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Leipzigs Aehlig vor seiner Rückkehr:: „Beim 1. FC Köln ist wieder richtig Leben drin"

Herr Aehlig, muss man bei RB Leipzig nach bisher nur drei Punkten in der Bundesliga und der spektakulären 3:6-Niederlage bei Manchester City von einem Fehlstart sprechen?

Frank Aehlig: Natürlich hätten wir uns ein paar Punkte mehr erwartet. Die verlorenen drei Punkte in Mainz tun uns immer noch weh, auch beim 0:1 in Wolfsburg wäre mehr drin gewesen. Gegen Bayern und Manchester City waren wir defensiv dann zu anfällig. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass es wieder in die richtige Richtung geht. Das Potenzial dazu haben wir auf jeden Fall.

Sie haben Stars wie Upamecano, Sabitzer und Konaté verloren, dafür aber auch rund 100 Millionen Euro kassiert. Ist dieser Substanzverlust einfach zu groß?

Wir haben mit Silva, Gvardiol, Moriba, Simakan oder Brobbey aber auch sehr gute Jungs und viel Talent dazu gewonnen. Die Mannschaft muss sich noch finden. Aber wir haben nach wie vor einen richtig guten Kader, der die Ziele erreichen kann.

Und die wären?

Da bin ich komplett beim Vorsitzenden unserer Geschäftsführer, Oliver Mintzlaff, und unserem Cheftrainer Jesse Marsch: Wir wollen auch in dieser Saison wieder einen Champions-League-Platz erreichen, das ist mit unserer sportlichen Qualität einfach unser Anspruch.

Und dem FC Bayern Paroli bieten: Kann man das jetzt schon vergessen?

Der Abstand der Bayern zum Rest der Liga ist schon gewaltig, da muss man sich nur die Etats anschauen. Schwächeln sie mal, müssen die Verfolger da sein.

In Leipzig konkurrieren Sie auf dem Transfermarkt im Gegensatz zu Köln mit vollen Taschen. Macht das die Arbeit leichter?

Das ist ein Trugschluss. Grundsätzlich ist es auf jedem Level im Fußball gleichschwierig, weil sich auch die Qualität und die Möglichkeiten der Mitbewerber verändern und auf ähnlichem Niveau befinden, wie Deine eigenen.

Als Sie im Februar den 1. FC Köln verließen, hieß es, dass Sie als Technischer Direktor zu Red Bull Soccer International wechseln. Doch anstatt viel in der Welt zu reisen, sind Sie in Leipzig nun wieder wie in Köln Leiter Lizenzbereich.

Der Job des Technischen Direktors hatte seinen Reiz, ich hätte den Fußball auch mal von einer anderen Seite kennengelernt. Doch den Vertrag hatte ich vor den Wechseln von Markus Krösche und Timmo Hardung (der frühere RB-Sportdirektor und der RB-Teammanager gingen nach Frankfurt, d. Red.) unterschrieben. Dann haben wir bei RB gemeinsam entschieden, dass es am sinnvollsten wäre, wenn ich erneut die Aufgabe des Lizenzspielleiters übernehme. Das ist für mich überhaupt kein Problem, ich bin da wieder in meinem „natürlichen Lebensraum“, der auch zu meinem Selbstverständnis passt. In dieser Rolle fühle ich mich sehr wohl.

Am Samstag kehren Sie erstmals offiziell nach Köln zurück. Mit welchen Gefühlen?

Wenn ich die ganzen dreieinhalb Jahre in Köln Revue passieren lasse, dann mit durchweg positiven Gefühlen. Der FC-Start in die aktuelle Saison hat mich gefreut. Er ist Balsam auf die Seelen aller, die es mit dem Verein halten, denn solch ein Start ist in Köln ja nicht die Regel. Der Fußball des FC ist zudem im Moment schön anzuschauen. Beim FC ist wieder richtig Leben drin.

Welchen Anteil am Aufschwung hat Trainer Steffen Baumgart?

Ich denke, dass bereits der Klassenerhalt quasi in letzte Sekunde unheimlich wichtig für den Klub war und eine positive Wirkung hatte. Und Steffen Baumgart ist mit seiner Spielidee und als Typ sicherlich ein Gewinn für den FC. Er hat eine klare Handschrift reingebracht. Der Start freut mich aber auch für die Spieler. Vor allem für Jungs wie Benno Schmitz, denen einige in Köln ja schon die Bundesliga-Tauglichkeit abgesprochen haben.

Urplötzlich trifft auch Tony Modeste wieder.

Gegen uns darf er aber mal eine Pause einlegen (lacht). Wissen Sie, nach seinem dritten Saisontor zuletzt in Freiburg habe ich ihm im Flachs geschrieben: «Tony, wenn ich gewusst hätte, dass du so triffst, dann wäre ich nie gewechselt.» Das war natürlich nur ein Spaß, aber er ist endlich wieder fit, spürt Vertrauen und hat so sein Selbstbewusstsein wiedergewonnen. Tony ist ein Gute-Laune-Typ. Und die hat er wieder.

Wie war denn Ihre Laune beim Abschied vom FC? Sind Sie auch im Frust gegangen? Es gab auch Kritik an Ihrer Arbeit.

In erster Linie bin ich gegangen, weil mir in Leipzig eine tolle Perspektive bei einem sehr ambitionierten Klub aufgezeigt wurde. Die Arbeit beim FC wurde einem bestimmt nicht immer leicht gemacht, aber ich hege überhaupt keinen Groll. Bei mir ist vor allem hängengeblieben, dass ich so viele tolle Menschen in und rund um diesen besonderen, emotionalen Klub herum kennengelernt habe.

Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt des FC wurde Sportchef Horst Heldt vor die Tür gesetzt mit der Begründung, dass der Verein mit „der Zusammenstellung des Kaders und der sportlichen Entwicklung“ nicht zufrieden sei. Hat Sie die Trennung von Heldt überrascht?

Um ehrlich zu sein: ja – und auch deren Umstände. Mehr möchte ich dazu aber nicht sagen, ich war zu dem Zeitpunkt auch schon ein paar Monate weg. Aber wie man jetzt erkennt, ist die Mannschaft wohl doch nicht so schlecht zusammengestellt worden. Und zwar mit einem Gros an Spielern, für die Horst Heldt noch verantwortlich zeichnete. Der aktuelle Kader ist im Wesentlichen der Kader von Horst – inklusive des Trainers, der bislang perfekt zum FC passt.

Ist Leipzig am Samstag in Anbetracht der Form beider Teams noch der klare Favorit?

Der FC ist gut drauf, die 25.000 Fans werden die Mannschaft tragen. Uns fehlen unter dem Strich bisher drei Punkte, die sollten wir uns beim FC zurückholen. Und das ist auch unser Anspruch.

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