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Hochwasser-Vorsorge in Korbach: Stadt will auf künftige Unwetter vorbereitet sein

Nach 15 Jahren noch vielen im Gedächtnis: Am 7. Juli 2006 setzte ein Wolkenbruch das städtische Parkhaus in Korbach und die dort abgestellten Autos unter Wasser.

Mit Blick auf die Unwetter-Katastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz feilt auch die Stadt Korbach an neuen Schutzplänen für die Zukunft.

Korbach – Seit dem verheerenden Hochwasser im Ahrtal fragen sich die Menschen: Kann so etwas auch bei uns passieren? Und wie schützt uns unsere Stadt vor solchen Gefahren? CDU und Grüne rücken mit zwei Anträgen die Vorsorge vor den Folgen von Starkregen in Korbach wieder in den Blickpunkt.

Der 7. Juli 2006 ist vielen Korbachern noch im Gedächtnis: In einer halben Stunde stürzten nachmittags rund 60 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel. Im Parkhaus schwammen die Autos, mehr als 200 Keller wurden überschwemmt, und die Kanaldeckel tanzten auf Fontänen. Die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Anfang Juli macht den Schutz vor Starkregenereignissen nun auch in Korbach wieder zum Thema: Reichen die Maßnahmen der vergangenen Jahre noch für die Zukunft aus?

Korbach: Stadt investierte zuletzt 2006 in den Hochwasserschutz

Die CDU beantragt, den bestehenden Generalentwässerungsplan und nach dem Starkregen von 2006 erstellte hydrologische Berechnungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Dirk Schreiber (CDU) stellte den Antrag am Dienstag (14.09.2021) im Ausschuss für Bauen und Umwelt vor. Die Grünen fordern indes eine Starkregen-Gefahrenkarte für die Kernstadt sowie eine Fließpfadkarte für betroffene Ortsteile. „Das Starkregenrisiko steigt weiter an“, begründete Dr. Peter Koswig (Grüne) den Antrag. Das Land fördere die Erstellung solcher Karten mit bis zu 95 Prozent.

Die Stadt habe seit 2006 erheblich in den Hochwasserschutz investiert, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich: „Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen.“ Zwar habe es in den vergangenen Jahren keine nennenswerten Probleme gegeben, die Maßnahmen müssten aber fortgeschrieben werden. Ob aber die von den Grünen geforderte Starkregenkarte das richtige Werkzeug ist, darüber gab es unterschiedliche Meinung.

Stimmen aus der Politik: Stadt Korbach „hat ihre Hausaufgaben in den letzten Jahren gemacht“

Miriam Zenke vom Bauamt erläuterte, ein solches Gutachten müssten von einem Fachbüro erstellt werden. Die Kosten seien vergleichsweise hoch, der Nutzen vermutlich eher gering. „Meiner Meinung nach wäre es besser, das Geld in Baumaßnahmen an den bekannten Schwachpunkten in Korbach zu investieren.“ Holger Figge (SPD), stimmte zu: „Die Stadt hat ihre Hausaufgaben in den letzten Jahren gemacht. Sie sollte auch wissen, wo noch Knackpunkte sind.“ Koswig jedoch bekräftigte: „Das sind sinnvolle Informationen.“

Jochen Rube (FPD) schlug schließlich vor, den Grünen-Antrag in einen Prüfantrag zu ändern. Dem Vorschlag stimmten die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich zu. Einstimmig beschlossen sie außerdem, der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 23. September, den CDU-Antrag zu empfehlen. Rube fragte außerdem nach den Verantwortlichkeiten im Alarmfall. Anders als in Nordrhein-Westfalen seien in Hessen nicht die Landräte, sondern die Bürgermeister zuständig, erklärte Friedrich. (Lutz Benseler)

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