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„Jeden Grashalm ergreifen“: 27-Jähriger ist neuer Klimaschutzmanager in Gummersbach

Das Hochwasser Mitte Juli hat das Oberbergische zum Glück nicht annähernd so getroffen wie viele Orte in der Eifel. Dennoch standen auch in Gummersbach vor allem entlang der Agger Keller unter Wasser. Sogar die Feuerwehr in Brunohl, die sonst anderen beim Hochwasser hilft, meldete Land unter.

Das Thema Hochwasser im Aggertal ist zwar nicht neu, doch es beschäftigt auch Gummersbachs neuen Klimaschutzmanager Felix Borscz (27). Vor allem die Stadtwerke seien an dem Thema dran, sagt der gebürtige Oberberger. Am Computer würden digitale Geländemodelle simuliert, die Auskunft darüber geben sollen, welche Regionen bei Starkregen oder einem Hochwasser wie stark betroffen sind, sagt der Umweltingenieur.

In Engelskirchen geboren und in Wiehl aufgewachsen

In Engelskirchen geboren und in Wiehl aufgewachsen hat Borscz nach seinem Studium der nachhaltigen Entwicklung in Bochum zunächst bei Straßen NRW gearbeitet, ehe ihm 2020 der Job im Gummersbacher Rathaus angeboten worden sei.

Aktuell gestartet ist hier die Teilnahme am European Climate Adaptation Award (eca). Dabei handelt es sich um ein Programm für alle Städte und Gemeinden, die ihre Anpassungskapazität identifizieren und die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen vorantreiben wollen. „In einem vierjährigen Prozess wird ermittelt, wo die Stadt verletzbar ist, wo und welche Art von Schäden auftreten, um dann Maßnahmen zu entwickeln, die hier gegensteuern“, sagt Borscz.

Maßnahmen können zum Beispiel Entsiegelung, Begrünung oder die Schaffung von Retentionsflächen sein. Zu Borscz Arbeit wird aber auch gehören, dafür zu sensibilisieren, dass auch in Schottergärten Unkraut wächst und dass diese gar nicht so pflegeleicht sind, wie vielfach erhofft. „Auch ein begrünter Vorgarten kann pflegeleicht sein, und das wollen wir vermitteln, denn rechtlich wird es schwer sein, bei diesem Thema etwas zu machen“, sagt der Klimaschutzmanager.

Klimaneutrale Mobilität: Große Nachfrage beim Pedelec-Training

Ein weiteres großes Thema bei der Arbeit des 27-Jährigen ist die Mobilität. Aktuell werde im Rathaus an einem Radwegekonzept gearbeitet, sagt er. Dabei gehe es neben der Führung des Radverkehrs und dessen Förderung auch um die Idee, das Radfahrer Einbahnstraßen auch gegen die Fahrtrichtung nutzen dürfen. Dass das Thema Radfahren auch in Gummersbach und Oberberg auf großes Interesse stößt, zeige die Resonanz beim kürzlich durchgeführten Pedelec-Training, sagt Borscz. „Die Nachfrage war so groß, dass wir am 16. Oktober einen dritten Termin anbieten können.“

Beim Blick auf die aktuellen Hochwässer sagt der Experte, dass es bereits fünf nach Zwölf sei, um das Zwei-Grad-Ziel bei der Klimaerwärmung noch zuhalten. „Wir sollten daher jeden Grashalm ergreifen, hier noch gegenzusteuern.“

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