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IHK-Umfrage: Konjunktur in Köln und der Region zieht wieder kräftig an

Köln -

Die Wirtschaft in Köln und der Region erholt sich deutlich schneller von den Folgen der Corona-Pandemie als ursprünglich erwartet. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Köln. Insgesamt rund 660 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk (Köln, Leverkusen, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Oberbergischer Kreis) nahmen an der Umfrage im Zeitraum vom 16. August bis zum 24. September teil.

„Corona ist noch nicht vorbei. Aber viele Unternehmen sind schon wieder auf Vorkrisenniveau, das ist sehr erfreulich“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Uwe Vetterlein bei der Vorstellung der Ergebnisse. 

Wieder gute Geschäfte

Der Konjunkturklimaindikator legte von 102,6 Punkten noch im Frühjahr auf nun 117,9 Punkte zu. Damit liegt er seit Beginn der Pandemie wieder über dem langjährigen Durchschnitt.

Der Indikator für die Geschäftslage der Unternehmen ist im Vergleich zur vorherigen Umfrage um 23,5 Punkte auf 26,8 Punkte gestiegen. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen melden zum Herbst 2021 gute Geschäfte. Nur noch 16 Prozent geben an, dass es schlecht läuft.

Besonders verbessert hat sich die Situation in fast allen Industriebranchen, dem Baugewerbe, dem Bereich unternehmensorientierter Dienstleister und dem Großhandel. Sie entspricht wieder dem Vorkrisenniveau. „Industrie und Bau haben die Konjunktur wieder aus dem Tal gezogen und sind entscheidend für die wirtschaftliche Erholung“, sagt Vetterlein.

Ebenfalls verbessert hat sich die Lage für personenbezogene Dienstleister, den Einzelhandel und das Gastgewerbe. Aufgrund der starken Einbrüche durch die Corona-Krise bewegen sich diese Branchen aber noch immer unter dem Vor-Pandemie-Niveau.

„Vielerorts sieht es zwar wieder besser aus, je nach Ausrichtung ist die Lage aber immer noch schwierig, zum Beispiel für Hotels, die auf Geschäftsreisende und Messebesucher ausgerichtet sind“, sagt Vetterlein. „Wichtig für diese Branchen ist, dass 2- oder 3G-Regelungen auch bei steigenden Inzidenzen weiter möglich bleiben.“

Zuversicht für die Zukunft

Insgesamt blicken die Unternehmen im Großen und Ganzen wieder zuversichtlicher in die Zukunft. „Für die weitere Erholung gibt es aber erhebliche Risiken“, warnt Uwe Vetterlein. Denn der Mangel an Rohstoffen, fehlende Fachkräfte sowie hohe Energiepreise bremsen den Aufschwung teilweise massiv. Viele Unternehmen könnten deswegen längst nicht so erfolgreich arbeiten, wie sie eigentlich könnten.

„Der Rohstoffmangel ist wie auch der Anstieg der Energiepreise ein globales Phänomen, Steuern und Abgaben machen Energie in Deutschland im internationalen Vergleich aber besonders teuer.“ Neben den hohen Kosten seien die Unternehmen auch verunsichert über die künftige Energieversorgung in der Region Köln. Die Unternehmen bräuchten Klarheit über den Ausbau alternativer Energien und den Netzausbau, sagte Vetterlein.

Und so nennen auch 58 Prozent der befragten Unternehmen hohe Energie- und Rohstoffpreise als Risiko für ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Nahezu genauso viele Unternehmen (59 Prozent) identifizieren den Fachkräftemangel als Gefahr für ihr Unternehmen. „Die demographische Entwicklung bleibt der maßgebliche Faktor auf dem Arbeitsmarkt, daran hat Corona nichts geändert“, sagt Vetterlein.

Probleme, freie Stellen zu besetzen, haben inzwischen Unternehmen in allen Branchen, besonders viele im boomenden Baugewerbe (80 Prozent) und in den besonders von Corona belasteten Branchen (Gastgewerbe 70 Prozent, verbrauchernahe Dienstleistungen 65 Prozent, Einzelhandel 64 Prozent). „Dieser Herausforderung effektiv und kreativ zu begegnen, ist eine zentrale Aufgabe für Unternehmen, Politik und auch die IHK“, sagt Vetterlein.