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Kleine Bäcker haben schweren Stand - Ohnmacht vor der Industrieproduktion

Maximilian Hünsche (M.) ist neu im Vorstand der Bäckerinnung. Dazu gratulieren ihm Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer (l.) und Obermeister Werner Nau.

Wechsel im Vorstand der Innung

Kleine Bäcker haben schweren Stand - Ohnmacht vor der Industrieproduktion

Die geringe öffentliche Wahrnehmung ihres Handwerks bedrückt den Obermeister der Bäcker Innung, Werner Nau. Und auch die Ohnmacht der kleinen Bäckerbetriebe vor der Industrieproduktion bereitet ihm Sorgen.

Fürstenfeldbruck – „64 Prozent der kleinen Bäckereien erwirtschaften nur sieben Prozent Umsatz, während sechs Prozent der Großbetriebe 70 Prozent des gesamten Umsatzes im Bäckerhandwerk deutschlandweit erwirtschaften“, sagte er auf der Innungsversammlung. Wer aber sichere Arbeitsplätze, halte Ausbildungsplätze vor, fördere die regionale Zusammenarbeit und sei ein wichtiger Nahversorger in allen ländlichen Regionen? „Das sind wir, die kleinen Bäckereibetriebe“, ärgerte sich der Bäcker-Obermeister.

Während Corona sei die Wahrnehmung in der Bevölkerung zwar gestiegen. Dennoch haben die kleinen Bäckereien nach wie vor gegen die Industrieproduktion mit ihrer Preispolitik einen schweren Stand. Auch kritisierte Nau die laufenden Änderungen der Infektionsschutzverordnung. „Man kam kaum nach mit der Umsetzung und wusste letztlich nicht mehr, was gilt und was nicht.“ Bei Anrufen im Gesundheitsamt machte er die Erfahrung, dass selbst die Behörden häufig überfordert waren. „Es ist nicht zu verstehen, warum zwei geimpfte Verkäuferinnen beispielsweise hinter der Verkaufstheke mit aufgestelltem Spuckschutz den ganzen Tag eine Maske tragen müssen.“

Stollenprüfung ohne Publikum

Die Stollenprüfung wird wegen Corona wieder nicht öffentlich im Foyer der Sparkasse in der Hauptstraße stattfinden, sondern in den Räumen der Kreishandwerkerschaft. Und die Feier zum 100-jährigen Bestehen der Bäcker-Innung wurde aufgrund der Pandemie noch einmal auf das nächste Jahr verschoben.

Auch wenn das Corona-Virus seit 17 Monaten die ganze Welt in Atem hält, habe sich einmal mehr bestätigt, dass das Bäckerhandwerk in dieser Zeit eine wichtige Rolle bei der Nahversorgung der Bürger mit Grundnahrungsmitteln einnahm, sagte Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer. Überhaupt habe sich das Handwerk in dieser Zeit als wichtige Säule für die Gesamtwirtschaft erwiesen. Dennoch müsse in der Preis- und Lohngestaltung etwas geschehen. „Sonst kriegen wir wirklich keine Leute mehr.“

Eine Änderung gibt es im Vorstand: Für die ausgeschiedene Brigitte Schmitt aus Germering wählten die Mitglieder Maximilian Hünsche aus Puchheim ins Gremium.