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IAA Mobility hinterlässt Spuren: Mit 12.000 Euro Steuergeld gefördertes Projekt fällt aus

Eigentlich sollte am Münchner Königsplatz ein Theaterstück aufgeführt werden, die Stadt gab dafür 12.000 Euro Steuergeld. Doch das dreitägige Event fällt aus. Der Grund: die IAA.

München - Die siebenköpfige Gruppe „Raumkollektiv 3“ probt seit Mai für das Stück „Ku:bik“. Durch das kostenlose Angebot sollte nach Corona „wieder Zugang zu Kultur geschaffen werden“, sagt Regisseurin Deike Wilhelm. Der Lebensraum, die Enge in einer Großstadt und der daraus resultierende teure Platz sollten hier im öffentlichen Raum inszeniert werden. Eine Thematik, die nicht nur München*, sondern auch die dicht besiedelte Maxvorstadt betrifft. Kein Wunder also, dass sich die drei Maxvorstädterinnen für einen Austragungsort in ihrem Viertel entschieden haben.

Doch der Platz hinter der Glyptothek gleicht einem Acker. Das zerstört nicht nur das Ambiente, sondern macht die Aufführung schlichtweg unmöglich. Der Grund: die kürzlich in der Stadt ausgetragene Internationale Automobil Ausstellung (IAA)*.

München: Theaterstück fällt ins Wasser - Wiese nach Automesse IAA ein Acker

Die Künstler hatten eine Performance mit einem drehbaren, vier Meter hohen Stahlwürfel sowie Akrobatik- und Tanzeinlagen geplant. Dafür ist der Boden aber nun zu uneben. „Das ist echt heftig“, resümiert die Schauspielerin Katja Brenner. Auch weil für sie die Wiese hinter der Glyptothek das „Herzstück der Maxvorstadt“ ist. Im Bezirksausschuss (BA) sorgt das für Unmut. „Die Stadt muss Prioritäten setzen, wie und wann sie öffentliche Plätze zur Verfügung stellt“, sagt Florina Vilgertshofer (Grüne). Zumal der BA das Projekt mit 2100 Euro gefördert hatte. Auch das Kulturreferat bezuschusste das Stück mit über 9800 Euro. „Ich finde es einfach schade, dass ein Theater, das aus Mitteln der Stadt München gefördert wurde, nicht stattfinden kann, obwohl es schon eine Genehmigung gegeben hat.“ Andere Bürger sprechen gar von einem „Massaker“.

Bei den Proben sah’s noch gut aus: Die Schauspieler (v. li.) Johannes Böhringer, Nicola Elze und Katja Brenner.

Eine Ausweichmöglichkeit gibt es so kurzfristig nicht, da die Glyptothek auch Teil der Inszenierung sein sollte. Und wie geht es jetzt weiter? „Ehrlich gesagt, sind wir jetzt in einer Schockstarre“, sagt Wilhelm. Die Stadt habe sich aber kooperativ gezeigt, deswegen hoffe sie, das Stück nächstes Jahr dann aufführen zu können. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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