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Klare Verhältnisse: Freie Wähler wiederholen Vorstandswahlen

Ein solcher Vorgang hat in der Kommunalpolitik Seltenheitswert: Die krisengeplagten Freien Wähler in Garmisch-Partenkirchen wiederholten hinter verschlossenen Türen ihre Vorstandswahl – und bestätigten weitgehend die Führungsriege um die neue Vorsitzende Iris Grassl. Hintergrund waren Differenzen mit Gemeinderätin Lilian Edenhofer.

Garmisch-Partenkirchen – „Zurück auf Los“, heißt es im berühmten Brettspiel „Monopoly“. Eine solche Rolle rückwärts haben jetzt auch Garmisch-Partenkirchens Freie Wähler vollzogen. Bei ihnen ging es aber nicht darum, ein fiktives Immobilien-Imperium aufzubauen. Die Mitglieder der bürgerlich-konservativen Gruppierung wurden vielmehr erneut zur Wahl ihres Ortsvorstands gebeten – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Eine Wiederholung, die angeblich freiwillig und ohne rechtliche Zwänge stattfand, um Unstimmigkeiten aus der Welt zu schaffen, wie es von offizieller Seite heißt.

Führungsteam mit Iris Grassl an der Spitze

Rückblende: Eigentlich stand das neue Führungsteam mit Iris Grassl an der Spitze bereits Anfang des Jahres fest. Doch es kamen Zweifel auf. Gemeinde- und Kreisrätin Lilian Edenhofer, bis dahin Ortschefin, meldete Bedenken an. Denn zu dem Treffen unter erschwerten Corona-Bedingungen sei, wie die einstige Hoffnungsträgerin und Bürgermeisterkandidatin damals erklärte, ohne ihre Zustimmung eingeladen worden. Es drohte eine unappetitliche Auseinandersetzung – Gift für die Freien Wähler, die im Gemeinderat tief gespaltenen sind und sich seit längerer Zeit eine Zerreißprobe auf offener Bühne liefern.

Die Neuauflage der Kür ging bereits Anfang August unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne. Diesmal machte man offenbar alles richtig – und Edenhofer war die offizielle Gastgeberin der Mitgliederversammlung. Die 53-jährige Journalistin stellte sich allerdings nicht mehr zur Wahl – eine Entscheidung, die sie bereits im Vorfeld mitgeteilt hatte. Das Ergebnis: Die Vorstandschaft bleibt weitgehend unverändert – mit Grassl auf dem Chefposten. Nun herrsche endgültig Klarheit, erklärt die Mentaltrainerin. „Wir lassen uns nichts nachsagen.“ Und auch Edenhofer ist zufrieden: „Das ist alles sauber abgelaufen.“

Das größte Problem, das den Parteigranden gehörig Kopfzerbrechen bereitet, besteht jedoch unverändert weiter: Die Freien Wähler sind nämlich im größten Gemeinderat des Landkreises nach einem schweren Zerwürfnis mit zwei Lagern vertretern – mit der (Rest-)Fraktion, bestehend aus Daniel Schimmer und Martin Kur-schatke, sowie der Einzelkämpferin Edenhofer. Ein Zustand, der für die Außenwirkung, gelinde gesagt, suboptimal ist – vor allem dann, wenn in zentralen Fragen der Ortspolitik mit zwei Stimmen gesprochen wird.

Florian Streibl bietet sich als Vermittler an

„Das ist absolut schlecht. Diese Performance wird auf Dauer die Freien Wähler schwächen“, räumt Florian Streibl, Fraktionschef im Bayerischen Landtag, unumwunden ein. Der Oberammergauer, der bei der besagten Wahlwiederholung als Wahlleiter fungierte, übt sich in Zweckoptimismus: „Ich gebe die Hoffnung nicht so schnell auf.“ Vielleicht finde sich ja, so sein Tenor, doch noch ein Weg zur Einigung. Er stehe jedenfalls als Vermittler zur Verfügung. Andernfalls müsse man eben mit der Spaltung leben.

„Ich hätte gerne drei Leute im Gemeinderat, die gut zusammenarbeiten“, findet auch Grassl. Sie bringt neben einer Versöhnung eine weitere Variante ins Spiel: Edenhofer könnte auch auf ihr Mandat verzichten und das Feld einem Nachrücker überlassen. Ein Szenario, an das aber Edenhofer im Traum nicht denkt. Ein Austritt komme für sie überhaupt nicht in Frage, betont die Volksvertreterin. Und die jetzige Situation störe sie nicht im Geringsten, denn: „Es ist ein Merkmal der Freien Wähler, dass es keinen Fraktionszwang gibt.“ Sie sei nur ihrem Gewissen verpflichtet.

Der Vorstand: Erste Vorsitzende: Iris Grassl; stellvertrende Vorsitzende: Elisabeth Grodon; Schriftführerin: Christl Bredow; Schatzmeisterin: Monika Bruchertseifer; Beisitzer: Bettina Hermann, Jörn Hinrichs; Kassenprüfer: Thomas Stimpfle, Christoph Falk; Delegierte: Jelka Brütting, Andrea Fink, Brigitte Kramer und Christoph Falk.

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