Germany

Jetzt ist klar, wen die Deutschen als Kanzler wollen. Die Antwort deprimiert

Das Ergebnis der Bundestagswahl erahnen zu wollen, war bislang knifflig. Aber in der vergangenen Woche hat sich in Umfragen endlich herauskristallisiert, wen die Deutschen als Kanzler sehen möchten. Sein Name ist „Keiner der Kandidaten“, und er oder sie bekommt fast die Hälfte aller Stimmen.

Das ist ein Armutszeugnis für die Kandidatin Annalena Baerbock (Grüne) und die Kandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD). Vor allem aber für die Parteien. Sie haben sich die Lage selbst zuzuschreiben. Die Grünen hätten mit Robert Habeck als Kandidat womöglich über Inhalte statt über Plagiate und Lügen im Lebenslauf reden können. Sie mussten sich aber gegen ihn entscheiden, weil er für die Partei das falsche Geschlecht hat.

Die Union könnte womöglich mit Markus Söder besser punkten – er konnte sich aber nicht durchsetzen, weil Gremien anstelle von Mitgliedern über die Kandidatur entschieden. Obendrein hat Angela Merkel die Partei, die „mir nahesteht“ und „deren Mitglied ich bin“ (Merkel über die CDU) über die Jahre um zahlreiche starke Kandidaten dezimiert.

Olaf Scholz könnte der lachende Dritte sein. Und tatsächlich wächst die Zustimmung für den Mann, dessen Sorge davor, selbst eine klare Aussage zu machen, nur noch von der Angst übertroffen wird, dass seine Parteivorsitzende Saskia Esken eine machen könnte. (Erst in dieser Woche blaffte Esken einen Islamexperten öffentlich an, weil sie, wie sich herausstellte, schlicht inhaltlich nicht begriffen hatte, was der Mann gesagt hatte.)

„Scholz hat kleinen Run, Laschet sehr defensiv“

Im Kampf um die Kanzlerschaft unterlaufen Unionskandidat Armin Laschet und Grünenkandidatin Annalena Baerbock Fehler. Der lachende Dritte könnte somit am Ende Olaf Scholz sein. Doch einen Vorteil hat Laschet noch.

Quelle: WELT / Tatjana Ohm / Thomas Vitzthum

Lachen kann Scholz aber auch aus anderem Grund nicht wirklich: Seine Partei hat seit einigen Jahren die eigene Kernwählerschaft – Arbeiter – vergessen. Das wiederum haben die Arbeiter der Partei nicht vergessen. Jetzt machen sie ihr Kreuz woanders. Scholz legt zwar als Kandidat zu, aber die SPD verharrt um die 15 Prozent auf Platz drei.

So torkelt Deutschland einigermaßen desinteressiert nach 16 Jahren Merkel in eine ungewisse Zukunft. Mehr Debatte, mehr Inhalte, mehr Führungsstärke wäre gut für Wahlkampf und Land. „Keiner der Kandidaten“ ist die verständlichste Wahl – und die deprimierendste.

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