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Gmunder Realschule: Für zwei Tage zurück zum Homeschooling

Musste die Türen seiner Schule wegen vieler Corona-Fälle schließen: der Gmunder Realschulleiter Tobias Schreiner.

Das Thema Homeschooling steckt vielen Eltern noch in den Knochen. Kurz vor den Herbstferien musste jetzt die Realschule Gmund erneut für zwei Tage komplett in den Distanzunterricht wechseln.

Gmund – Die Entscheidung fiel auf Empfehlung des Gesundheitsamtes in Miesbach: Weil an der Realschule Tegernseer Tal die Zahl der Corona-Fälle überhand genommen hatte, wurde der Unterricht für zwei Tage – Donnerstag und Freitag (28. und 29. Oktober) – kurzfristig von Präsenz auf digital umgestellt. Schulleiter Tobias Schreiner hält mit den Zahlen nicht hinterm Berg: Insgesamt 40 Schüler seien zuletzt als positiv Getestete oder enge Kontaktpersonen betroffen gewesen. Die Fälle verteilten sich auf 23 von insgesamt 27 Klassen. „Das Gesundheitsamt hat deshalb eine unübersichtliche Infektionslage festgestellt“, erklärt der Rektor. Der Präsenzunterricht an der Schule sei ausgesetzt worden, um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen.

Realschule ist erste und einzige Schule im Landkreis, die komplett auf Distanzunterricht umstellt

Das bestätigt auch Sophie Stadler als Sprecherin des Landratsamtes Miesbach. Sie berichtet überdies, dass in der vergangenen Woche insbesondere die Schulen im Raum Tegernseer Tal von positiven Corona-Testungen betroffen gewesen seien. Die Realschule in Gmund sei allerdings die erste und einzige Schule im Landkreis, die nicht nur mit einzelnen Klassen, sondern zur Gänze in den Distanzunterricht wechselte. Mit Blick auf die vielen Infektionen unter den Kindern und Jugendlichen meint Stadler: „Wir hoffen, dass die Schulferien ein wenig Entspannung bringen.“

Wechsel zum Homeschooling hat problemlos geklappt

Bis dahin allerdings war für die Schützlinge der Realschule Homeschooling angesagt. Obwohl die Entscheidung zur Schulschließung erst Mittwochnachmittag fiel, habe „der Wechsel in die digitalen Räume“, wie es Schreiner nennt, problemlos geklappt. „Wir haben die Systeme eingeführt und immer gepflegt“, sagt er. Auf die Schnelle wurden Donnerstagfrüh auch noch 20 Leihgeräte an Familien ausgegeben, die nicht über die nötige Hardware verfügen. „Die Wege sind mittlerweile sehr eingespielt“, erklärt Schreiner, der vor allem den Eltern ein Riesenkompliment machen möchte. Es ringe ihm höchsten Respekt ab, „mit welcher Langmut die Eltern die Situation erdulden“.

Rektor: Quarantäne in den Ferien wäre „große Härte“ gewesen

Der Schließung des Schulgebäudes kurz vor den Herbstferien kann Schreiner zumindest einen positiven Aspekt abgewinnen. Denn wären jetzt noch weitere Infektionen an seiner Schule aufgetreten, wäre wohl ein Großteil der Schüler Gefahr gelaufen, die Ferien in Quarantäne zu verbringen. „Das hätte ich als ganz große Härte empfunden“, sagt Schreiner. Schließlich seien es ohnehin in erster Linie die Familien, Kinder und Jugendlichen, die die größte Last der Pandemie-Situation zu tragen hätten. Durch die Umstellung auf Distanzunterricht habe man zumindest zwei Tage Puffer gewonnen.

Landratsamts-Sprecherin: Schulen sind keine Infektionstreiber

Ob sich die Kinder und Jugendlichen tatsächlich in den Schulen anstecken, lässt sich für Schreiner nur schwer einschätzen. Landratsamts-Sprecherin Stadler hatte zuletzt ausdrücklich betont, dass die Schulen „keine Infektionstreiber“ seien. Zu den Übertragungen komme es fast ausschließlich bei privaten Treffen von Schülern. Das hätten die Nachverfolgungen der Behörde ergeben.

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