine große Liebe zur Türkei“, steht dort in großen Lettern auf der Titelseite der Montagsausgabe. Er würde eine Koalition mit der SPD bevorzugen, sich für ein „sehr ernsthaftes Partnerschaftsabkommen“ mit der Türkei einsetzen – auch die Rolle freundschaftlicher Beziehungen zu den Regimen in Russland und China hob er hervor.

Der große Haken: Diese Aussagen hat Laschet offenbar nie getätigt, erklärte nun die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen gegenüber der WELT. Das Interview: eine astreine Fälschung. Selbst ein Gespräch mit dem angeblichen Interviewer habe es demnach nie gegeben.

Mit den Anschuldigungen konfrontiert erklärte der Deutschland-Chef der „Sabah“ gegenüber der WELT, dass das mutmaßliche Fake-Interview mit Erlaubnis der Website brandday.net übernommen worden sei. Im Klartext: Man selbst habe damit gar nichts zu tun.

Und dann wird es interessant: Website-Betreiber und „Interviewer“ ist Faruk Sen (73), ein alter Bekannter des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten. Als Laschet noch Integrationsminister des Landes war (2005 bis 2019), leitete Sen das „Zentrum für Türkeistudien“ in Essen – in diesen Funktionen lernten sie sich kennen.

Und: Schon damals fiel Sen negativ auf – es kostete ihn seinen Job. Nach Kritik an seinen Aussagen über Deutschland, die er ausschließlich in türkischen Medien äußerte, verglich er im Sommer 2008 die Situation der türkischen Migranten in Deutschland mit der Judenverfolgung zur Nazi-Zeit („die neuen Juden Europas“). Ein Riesen-Skandal, Sen gab seine Stelle zum Jahresende freiwillig auf – Laschet hatte sich zuvor für seine Abberufung ausgesprochen.

Trotzdem: 2010 lobte Laschet die Leistungen Sens ausgiebig in einem Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“. So sagte er laut WELT-Bericht: „Er hat den Türken eine Stimme gegeben, als die Politik das alles noch verschlafen hat. Er war einer der erfolgreichen Türken, einer, der die Integrationspolitik angestoßen hat, als sich darum noch keiner kümmerte.“

Laut der WELT ließ Sen eine Anfrage unbeantwortet.

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