Alte Kartons, Autoreifen, ausrangierte Möbel: In der Jansastraße wird immer wieder Müll abgeladen. Illegal, oft auch mitten in der Nacht. Vergangenes Jahr schaffte die BSR 10.745 Kubikmeter (10.750 Tonnen) illegal entsorgten Müll allein in Neukölln weg!

Diese Menge würde in fünf olympische Schwimmbecken passen. Damit belegt Neukölln Platz 1 der Bezirks-Liste (siehe unten). Das Problem stinkt zum Himmel!

Denn dort, wo Müll liegt, wird einfach noch mehr Müll hingeworfen. Und bevor der weggeräumt werden kann, muss zuerst das Ordnungsamt informiert werden. Doch das scheint in der Corona-Zeit nicht so einfach.

„Wir haben täglich versucht, dort anzurufen“, so eine Anwohnerin zur B.Z. „Aber wir kommen gar nicht durch.“ Auf dem Bürgersteig vor ihrer Wohnung müssen Mütter mit ihrem Kinderwagen Müll-Slalom fahren. Nicht nur in Neukölln.

Müll-Slalom für Jasmin Luc (42): „Es ist nicht schön, hier durch die Straße zu laufen.“ (Foto: Ralf Lutter)
Müll-Slalom für Jasmin Luc (42): „Es ist nicht schön, hier durch die Straße zu laufen.“ (Foto: Ralf Lutter)

„Mit illegalen Ablagerungen haben fast alle Bezirke Schwierigkeiten“, sagt BSR-Sprecher Sebastian Harnisch. Die Beseitigung des illegalen Mülls kostet die Steuerzahler rund 4,6 Millionen Euro pro Jahr.

Bevor der Müll entfernt werden kann, leiten die Ämter Ermittlungen zu den Verursachern ein und erheben, wenn möglich, Bußgelder.

Ein Regal, ein Schrank, ein Futon: Die Zimmer-Einrichtung liegt jetzt auf der Straße (Foto: Ralf Lutter)
Ein Regal, ein Schrank, ein Futon: Die Zimmer-Einrichtung liegt jetzt auf der Straße (Foto: Ralf Lutter)

Erst dann erhält die BSR den Auftrag zur Beseitigung des Sperrmülls – von Elektroschrott oder blauen Säcken. „In Neukölln sind wir nahezu täglich unterwegs, um illegale Müllablagerungen zu entfernen“, so Harnisch.

Aber auch das dauert in Corona-Zeiten etwas länger: „Der Sperrmüll in der Jansastraße wurde mittlerweile durch die BSR entsorgt“, erklärt Christian Berg, Sprecher vom Bezirksamt Neukölln auf B.Z.-Anfrage.

Parkende Motorroller zwischen Sperrmüll, ein Büro-Stuhl (rechts hinten): Alltag in der Jansastraße (Foto: Timo Beurich)
Parkende Motorroller zwischen Sperrmüll, ein Büro-Stuhl (rechts hinten): Alltag in der Jansastraße (Foto: Timo Beurich)

Sperrmüll kann den Ordnungsämtern auch online gemeldet werden unter: https://ordnungsamt.berlin.de/frontend/dynamic

In diesen Bezirken wächst der Müllberg am höchsten

In ganz Berlin beseitigt die BSR durchschnittlich rund 33.000 Kubikmeter illegale Müllablagerung (ohne Bauschutt, ohne Auto-Wracks) pro Jahr. Die Kosten dafür werden der Stadt in Rechnung gestellt.

Hier ist die Schreckens-Liste der illegalen Müllablagerungen in den Bezirken:

1. Neukölln: 10.745 m³
2. Friedrichshain-Kreuzberg: 9378 m³
3. Mitte: 5807 m³
4. Tempelhof-Schöneberg: 2917 m³
5. Pankow: 2676 m³
6. Charlottenburg-Wilmersdorf: 1649 m³
7. Spandau: 1485 m³
8. Reinickendorf: 1412 m³
9. Lichtenberg. 1301 m³
10. Treptow-Köpenick: 1301 m³
11. Steglitz-Zehlendorf: 718 m³
12. Marzahn-Hellersdorf: 427 m³