Männer und ihr so groooßes Ego. Und ihr angeblich so groooßer Penis. Gerät Frau an den falschen, kann es richtig anstrengend werden...

Von Jaqueline Horner

Jüngst hatte ich ein Date mit so einem Exemplar. Schon beim ersten Treffen warnte er mich vor, dass er recht ordentlich ausgestattet sei, fragte mich, wie ich das finde. „Äh, joa, ist doch schön“, gab ich etwas irritiert zurück.

Ganz ehrlich, was nützt die Größe, wenn er damit nicht umgehen kann oder auf anderen Gebieten im Bett ‘ne Tröte ist? Eben.

Also hakten wir das Thema ab und dateten munter weiter, bis wir eines Abends auf meinem Sofa landeten. Was für eine beknackte Idee.

Von Größe gab es keine Spur mehr, weder beim Penis noch beim Verhalten des Mannes.

Bei ersterem kann man nix machen und muss mit dem arbeiten, was da ist. Was nur ein mittelgroßes Problem ist. Viele Männer hängen sich sogar etwas mehr rein, wenn sie nicht ganz so gut aufgestellt sind. Dieser hier auch. Leider.

Was wurde da geackert. Sofa-Kissen landete am anderen Ende des Zimmers, der Hocker wurde umgestellt und mein schöner Esstisch bekam einen Tritt ab. „Ich hab’s gleich“, sagte er immer wieder, während er sich abmühte, zum Orgasmus zu kommen und ich überlegte, ob ich den Hocker künftig vielleicht so stehen lassen sollte. Sah nicht so übel aus. „Alles entspannt“, sagte ich dem unentspannten Mann. Nützte nix. Er mühte sich weiter. Nach geschlagenen 20 Minuten gab er auf. Gott sei Dank.

„Warum guckst du denn jetzt so?“, fragte er. Und dann: „Aber es liegt nicht an mir, oder?“

Diese Frage verbietet sich – egal, wie formuliert. Denn wenn es gut war, spürt man das. Und was soll man auch sagen? „War richtig mies“? Die Wahrheit würde nur verletzen. Und das wiederum würde weitere aufreibende 20 Minuten nach sich ziehen.

Also: Den Abend höflich, aber schnell beenden. Und nie auf Männer hören, die behaupten, sie hätten einen großen Penis. Meist stimmt es einfach nicht.