Germany
This article was added by the user Anna. TheWorldNews is not responsible for the content of the platform.

Letzte Trompetenklänge für den Winter-Michi: Begnadeter Moosburger Musiker gestorben

Er war fürsorglicher Familienmensch, liebte die Geselligkeit, pflegte zuverlässig Freundschaften: Nun ist Michael Winter gestorben.

Moosburg – Er war ein begnadeter Trompeter, der aber nie viel Aufhebens um sein Können gemacht hat. Aber er hat zeitlebens zurecht auf seine musikalischen Fähigkeiten stolz sein können: auf die Arrangements in unterschiedlichen Kapellen und Bands, wie etwa der Jimmy-Thanner-Big-Band oder der Isartaler Blasmusik, mit der er sogar auf Asien-Tour gewesen ist. Nun hat Michael Winter, von Freunden und Wegbegleitern gern Winter-Michi genannt, am 26. September seine Augen für immer geschlossen.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Seine seit vielen Jahren schwere Krankheit, von der er sich eigentlich nicht hatte unterkriegen lassen und gegen die er immer tapfer und zuversichtlich angekämpft hatte, erforderte zuletzt einen Klinikaufenthalt von zweieinhalb Wochen. Einen Tag nach seiner Entlassung jedoch ist er in der Nacht friedlich eingeschlafen – und nicht wieder aufgewacht. Ihm, der vielen Menschen bei deren Beerdigung die letzte Ehre durch seine Trompetenklänge erwiesen hat, wurde diese nun auch zuteil: durch viele ehemalige, langjährige Musikerkollegen.

Er hielt die Kollegen der Big-Band zusammen

Michael Winter war am 6. Oktober 1939 in Moosburg als fünftes Kind der Eheleute Rosalie und Josef Winter geboren worden. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre zum Maschinenschlosser bei der Firma Steinbock (heute Jungheinrich). Nach einigen Stellenwechseln wurde er im Jahr 1968 Siemens-Mitarbeiter, legte 1974 die Prüfung zum Mechaniker-Meister ab, und war dann bis zum Eintritt in den Ruhestand bei dem Konzern in München beschäftigt.

Er spielte in vielen Arrangements, einen ganz besonderen Bezug hatte Winter (hinten, 3. v. l.) zur legendären Jimmy-Thanner-Big-Band.

Wie er die Verbindung mit seinen früheren Kollegen aufrechterhielt, war es ihm ein großes Anliegen, auch mit den musikalischen Freunden von einst in Kontakt zu bleiben. Und das wurde ungemein geschätzt: Als etwa Jimmy Thanner, der Chef der gleichnamigen Big Band, 2018 starb, war es ihm ein besonderes Anliegen, die „Ehemaligen“ zusammen mit Band-Kollegen Dieter Zaft um sich zu sammeln, um über alte Zeiten zu reden, um in Fotoalben zu blättern und in Erinnerungen zu schwelgen. Diese kontinuierlichen Treffen hat er – Corona-bedingt mussten sie zwei Jahre ausgesetzt werden – immer wieder initiiert. Jetzt kann der Winter-Michi nicht mehr Organisator sein: Am 2. Oktober wurde er auf dem Moosburger Friedhof unter großer Anteilnahme zu Grabe getragen.

Weltweit musiziert

Aufgewachsen in einer musikbegeisterten und musikalisch talentierten Familie hat er zuerst Akkordeon spielen gelernt und später dann sein Lieblingsinstrument Trompete. Michael Winter schwärmte – ohne sich anzubiedern – immer noch von seinen Musikaufenthalten in Jordanien und Malaysia. Er spielte auf dem Oktoberfest genauso wie auf kleineren Festen oder war als Trompeter bei Kirchenkonzerten aktiv. Aber der Winter-Michi war nicht nur der volkstümlichen Musik zugetan: Er war ebenso ein Jazzer und spielte auch mit großer Freude in Big Bands und Swing-Arrangements.

Die Trompete war sein Lieblingsinstrument. Michael Winter (vorne Mitte) im musikalischen Einsatz 1985 bei der Mode-Woche-München.

Michael Winter war auch ein Familien-Mensch. Am 23. August 1963 heiratete er seine Elfriede, mit der er 58 Jahre glücklich verheiratet gewesen ist. Als seine Frau aufgrund ihrer Erkrankung vor drei Jahren ins Pflegeheim musste, hat er sich bis zuletzt rührend um sie gekümmert.

Nicht nur Urenkelin Leni vermisst den „Michi-Opa“

Das hat eben einen Winter-Michi neben seinen musikalischen Fähigkeiten ausgezeichnet: Seine Fürsorge, seine Liebe für alle, die ihm nahegestanden haben, aber auch seine Hilfsbereitschaft waren einzigartig. Wenn er sich einbringen konnte, dann brachte er sich ein, denn er war „ein ausgefuchster Tüftler, fähig, Dinge zu reparieren und wieder in Gang zu bringen“, wie sein Sohn Anton es beschreibt.

Aber das ist nunmehr Vergangenheit: Ob Sohn Anton mit Frau Christl, ob Enkelin Stefanie mit Reinhard, deren Hochzeit er noch im Vorjahr erleben durfte – und natürlich sein Liebling, Urenkelin Leni: Sie alle vermissen den „Michi-Opa“ sehr.