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Grubers Geheimnisse

In ihrem Buch „Backstage“ erzählt Monika Gruber von sich, „der Frau hinter dem Bühnentier“, und gewährt ihren Fans in Wort und vielen Bildern Blicke hinter die Kulissen. Hier ein paar Anekdoten als „Appetizer“:

Die ersten Lacher

Beim Vorsprechen auf der Schauspielschule habe sie einst, mit 27, statt einen Monolog einzustudieren der Prüfungskommission einen Dialog zwischen sich und dem Chef der Computerfirma, in der sie damals arbeitete, vorgespielt: „Ein Mischmasch aus Deutsch, Englisch, Niederländisch und Bairisch – und Französisch, wenn Kollegen vorbeischauen.“ Sie werde „das Gefühl nie vergessen, das ich empfand, als die Ersten unten im Zuschauerraum anfingen zu lachen“. Und dennoch – als die Vorsitzende „Danke, Frau Gruber, das reicht!“, gesagt habe, sei sie überzeugt gewesen, dass sie „die vielleicht einzige Chance verpasst“ habe, Schauspielerin zu werden. Ein Irrtum, wie man heute weiß.

Hinter den Kulissen: Monika Gruber beim Schminken vor der Vorstellung.

Ein Catering

Das „Top-Number-One-Catering“, das ihr jemals serviert worden sei, habe bestanden „aus einer kleinen Flasche eiskaltem Mineralwasser (katastrophal für die Stimme!) und drei Schmalzbroten, die offensichtlich schon so lange vor sich hintrockneten, dass sich die Ränder der Brote schon verzweifelt gen Himmel bogen“. Diesen Leckerbissen habe die Veranstalterin auch noch mit den Worten kommentiert: „Miassat langa, oder?“ Dabei liebe sie Schmalzbrote, sagt Monika Gruber, vor allem, wenn es sich um Griebenschmalz vom Erdinger Wochenmarkt handele. Der sei „es wert, dass man davon fett wird“.

Kampf um die Gage

Einmal, so erinnert sich die Gruberin, hätten sie die Veranstalter in einer oberbayerischen Kleinstadt „um die Gage bescheißen“ wollen. Manager Egon Bauer habe ihnen aber in der Pause auf gut Bairisch klargemacht, „wo der Frosch die Locken hat“, und dass sie es ja nicht wagen sollten, ihn zu „bratzeln“, sonst würde er ihnen „den Schädel richten, dass er ihnen bis zum Oktoberfest noch wackelt“. Keine Frage, dass die Ganoven das Geld herausrückten, allerdings zogen es Kabarettistin und Manager vor, nach der Vorstellung „mit quietschenden Reifen“ das Weite zu suchen.

Blackout

Nicht nur ein Hänger, sondern ein veritabler Blackout passierte der Künstlerin einmal in der Nähe von Hengersberg in Niederbayern. „Ich wusste nicht, wie es im Programm weiterging, noch den Titel des Programms, und wenn man mich in dem Moment gefragt hätte, wie ich heiße, hätte ich wahrscheinlich geantwortet: ,Ich ghör der Mama, und wohnen tu’ ich daheim!‘“ Abgang von der Bühne, nach „gefühlt einer halben Stunde, die in Wahrheit etwa drei Minuten gewesen sein dürften“, Rückkehr auf dieselbe. Und was sagt man dem Publikum dann? Sie habe unbedingt kurz daheim anrufen müssen und sich erkundigen, wie es dem Kater Wuschl geht, denn „der ist heid kastriert wordn“.

Arbeitskleidung: Hohe Schuhe gehören dazu, das „Sahnehäubchen des Outfits“

Der Sturz

Auf die „Babbn“ gefallen, und zwar so richtig, ist Monika Gruber auch einmal, und zwar direkt beim Betreten der Bühne in Schrobenhausen. Das Publikum habe das vermeintliche Kunststück beklatscht, nur zwei Frauen in der ersten Reihe hätten den Ernst der Lage erkannt und ihr aufgeholfen. Doch ein solches Malheur hält ein Profi wie die Moni aus, Hauptsache, es sind noch alle Zähne drin. Trockener Kommentar des Tontechnikers hinterher: „Ich schwöre dir, Moni, deine Stimme hat die erste Viertelstunde nach dem Sturz ganz anders geklungen als sonst.“ Danach sei wieder „ois normal“ gewesen.

Monika Gruber:

„Backstage – Die Frau
hinter dem Bühnentier“.
Piper Verlag, München,
240 Seiten; 29 Euro.

Viele Anekdoten und noch mehr Fotos: Monika Gruber präsentiert ihr Buch „Backstage“.