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Henns Restaurantkritik: Was man beim ersten Besuch im ITO am besten essen sollte

Darauf hat Köln viel zu lange gewartet: ein japanisches Restaurant mit Fine-Dining-Qualität bei Produkten wie Zubereitung. Gestartet Ende letzten Jahres, mitten im Lockdown, und schon das Take-away schmeckte so fantastisch, dass wir es zur „Neu-Eröffnung des Jahres“ kürten. Das Herz des ITO ist Sushi-Meister Kengo Nishimi, der lange im legendären Düsseldorfer „Nagaya“ arbeitete. Das Restaurant gehört zu der kleinen, feinen Restaurantgruppe, zu der auch das „La Société“ und „Gut Lärchenhof“ gehören.

Empfehlung: Omakase-Menü

Wenn Sie das erste Mal ins ITO gehen, bestellen Sie am besten das Omakase-Menü, denn es zeigt die ganze Bandbreite. Übersetzt bedeutet es „Ich überlasse es Ihnen“.

Man sitzt gut im ITO, auch die Akustik ist angenehm. Im vorderen der beiden Räume befindet sich die Sushi-Theke, und es ist ein besonderes Vergnügen Nishimi bei der Arbeit zuzusehen.

Als Apéro gibt es Hamachi Bäckchen mit Spicy Lemon Dressing, gepopptem Quinoa und Topinambur Crème. Eine winzige Speise, in die trotzdem viel Nachdenken geflossen ist, um vielfältige Texturen und Geschmacksnoten zu vereinen. Typisch für das Haus.

ITO Restaunrant Außenbereich

Das ITO im belgischen Viertel.

Das Amuse-Baguette (Tatar vom Toro / Frühlauch / Wintertrüffel) ist von der Anzahl der Elemente reduzierter, aber voll auf den Punkt. Top-Produkte, jedes hat seinen Platz, alles findet zusammen. Das gilt auch für die herrlich geschmacksintensive Consommé mit schlotzig gefüllten Wagyu Dumblings. Und später im Menü für den saftigen Wolfsbarsch mit mariniertem Spitzkohl und Verjus-Beurre-Blanc und das Roastbeef mit Kräuterseitling, Bäckchenragout und Perlzwiebel. Beide Gänge fühlen sich nach Frankreich an, und man spürt, dass der großartige Torben Schuster vom „Gut Lärchenhof“ ein Auge auf sie hatte. Ein bisschen mehr Japan dürfte hier aber gerne spürbar sein.

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Das ITO im belgischen Viertel .

Sushi und Sashimi zeigen dann Nishimis Meisterschaft: die Schnitttechnik beim Fisch, die Konsistenz, Temperatur und der Geschmack (hauchzart säuerlich) beim Reis, das ist absolutes Spitzenniveau in Deutschland. Foodies haben hier zudem einen Ort, an dem es sowohl Wagyu wie den teuren, von Balfego nachhaltig produzierten Blue Fin gibt. Vor allem das Toro sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Sojasauce ist hausgemacht, das Wasabi (noch) nicht frisch gehobelt.

Selbst das Dessert gelingt, eine Pumpkin Pie, die mit sauer eingelegtem Kürbis, Bergamotten-Gel, Kürbiskerneis und Koriandersud kombiniert wird – in der Süße sehr zurückhaltend eingestellt.

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Vorzüglich: Das Hamachi Carpaccio mit Daikon-Rettich und Chili & Yuzu-Soja

Fehler passieren im Menü keine, nur im Bereich des Fine-Tuning ist noch etwas mehr möglich. Ansonsten: Spitzenklasse! Sommelier Falk Schlüter verantwortet eine Karte, auf der fast nur zur Zeit angesagte Weine zu finden sind.

Das haben wir probiert:

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Pumpkin Pie mit sauer eingelegtem Kürbis, Bergamotten-Gel, Kürbiskerneis und Koriandersud

Omakase // 89 € (5 Gänge), 104 €(6 Gänge)
Kengos Ito Variation // 27,50 € (klein), 49,50 € (groß)
Lunch Menü // 24 € (normal), 29 € (Special), 18 € (vegetarisch)

ITO, Antwerpener Str. 15, 50672 Köln, Tel.: 0221-355 73 27
Öffnungszeiten: Di-Sa 18.30-21.30 Uhr, zusätzlich Mi-Fr 12-14 Uhr
Ito-restaurant.de

Fazit: Japanische Küche mit hohem Wow-Effekt! Großartige Speisen und Weine!
Bewertung: Sechs Sterne