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Kunstmesse Art Basel: Dieses Gefühl des Wiedersehens

Urs Fischer, „Untitled (Bread House)“, 2004/06, 5 Meter hoch: bei Jeffrey Deitch, 3 Millionen Dollar. Bild: Art Basel

Nach eineinhalb Jahren ist die Art Basel in physischer Präsenz zurückgekommen. Die Freude der Besucher ist überall zu spüren. Und es ist beinah wie früher. Zugleich hat sich viel verändert.

Sie ist zurück. Die Art Basel am Ort ihrer Entstehung im Jahr 1970, eben im schweizerischen Basel. Was bis zum Beginn des Jahres 2020 einfach eine Messe war, heißt jetzt IRL-Ausgabe, also im echten Leben, mit realer Kunst zum Betrachten, mit wirklichen Menschen in den gewohnten zwei Hallen. Marc Spiegler, der weltweite Art-Basel-Direktor, und sein Team haben über Monate den Glauben nicht aufgegeben und alles darangesetzt, um der Traditionsschau ihre physische Präsenz zurückzugeben. Jetzt für einmal im September; in neun Monaten, im Juni 2022, soll sie auf ihren angestammten Termin zurückkehren.

Rose-Maria Gropp

Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

Mit 272 Teilnehmern aus 33 Ländern sind zur aktuellen Ausgabe nur ein paar weniger gekommen als zuletzt 2019; 24 Galerien sind zum ersten Mal dabei. An den drei Preview-Tagen schien — beinah —alles wie früher zu sein. Die geladenen Gäste strömten gefühlt genauso zahlreich in die Hallen 1 und 2 wie schon immer, jetzt ausgestattet mit einem Bändel am Arm als Nachweis für Impfung, Genesung oder Test und ständig mit Mundschutz. Zwar sind nur wenige Amerikaner und asiatische Besucher gekommen, aber die Klientel des finanzkräftigen Europas tritt geschlossen an. Deren Kauffreude ist ablesbar an den zahlreichen Abschlüssen, die von den ersten Stunden an gemeldet wurden. Ein Fachbegriff aus der Wirtschaft lautet „Überliquidität“; er bedeutet, dass jetzt womöglich noch mehr Geld als vor dem Ausbruch von Covid-19 vorhanden ist, das untergebracht werden will: Der Kunstmarkt im Spitzensegment boomt entsprechend. Und die Art Basel ist das ersehnte ganz große Fest.

Ein jüngeres Publikum

Wie üblich galt die erste Eröffnung der „Art Unlimited“-Sektion mit ihren übergroßen Formaten in der Halle 1. Dort war das Publikum eindeutig verjüngt und deutlich stärker fokussiert auf die gezeigten Werke als auf den eigenen Auftritt. Zum ersten Mal kuratiert hat die „Unlimited“ Giovanni Carmine, der Direktor der Kunst Halle Sankt Gallen. Es gibt weniger raumgreifende Installationen, dafür mehr weiträumige Abteile, gern für großformatige Gemälde oder andere wandtaugliche Objekte. Dazu gehört der achtteilige Gemäldezyklus „Traffic Jam“ von An­dreas Schulze mit seiner eigensinnig witzigen Vehikel-Parade (Galerie Sprüth Magers; 680.000 Euro); oder die 2020 entstandene, 3,2 mal 6,8 Meter messende Keramikkachel-Wand der 1925 in Beirut geborenen Etel Adnan mit ihrem strahlenden „Le Soleil Toujours“-Motiv (Galerie Sfeir-Semler; um 400.000 Dollar). Altmeister David Hockney hat eine Breitwand-„Photographic Drawing“ geschaffen, von der die Besucher in der Halle gleichsam einbezogen werden in die Betrachtung von den „Pictures at an Exhibition“ auf dem Druck (Richard Gray Gallery). Bei den Skulpturen findet sich John Chamberlains hochragende, für ihn sehr ungewöhnliche, kurios verschlungene „Naughtynightcap“ aus bemaltem Aluminium von 2008 (Galerie Hauser & Wirth). Zwirner hat pinkfarbene Neonmodule des Klassikers Dan Flavin von 1974 zu einer „Barrier“-Arbeit aneinandergereiht (um 3 Millionen Dollar).

Frank Stella, „Gray Scramble“, 1968, Acryl auf Leinwand, 175,2 mal 351,2 Zentimeter: bei Edward Tyler Nahem, 7,5 Millionen Dollar.

Frank Stella, „Gray Scramble“, 1968, Acryl auf Leinwand, 175,2 mal 351,2 Zentimeter: bei Edward Tyler Nahem, 7,5 Millionen Dollar. : Bild: Art Basel

In der Halle 2 mit den Galerien dominiert, noch stärker als zuvor, die Malerei. Auffällig ist das Aufgebot an figürlichen Bildern, als solle damit eine Sehnsucht nach — leibhaftiger — Begegnung gestillt werden. Auffällig ist zudem der Wille, Arbeiten von Künstlerinnen zu präsentieren. So sind etwa Werke der amerikanischen Malerin Alice Neel auf diverse Kojen verteilt anzutreffen. Ein Riesenformat Helen Frankenthalers, „Arriving in Africa“ von 1970, war sofort verkauft bei Richard Gray. Petzel hat ein typisches Bild von Maria Lassnig, „Fernsehkind“ aus dem Jahr 1987, an seinem Stand gehängt (900 000 Euro). Leiko Ikemura setzt die Zürcher Galerie Peter Kilchmann in Szene. Und in der „Feature“-Sektion zeigt Kasmin aus New York eine großartige Suite an Kohlezeichnungen Lee Krasners, von den späten Dreißiger bis in die Siebzigerjahre (je 150.000 Dollar).

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