Germany

Hauswand wird zu Leinwand: Künstler gestaltet Fassade in Witzenhausen

Bemalte mit seinem Team 260 Quadratmeter Fassade in nur vier Tagen: Johannes Hennig vor seinem Kunstwerk.

Ein riesiges Kunstwerk prangt nun auf einer Fassade an der Bohlenbrücke in Witzenhausen. Künstler Johannes Hennig hat es mit seinem Team innerhalb von vier Tagen geschaffen.

Witzenhausen – Eine junge Demonstrantin, ein kirschenpflückendes Kind und einen Tabakarbeiter zeigt das 260 Quadratmeter große Fassadengemälde am Witzenhäuser Bohlenbrücken-Kreisel. Komplett umgearbeitet hat der gebürtige Düsseldorfer seinen ersten, heftig kritisierten Entwurf. Die großen Männer der Stadtgeschichte, die er zunächst darstellen wollte, sind verschwunden. Zu sehen sind nun, wie gewünscht, namenlose Menschen. Die Demonstrantin, die dem Betrachtenden ein Schild mit der Aufschrift „Jetzt“ entgegenstreckt, steht für die jungen Menschen der Stadt, die Veränderungen einfordern.

Die Kirschenpflückerin lenkt den Blick auf den Obstanbau, der die Stadt bis heute prägt. Der abgebildete Forstarbeiter macht auf den Holzeinschlag in den Wäldern rund um Witzenhausen aufmerksam. Auch eine wandernde Handwerksgesellin und einen Studenten hat Hennig gemalt. Der Tabakarbeiter erinnert an die Zigarrenfertigung, die einst für die Stadt typisch war. Eine Winzerin mit einem Korb voller Reben steht für den Witzenhäuser Wein, der der Überlieferung nach so sauer war, dass er dem Zecher die Löcher im Strumpf zusammenzog.

Bei Hennigs Gebäude-Darstellungen waren die vielen Kirchen und Burgen im ersten Entwurf kritisiert worden. Nun ist die Synagoge zu sehen, die die Nazis niederbrannten. Der Künstler hat einen Wagenplatz gemalt. „Er macht auf die studentische Subkultur aufmerksam, die Witzenhausen interessant und lebendig macht“, erklärt Hennig. Tropengewächshaus und Burg Ludwigstein, Rathaus und die Michaeliskapelle durften bleiben.

Team verarbeitet 100 Liter Farbe

Der Kulturschaffende hofft, dass seine „Kunst am Kreisel“ nun viele Menschen anspricht. Hart gearbeitet haben er und sein Bruder, Marc Hennig, sowie ihr Künstlerkollege Ben Mathis und Praktikant Niclas Fels. Zunächst deckte das Team die Glasbaustein-Fenster des alten Ziegelsteingebäudes, das den Brüdern Dieter und Hubertus Sabisch gehört, sowie den Gehweg davor ab. 100 Liter Farbe schleppten die Vier auf das meterhohe Gerüst.

Als Erstes war der Tiefengrund aufzutragen. Er sorgt dafür, dass die Farbe am Putz hält. Das untere Drittel der Fassade bestrichen sie mit einer Spezialgrundierung. Sie verhindert, dass Feuchtigkeit oder von der Straße hochspritzendes Streusalz Flecken verursacht. Die Künstler strichen die Fassade schließlich beige.

Dann erst konnte das eigentliche Malen beginnen. Nachts warf Hennig mit dem Beamer seinen Entwurf an die Wand. Das Team übertrug Bilder und Schriftzüge und malte sie am folgenden Tag in dezentem Blau, Orange und Grau aus.

In der zweiten Nacht kam der Beamer erneut zu Einsatz, diesmal um die Konturen zu übertragen. Der Feinschliff folgte am kommenden Tag. Die Projektkosten, allein das Material kostete 3000 Euro, trug die Europäische Union auf einen Antrag der Stadt über das Leader-Programm. Am Dienstag, 21. September, soll das Gerüst abgebaut werden - dann ist das Kunstwerk in seiner ganzen Pracht zu sehen. (Michael Caspar)

Auch die ehemalige Kautabakfabrik von Grimm & Triepel in Unterrieden hat Hennig schon bemalt.

Football news:

Timeline Qualen von Couman: schreckliche Ergebnisse, Scharmützel mit Laporte, Fan-Angriff und Entlassung. Jetzt will Barcelona Javi
Salihamidzic über das 0:5 bei Borussia Dortmund: Das war schockierend
Barcelona will Javi ernennen nach dem Rücktritt von Koeman will der FC Barcelona zum Cheftrainer des ehemaligen Klub-Mittelfeldspielers Xavi ernennen
💣 ÂБарсеĞона увоĞиĞĞ° Кумана
Barcelona wird den Rücktritt von Couman bald bekannt geben
Die Bosse von Barcelona treffen sich heute Abend, um über Coomans Zukunft zu diskutieren
Inter-Trainer über das 2:0 gegen Empoli: Schade, dass Lautaro nicht geschossen hat, aber er sichert die Tore für die nächsten Spiele