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Kein Vertrauen mehr: Wichtigste Berater nehmen Kölns Kardinal Woelki in die Mangel

Köln -

Missbrauchsskandal, unterdrückte Gutachten, Papst-Kontrolleure vor Ort: Das Kölner Erzbistum kommt nicht zur Ruhe. Jetzt ist dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki in einer Sitzung seines wichtigsten Beratungsgremiums ungekannt heftige Kritik entgegengeschlagen.

Zahlreiche Mitglieder des Diözesanpastoralrats aus verschiedenen Gremien des größten deutschen Bistums hätten am Samstag, 19. Juni, deutlich gemacht, dass sie kein Vertrauen mehr in den Erzbischof hätten, berichteten Teilnehmer übereinstimmend der Deutschen Presse-Agentur.

Kölns Kardinal Woelki: Bin berufen, nicht gewählt

Woelki selbst habe darauf hingewiesen, dass er nicht gewählt, sondern berufen sei. Nur der Papst könne ihn von seinem Posten abberufen.

Schließlich habe man sich darauf verständigt, einen externen Moderator zu bestellen. Wer dies sein soll, ist noch offen. In der nächsten Sitzung des Diözesanpastoralrats im September solle es dann eine grundsätzliche und tabulose Analyse der Krise geben.

Kölns Kardinal Woelki: Vertrauensfrage muss geklärt werden

Dabei werde es auch um die Frage gehen, ob im Bistum überhaupt noch ausreichendes Vertrauen für eine weitere Zusammenarbeit mit Woelki vorhanden sei. Bevor diese grundsätzliche Vertrauensfrage nicht geklärt sei, würden andere Themen im Diözesanpastoralrat nicht mehr besprochen.

Die Teilnehmer betonten, es habe große Einigkeit darin geherrscht, dass man sich an einem toten Punkt befinde, den man ohne Hilfe von außen nicht überwinden könne. Es sei von einer Überforderung Woelkis und einer aussichtslosen Vertrauenskrise die Rede gewesen.

Kölns Kardinal Woelki: Eklat im Diözesanpastoralrat

Am Samstagvormittag sei es zum Eklat gekommen, nachdem Woelki und sein Verwaltungschef, Generalvikar Markus Hofmann, auf die Aussprache des Vorabends nicht zurückgekommen seien. Stattdessen hätten sie versucht, die Diskussion in eine andere Richtung umzulenken.

Das hätten die Mitglieder aber nicht akzeptiert. Woelki fehle nach wie vor die Fähigkeit, das Ausmaß der Krise zu akzeptieren. Stattdessen versuche er, irgendwie weiterzumachen.

Zu Beginn der Sitzung hatte Woelki am Freitagabend eine umstrittene Personalentscheidung als „großen Fehler“ bezeichnet. Dabei bezog er sich auf einen Pfarrer, den er 2017 zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf befördert hatte, obwohl dieser zugegeben hatte, mit einem 16 Jahre alten Prostituierten masturbiert zu haben.

Kölns Kardinal Woelki: Neubeginn der kleinen Schritte

Bisher hatte die Bistumsspitze die Beförderung mit dem Argument gerechtfertigt, der Pfarrer habe sich strafrechtlich nichts zuschulden kommen lassen und den viele Jahre zurückliegenden Kontakt bereut. Diese Haltung hatte auch deswegen Empörung ausgelöst, weil Woelki Segnungen für homosexuelle Paare ablehnt, selbst wenn sie seit Jahrzehnten zusammenleben. Über Woelkis Bedauern hatte zunächst die „Kölnische Rundschau“ berichtet.

Zur Überwindung der seit Monaten schwelenden Krise forderte Woelki einen „Neubeginn der kleinen Schritte“. Man müsse aufeinander zugehen, sagte der 64-Jährige nach Mitteilung des Erzbistums. Er selbst wolle seinen Teil dazu beitragen.

In der vergangenen Woche hatten die beiden Apostolischen Visitatoren Anders Arborelius und Hans van den Hende ihren einwöchigen Besuch in Köln abgeschlossen.

Die Bevollmächtigten des Papstes sollten klären, wie das Erzbistum mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs durch Priester umgegangen ist und ob Woelki Fehler gemacht hat. Sie erstellen nun einen vertraulichen Bericht für Papst Franziskus. (dpa)

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