Leipzig – Das Handwerk hat alle Hände voll zu tun – nur kein Material mehr!

„Die Chinesen und Amerikaner kaufen den europäischen Markt leer“, klagt Tischlerei-Innungsmeister Jens Mantke (55). „Dazu kommt, dass Hersteller durch die Pandemie weniger Mitarbeiter beschäftigen können und die Logistik viel langsamer ist.“

Folge: Die Preise für Holz und andere Baumaterialien explodieren, dazu kommen Lieferverzögerungen über Wochen. Mantke: „Wenn das so weitergeht, müssen wir trotz hervorragender Auftragslage irgendwann unsere Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.“

Der Tischlermeister aus Taucha hat zehn Angestellte. Vor Aufträgen kann er sich – genauso wie seine Kollegen – nicht retten. Privatkunden, aber auch Großprojekte hatten ihn sogar so zuversichtlich gestimmt, dass er zu Beginn der Pandemie sogar noch eine computergesteuerte Fräse für 150 000 Euro anschaffte.

Aber: „Jetzt fehlt es an Bauholz, selbst Spanplatten. Das glaubt einem kein Kunde. Erst wartet er, weil wir auf Ware warten. Dann muss ich anrufen und erklären, dass wir für den vereinbarten Preis nicht mehr arbeiten können“, sagt Mantke. „Allein Konstruktionsvollholz ist jetzt 250 Prozent teurer! Das macht Kunden zurecht wütend. Aber wir können auch nicht für lau arbeiten.“

Nur eine sofortige und übergangsweise Beschränkung für den Export von Baumaterialien könne verhindern, dass das Handwerk arbeitslos werde, sagt Leipzigs Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Volker Lux. „Wir fordern von öffentlichen Auftraggebern, nachträgliche Preisgleitklauseln zu akzeptieren.“