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Immer wieder neue Schlünde am Vulkan auf La Palma: Forscher sagen einen neuen Rekord voraus

Der Vulkanausbruch auf La Palma findet kein Ende. Die Lava bahnt sich ihren Weg durch neue Öffnungen.

Am Vulkan auf La Palma haben sich neue Schlünde geöffnet, Lava strömt mit einer Geschwindigkeit von sechs Metern pro Minute aus der Erde. Währenddessen sagen Experten einen neuen Rekord voraus.

Bei Betrachtung des bisherigen Verlaufs und der aktuellen Schwefeldioxid-Messungen haben sich erste Forscher festgelegt: Der Vulkanausbruch auf La Palma bricht wohl einen Jahrhunderte alten Rekord, berichtet teneriffa-news.com.

Die Schwefeldioxid-Emission sei nun mit einer Rate von 30.000 bis 50.000 Tonnen pro Tag wieder in die Höhe geschossen, hieß es. Das sei ein sicheres Zeichen dafür, dass der Vulkanausbruch noch weiter anhalte. Hinzu komme, dass sich immer neue Öffnungen am Fuß des Vulkans auftun und die Lava als sehr flüssig gelte.

Zusammen mit den weiter anhaltenden Erdbeben, überzeuge dies die Forscher, dass der Vulkanausbruch den von 1646 übertreffen werde. Die damalige Eruption am Tehuya-Vulkan hatte 84 Tage angedauert. Der Vulkan am Cumbre Vieja ist bereits seit dem 19. September aktiv.

Vulkan auf La Palma: Druck des Ausbruchs wird zu groß – Neue Lavaströme entstehen

Der Vulkan auf La Palma zeigt erneut explosive Aktivität und hält die Kanareninsel weiter in Atem. Das kanarische Institut für Vulkanologie (Involcan) veröffentlichte am Freitag (26.11.2021) neue Aufnahmen des sogenannten „Lava-Jets“, also der Lava-Fontäne aus dem Hauptschlot des Vulkans. Darauf ist zu sehen, wie der Krater mit sichtbarem Druck immer neue Lava-Massen in den Nachthimmel speit.

Der Vulkan Cumbre Vieja, der vor mehr als anderthalb Monaten ausgebrochen ist, ist weiterhin voll aktiv.

Der Vulkan auf La Palma brodelt. An einer Stelle ist der Druck scheinbar so groß, dass sich neue Schlünde öffnen, durch die die Lava austritt. Der Vulkanologe Itahiza Doínguez, der am Instituto Geográfico Nacional (IGN) arbeitet, teilte am Sonntag (28.11.2021) auf Twitter ein entsprechendes Video.

Der erste neue Austrittspunkt öffnete sich Doínguez zufolge gegen 3 Uhr morgens östlich des Kegels. Ein weiterer sei ab 7 Uhr zu sehen gewesen. Beide stoßen Lavaströme und Piroklasten, also feste Fragmente aus Kristall oder Gestein, aus. Zuvor sei ein Anstieg vulkanischen Bebens feststellbar gewesen, das mit dem Öffnen der neuen Austrittspunkte zusammenzuhängen scheint. Weil dadurch der Druck abgebaut wurde, nehme dieser „vulkanische Tremor“ wieder ab.Die Lava hat seit Beginn des Ausbruchs 1100 Hektar Land auf La Palma unter sich begraben. Das teilt das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mit.

Vulkanausbruch auf La Palma: Neuer Lavastrom gefährdet Kanareninsel

Santa Cruz de La Palma – Schon seit über zwei Monaten spuckt der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma Lava und Asche. Nun ist er nach mehreren Tagen der Stabilität erneut explosiv. Der Anstieg der Aktivität ist mit einem verstärkten Ausstoß von Lava verbunden, die auf der Küste auf den Friedhof von Las Manchas vorgedrungen ist. Dies berichtete das Nachrichtenportal Mallorca-Services am Freitag (26.11.2021). Der Kegel des Vulkans war in der Nacht zum 18. November erneut eingestürzt, was zu einem Überlaufen des Lavasees geführt hatte.

Die neuen Lavaströme sollen insgesamt 11,60 neue Hektar auf der Kanareninsel zerstört haben. Damit erhöht sich die seit Beginn des Ausbruchs verwüstete Gesamtfläche auf 1.100,44 Hektar, was 1,55 % der Gesamtfläche von La Palma entspricht. Die maximale Front der Lavazungen soll bereits 3.350 Meter breit sein, so das Nachrichtenportal.

Vulkanausbruch auf La Palma – Techniker besorgt über Verlauf des neuen Lavastroms

Begonnen hatte der Vulkanausbruch bereits am 19. September. Er war damals zum ersten Mal seit 50 Jahren wieder ausgebrochen. Insgesamt 59 Tage lang war der Friedhof Los Ángeles in der Gemeinde Los Llanos de Aridane von Lavaströmen bedeckt worden. Der Berg Cogote hatte zwar als Damm gedient, das geschmolzene Gestein hatte ihn jedoch überflutet.

Der Verlauf der neuen Zunge aus magmatischem Material sei für die Techniker besonders besorgniserregend, da sie parallel zum Lavastrom 10 – dem südlichsten – verläuft und in Richtung El Corazoncillo und Las Manchas de Abajo führt, so das Nachrichtenportal Mallorca-Services. Dort gebe es nicht nur eine große Anzahl von Häusern, auch das Gelände sei sehr uneben, wodurch sich die Lava mit größerer Geschwindigkeit bewegen könnte.

Vulkan Cumbre Vieja: Tausende von Hektar durch Vulkanausbruch auf La Palma zerstört

Miguel Ángel Morcuende, technischer Direktor des Kanarischen Vulkan-Notfallplans (Pevolca), wies jedoch darauf hin, dass das Magma zwar sehr flüssig sei, bei seinem Voranschreiten jedoch an Viskosität gewinne, da es auf festes Material treffe. Dadurch werde sein Voranschreiten verlangsamt. Der schon seit zwei Monaten andauernde Ausbruch hat zudem dazu geführt, dass sich die Landfläche der Insel durch in das Meer laufende Lava erheblich vergrößert hat. Analysen zufolge ist die Insel so bereits um 43 Hektar gewachsen.

Seit dem Ausbruch im September wurden insgesamt über 1000 Hektar Land und fast 1500 Gebäude durch die Lavaströme zerstört. Die Pevolca schätzt, dass die von den Lavaströmen betroffene Anbaufläche 340,59 Hektar beträgt. Davon sollen 211,19 Hektar Bananenplantagen sein, 60,02 Hektar Weinberge und 26,4 Hektar Avocadoplantagen. Hinzu kommen 90 Hektar von landwirtschaftlichen Betriebe und weitere 624 Hektar (412 Hektar Bananenplantagen, 128 Hektar Weinberge und 84 Hektar Avocadobäume), die von Asche bedeckt sind.

Asche- und Lavawolken kommen aus dem Vulkan Cumbre Vieja. In der Nacht zum 18. November ist der Kegel des Vulkans teilweise wieder eingestürzt und hat zu einem Überlaufen des Lavasees geführt.

Vulkanausbruch auf La Palma sorgt für große finanzielle Schäden und Stopp der Flüge

Insgesamt sollen 1484 Gebäude von den Lavaströmen überflutet worden sein, wie die letzte Aktualisierung der Katasterdaten bestätige. Darunter Häuser für die Landwirtschaft, die Industrie, Hotels und Freizeiteinrichtungen und öffentliche Infrastrukturen. Am schwersten betroffen seien jedoch die Häuser für Wohnzwecke – insgesamt 1195 sollen von Lava bedeckt worden sein. Die Schäden für die Insel sollen sich schon jetzt auf rund 700 Millionen Euro berufen, so die Tagesschau.

Der Vulkanausbruch hate zu Beginn der Woche zudem erneut die Flüge lahm gelegt. Nach Angaben eines Flughafensprechers mussten am vergangenen Samstag (20.11.2021) alle 20 Flüge gestrichen werden, wie die Tagesschau berichtete. Auch am Dienstag (23.11.2021) war der Flugverkehr noch nicht wiederhergestellt worden, so die Nachrichtenagentur Agence France-Press. Wegen des Verdachts, dass giftiger Gase austreten könnten, wenn die Lavaströme das Meer erreichen, hatten die Behörden am Montag (22.11.2021) zudem eine Ausgangssperre verhängt. Diese war am vergangenen Dienstag wieder aufgehoben worden. Laut Pevolka hatte das Eintreffen des Lavastroms im Meereswasser keine Auswirkungen auf die Menschen. (acg/luw)

Rubriklistenbild: © Kike Rincón/dpa