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Gudensbergerin betreibt Online-Versand für seltene Pflanzen

Kümmert sich um die seltenen Pflanzen aus Südamerika und Asien: Studentin Hannah Möller (25) aus Gudensberg. Auch ihr Freund Christoph Nawratil ist am Geschäft beteiligt. 

Gudensberg – Das Geschäft von Hannah Möller aus Obervorschütz floriert – und zwar wortwörtlich. Die 25-Jährige hat gemeinsam mit ihrer Familie und ihrem Freund während des Corona-Lockdowns ein international agierendes Blumen-Business auf einem Bauernhof in Obervorschütz aufgebaut.

„Harmony Plants“ (Harmonie-Pflanzen) ist der Name ihres Unternehmen, über das sie seltene tropische Pflanzen für den Heimbedarf in die ganze Welt verschickt. Der Wert einiger Pflanzen liegt im vierstelligen Bereich.

Aber wie hat die 25-jährige Gudensbergerin das innerhalb so kurzer Zeit geschafft und ist das überhaupt mit dem Klimawandel vereinbar? Um das herauszufinden, haben wir die Studentin, die eigentlich gemeinsam mit ihrem Freund in Kassel lebt, dort besucht, wo sie seit einiger Zeit anzutreffen ist: In ihrem Gewächshaus in Obervorschütz.

Aus einem alten Kuhstall auf dem Hof ihrer Familie haben sie und ihr Freund Christoph Nawratil erst im April das Gewächshaus fertiggestellt. „Das meiste haben wir selbst gemacht, bis auf die Elektrik, alles anderes war Eigenarbeit“, erklärt Hannah Möller und betrachtet die vielen Pflanzen, die dort nun statt der Rinder leben. Viel Unterstützung bekam das Paar auch von der Familie.

In dem kleinen Gewächshäuschen züchtet und pflegt die Studentin nun seit wenigen Monaten Philodendron, Anthurium, Monstera und Syngonium bei einer Raumtemperatur von 25 Grad, die Luftfeuchtigkeit beträgt etwa 70 Prozent.

Das sei ein großer Fortschritt im Vergleich zur Anfangszeit, die immerhin auch nur ein Jahr zurückliegt: „Begonnen hat alles in der Garage, wie bei Amazon“, erinnert sich Möller. „Damals hatten wir nur ein kleines provisorisches Foliengewächshaus“, ergänzt Freund Christoph Nawratil.

Möller ist großer Pflanzen-Fan, durch viele Reisen habe sie die wunderschöne Pflanzenwelt dann richtig kennengelernt, sich viel in die Thematik eingelesen und letztlich Pflanzen mit nach Hause gebracht. Und über ihren Instagram-Account habe sich dann eine richtige Community gebildet. Pflanzenliebhaber weltweit tauschten sich dort zunächst aus, gaben sich Tipps und Ratschläge über Pflege, Herkunft und Zucht.

Da habe Möller festgestellt, dass die Nachfrage nach den Pflanzen aus Fernost und Südamerika groß sei. „Und die Coronazeit hat die Nachfrage verstärkt. Viele Menschen wünschen sich ein Tropen-Gefühl auch zu Hause“, sagt sie.

Durch die vielen Reisen schon vor der Corona-Pandemie habe sie Kontakte zu den Landwirten in beispielsweise dem Amazonas aufgebaut. Aber die Pflanzen würden nicht aus der Natur entnommen, sagt Möller sofort. „Wir sind gegen Rodungen.“

Ihre Pflanzen würden in kommerziellen Gewächshäusern angebaut, würden dann umweltschonend ohne jegliche Form von Plastik nach Deutschland verschickt, „und akklimatisieren dann bis zu fünf Monaten bei uns im Gewächshaus, bis sie an den Käufer weiter versendet werden“, sagt Möller.

Mittlerweile müssten aber nicht mehr so viele Pflanzen importiert werden. Denn das Paar hat mittlerweile auch Setzlinge in ihrem Gewächshaus. Dabei sei die Pflege natürlich besonders intensiv.

Das Paar verzichte weitestgehend auf den Einsatz von Pestiziden. Und den Käufern rät das Paar immer: „Wir sagen immer, lieber einmal zu wenig gießen, als zu viel“, erklärt Nawratil. Generell würden sie auch keine Pflanzen an irgendjemanden verschicken: „Uns ist schon wichtig, was mit den Pflanzen passiert“, sagt Nawratil. „Wir achten darauf, dass die Pflanzen in guten Händen sind – wir sehen uns eher als Community, nicht als reines Versandhaus“, sagt er.

Und so soll die Community weiter wachsen, wünschen sich Möller und Nawratil: Genau wie die tropischen Pflanzen im ehemaligen Kuhstall.

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