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Kann der SV Krün im Derby Vorsprung auf Rivale ausbauen?

Vertrautes Bild: Hubert Holzer vom SV Krün bejubelte einen seiner 18 Treffer in der laufenden Saison.

Mehr Fußball geht nicht für einen Fan. Am Sonntag erwartet dem FC Krün nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spitzenspiel.

Mittenwald/Krün – Wenn zwei Fußballplätze mit dem Auto lediglich zehn Minuten von einander entfernt liegen, ist es klar, dass man von einem Derby spricht. Wenn die beiden Vereine nicht nur geografische Nachbarn sind, sondern auch in der Tabelle fast direkt nebeneinanderliegen, verspricht das ein sehr gutes Spiel zu werden. Und wenn dann auch noch, wie an diesem Sonntag, der Erstplatzierte der A-Klasse, SV Krün, gegen den drittplatzierten FC Mittenwald spielt, dürfte das an Spannung nur schwer zu übertreffen sein.

Der Trainer des FC Mittenwald, Helmut Schug, sieht das ähnlich: „Es wird ein schweres Spiel für uns. Um Krün zu schlagen, musst du 90 Minuten lang konzentriert sein.“ Vor allem die Krüner Offensive um Hubert Holzer – bereits 18 Treffer in dieser Saison – bereitet Schug Sorgen: „Der Holzer ist wahnsinnig gut. Er hat alles, was man braucht: eine starke Technik, er ist schnell, und er weiß, wo das Tor steht.“ Seine Taktik aber will der FCM-Coach wegen des momentanen Torschützenkönigs nicht ändern: „Wir werden ihm sicherlich nicht mit einem Manndecker auf den Füßen stehen.“ In den beiden vorherigen direkten Duellen konnte der SV Krün die Mittenwalder schlagen, wenn auch dieses Jahr nur knapp mit 2:1 im Pokal. „Was Krün zur Zeit spielt, ist einfach extrem stark. Die Mannschaft ist nicht umsonst Tabellenführer“, bekräftigt Schug die Stärke des Konkurrenten.

Krüns Trainer Stephan Benz hingegen sieht die Rollenverteilung nicht so eindeutig wie sein Pendant auf Mittenwalder Seite – im Gegenteil: „Wir gehen als Außenseiter in das Spiel, da uns fünf Stammkräfte fehlen.“ Mit der Saison seiner Mannschaft ist Benz bisher jedoch mehr als zufrieden: „Ich trainiere die Jungs ja erst seit diesem Jahr, es ist aber wirklich Wahnsinn, was sie bisher auf den Platz bringen.“ Obwohl der Start in die Saison hervorragend war – acht Siege, ein unentschieden, nulll Niederlagen –, will man in Krün noch nicht über den Kreisklassen-Aufstieg reden. „Der Sonntag ist für uns richtungsweisend“, meint Benz. Mit einem Sieg gegen die Mittenwalder wächst der Vorsprung des SV auf seinen Isartaler Nachbarverein auf acht Punkte an. Den Druck sieht Benz vermehrt auf der gegnerischen Seite: „Klar, wenn wir in Mittenwald verlieren, ist der FC nur noch zwei Punkte von uns weg. Trotzdem können wir entspannt unser Spiel aufziehen.“

Der Derby-Faktor spielt für beide Trainer keine allzu große Rolle. „Natürlich ist es besonders, gegen den direkten Nachbarn zu spielen. Aber wir sind nicht mehr so verfeindet wie vor einigen Jahren. In anderen Spielen feuern die Krüner uns an und wir sie“, betont Schug. Benz sieht es ähnlich: „Ich hoffe, dass viele Krüner Fans nach der Bundestagswahl nach Mittenwald kommen, wir werden wohl trotzdem in der Unterzahl sein.“ In einer weiteren Sache sind sich die beiden Trainer einig: Auf dem Feld wollen sie den Nachbarn ärgern. DAVID KORBER

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