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Maske, Testpflicht, Impfung: Kubicki und Lauterbach sind sich bei Streitgespräch permanent uneins

Kubicki wirft in einem Streitgespräch Lauterbach vor, mit seinen Corona-Horrorszenarien ein „Angstmacher“ zu sein. Der SPD-Mann nennt das Polemik.

Berlin - Der FDP-Vize Wolfgang Kubicki und der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach stehen für gegensätzliche Positionen zu den Corona-Maßnahmen. Nun gerieten die beiden am Sonntag (1. August) im Bild-Talk „Die richtigen Fragen“ aneinander. Darin wirft Kubicki Lauterbach vor: „Er hat seine Rolle gefunden, als Kassandra der Republik.“ Es sei mit seinen Horrorszenarien ein „Angstmacher“. Dabei sei es besser, Mut zu machen, als Angst zu verbreiten.

Das ließ Lauterbach nicht auf sich sitzen: „Das ist Polemik. Ich habe sehr früh auch auf Dinge hingewiesen, die uns Hoffnung machen.“ Er glaube übrigens nach wie vor, dass sich mit den Impfungen eine Herdenimmunität erreichen lasse. Wenn er aber als Arzt beschreibe, „dass wir die Pandemie noch nicht bewältigt haben“, dann sei er noch lange kein Angstmacher.

Corona-Duell von Lauterbach und Kubicki: Menschen werden zu „Ordnungswidrigkeitsopfern“

Heftig stritten die beiden Politiker über die neu eingeführte Testpflicht für ungeimpfte Reiserückkehrer. Diese sei, so Lauterbach, wegen der Ausbreitung der Delta-Variante auch nötig. „Die Leute kommen zum Teil aus Ländern mit deutlich höheren Inzidenzen und hatten viele Kontakte.“

Für Kubicki dagegen ist die Testpflicht ein Unding. Denn viele Deutsche hätten wegen der kurzfristigen Anordnung vor ihrer Rückkehr gar keine Chance mehr, noch einen Test zu machen. So mache die Regierung Menschen zu „Ordnungswidrigkeitsopfern“. Dabei seien unter einer Inzidenz von 35 eigentlich gar keine einschränkenden Maßnahmen erlaubt. Die Regierung überschreite hier ihre Kompetenzen.

Corona-Duell von Lauterbach und Kubicki: Streit über Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen

Auch bei der Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen gerieten sich Lauterbach und Kubicki in die Haare. Der FDP-Politiker sagte: „Die Bundesregierung weiß gar nicht, wie einzelne Maßnahmen wirken“, sie verhänge sie aber trotzdem. So gebe es teils noch immer eine Maskenpflicht im Freien, das bringe gar nichts und müsse abgeschafft werden. Er forderte „so schnell wie möglich die Rückkehr zur Normalität“, das sei auch „verfassungsrechtlich“ geboten.

Lauterbach konterte, dass es inzwischen „ganz viele Studien“ gebe, die die Wirksamkeit von Einzelmaßnahmen wie Maskenpflicht belegten. Die Bundesregierung agiere hier nicht ohne Grundlage.

Lauterbach führt gegen eine Aufhebung von Corona-Maßnahmen drei Gründe an. Zum einen gebe es auch unter den umgeimpften Jüngeren welche mit Risikofaktoren, die sterben könnten. Zudem müssten sich mindestens fünf bis zehn Prozent der an Corona Erkrankten mit Long-Covid herumschlagen. Schließlich hätte man Durchbruchsinfektionen bei den Älteren, die Anfang des Jahres geimpft worden seien. Ohne eine Booster-Impfung seien sie bei hohen Fallzahlen stark gefährdet.

Karl Lauterbach (l.) und Wolfgang Kubicki (Archivbild)

Corona-Duell von Lauterbach und Kubicki: „Bin kurz vor dem Wahnsinn“

„Ich bin kurz vor dem Wahnsinn“, entgegnete Kubicki. Mindestens zwölf Millionen Menschen in Deutschland könnten gar keine Impfung erhalten. Bei denen sei das Prinzip, die könnten sich anstecken, weil sie dankenswerter Weise keine schweren Verläufe hätten, hinnehmbar. Dies sei gar nicht abzuwenden, weil sie auch am Leben weiter teilnehmen. Dabei verwies Kubicki auf Dänemark, wo sich das öffentliche Leben fast wieder normalisiert habe.

„Ich habe mich impfen lassen, um mich zu schützen“, so Kubicki. Er vertraue darauf, dass die Impfung diesen Schutz gewährleiste. Er werde sich wahrscheinlich im Herbst auch das dritte Mal impfen lassen. Das sei Eigenvorsorge. Wenn Menschen das nicht wollten, dann „tragen sie ihr Risiko für sich selbst“.

Lauterbach verwies darauf, dass sich Umgeimpfte nicht nur selbst gefährdeten, sondern auch andere. Denn es gebe Menschen, die sich nicht impfen lassen könnten. (mhof)

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Rubriklistenbild: © Political-Moments/Müller-Stauffenberg/Imago (Fotomontage)

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