Noch ist er Bundesinnenminister, noch hat er etwas zu sagen – und zu mahnen: Horst Seehofer (72, CSU) ging am Mittwoch vor die Presse – und langte in Sachen Migrations-Politik noch einmal ordentlich hin!

Von Peter Tiede

Seine Warnung:

►„Wir müssen uns auf steigende Flüchtlingszahlen einstellen.“

Seehofers Schock-Fakten:

►Auf dem Westbalkan steigen die Zahlen wieder, allein Bulgarien hatte mehr als 20.000 illegale Grenzübertritte in drei Monaten. Laut einem Bericht, den Seehofer im Kabinett vorgestellt hatte (liegt BILD vor), steigt die Zahl der illegalen Schleusungen etwa per Lkw wieder stark an.

►Belarus und Moskau erpressen die EU, Polen und vor allem Deutschland mit Migranten, die gezielt über die Grenze geschleust werden.

Laut Innenministerium warten noch 15.000 Flüchtlinge in Belarus, um nach Deutschland zu kommen.

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Das sei „hybride Kriegsführung“, der „Schlüssel liegt in Moskau“. Seehofer kann sich nicht vorstellen, dass das belarussische Regime handelt, ohne dass die russische Führung dies billige oder in Kauf nehme. Gegenmittel: Es sind bereits acht Hundertschaften der Bundespolizei an die deutsch-polnische Grenze verlegt worden, sagte Seehofer.

„Ich bin auch bereit, da noch mehr zu tun“, immer in Abstimmung mit den Regierungen in Brandenburg und Polen. Aber: Die zuletzt diskutierte Wiedereinführung von Grenzkontrollen  ist laut Seehofer derzeit keine Option.

Ein Staat bekam die volle Wut-Wucht von Seehofer ab: GRIECHENLAND!

Denn Griechenland sei für Deutschland in Sachen illegaler Migration „das Hauptproblem“. Seehofers Hammer-Drohung: Sollte Griechenland seine Asyl-Politik nicht ändern, werde er Passkontrollen für Griechenland-Flüge einführen – ein einmaliger Affront gegen einen EU-Staat und ein Mitglied des Schengen-Raums.

Seehofer: „Das wäre eine sehr wirksame Maßnahme, die ich auch ergreife, wenn es nicht zu einem gemeinsamen Vorgehen mit Griechenland kommt.“

Fakt ist: Von 80.000 Asylanträgen in diesem Jahr stammten demnach 3. 000 von Migranten, die bereits in Griechenland einen Asylantrag gestellt oder gar schon Schutz bekommen haben (BILD berichtete)!