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Klinikum Neubrandenburg: Kaum Schadenersatz nach ärztlichen Kunstfehlern

Zwei Vergleiche nach Klagen wegen Behandlungsfehlern am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum (DBK) Neubrandenburg haben die Öffentlichkeit aufhorchen lassen. Beide Fälle hätten sich bereits 2014 ereignet, sagte Kliniksprecherin Anke Brauns dem Nordkurier. Sie wurden nun vor dem Neubrandenburger Landgericht mit einem Vergleich beendet. Für einen Behandlungsfehler bei der Beatmung einer Rentnerin zahlt das Krankenhaus den Angehörigen der Frau 80 000 Euro, wie Mitte September bekannt wurde. Einen Monat zuvor hatten sich Klinikleitung und Anwalt der Kläger außergerichtlich auf einen Vergleich über 75 000 Euro geeinigt wegen einer zu spät erkannten Hirnblutung und einer vergessenen OP-Klemme im Kopf. Der Streitwert in beiden Fällen lag bei knapp 600 000 Euro.

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Frage nach Anzahl der Streitfälle blieb unbeantwortet

Das Klinikum teilte dem Nordkurier auf Anfrage zur Dauer mit, es sei nicht üblich, dass sich Verfahren so lange hinziehen. Die Verzögerungen im Vorfeld seien im konkreten Fall nicht auf das Klinikum oder dessen Haftpflichtversicherer zurückzuführen. In beiden Fällen wurde die Klagen den Angaben zufolge erst im zweiten Halbjahr 2019 eingereicht. Nun habe man sich bei Güteverhandlung einigen können, die zeitnah vom Gericht angesetzt worden seien.

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Solche Möglichkeiten bietet offenbar nicht jedes Krankenhaus. Ein Vorzug des Klinikums sowie dessen Haftpflichtversicherers sei es, dass außergerichtliche Verfahrensklärungen und -vergleiche „überhaupt durchgeführt werden“ und Behandlungsfehlerverdachte nicht ausschließlich über den Klageweg zu bestreiten sind, teilte das DBK mit. „Hat sich ein Verdacht bestätigt, geht unser Haus bzw. unser Haftpflichtversicherer auf den Patienten/die Partei zu.“ Dabei müsse darauf verwiesen werden, dass von allen Anfragen mit Behandlungsfehlerverdacht im Klinikum „nur“ weit unter ein Prozent zu zahlungspflichtigem Schadenersatz führen.

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Die Frage des Nordkurier, wie viele Streitfälle mit welchem Streitwert zu Behandlungsfehlern anhängig sind oder in den vergangenen zehn Jahren abgeschlossen wurden und wie viele davon mit Vergleich, ließ das Klinikum unbeantwortet. Die Leitung verwies drauf, dass bei Verdachtsfällen medizinische Sachverständigengutachten hinzugezogen würden, die einen Anhalt darüber geben könnten, ob es sich im konkreten Fall tatsächlich um Behandlungsfehler handele oder gegebenenfalls um Komplikationen oder Risiken, „die sich verwirklicht“ hätten. Fast immer stünden diese Fälle in Zusammenhang mit einem komplexen Erkrankungsgeschehen, das entsprechend zu berücksichtigen sei.

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