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Matthias Holderried schießt überragend und räumt einen Extra-Preis ab

Sichtlich zufrieden: Matthias Holderried feierte zum Saisonstart mit Waldkirch nicht nur zwei Siege, auch seine persönliche Bilanz war überragend.

Auch der „Lärm-Orkan“ aus Kuhglocken-Geläut konnte ihn nicht beirren: Luftpistolenschütze Matthias Holderried schoss zum Saisonstart in der Bundesliga überragend - und erhielt dafür einen besonderen Preis.

Tannenberg – Bei jedem perfekten Schuss setzte ein Orkan aus Kuhglocken ein. In diesen Momenten hätte direkt neben Matthias Holderried auch das Geläut seiner Heimatkirche St. Oswald beginnen können, es hätte den Tannenberger (Gemeinde Burggen) in seiner Konzentration überhaupt nicht gestört. „Es war richtig toll, mal wieder einen Wettkampf zu schießen“, fühlte sich der 26-jährige Luftpistolenschütze in Diensten des SV Waldkirch voll in seinem Element und den Lärm als Wohlklang.

Mit dem Start der neuen Saison in der Bundesliga waren auf einem Schlag all die Entbehrungen der langen Pandemie-Pause vergessen. Endlich war ein richtiger Wettkampf vor entfesselten Zuschauern möglich. Holderried beschloss in aller Stille, mal alle Zweifel beiseite zu schieben, ob er nach der langen Abstinenz schon wieder auf Top-Niveau schießen kann. „Ich habe mich gefreut, einfach mal einen schönen Schuss abzugeben“, berichtete er. Er war weder an Ringen noch an Punkten, sondern einzig und allein an einer vollendeten Bewegung interessiert.

5000 Schuss als Extra-Preis für Matthias Holderried

Das verschärfte Trockentraining, das er sich vor dem Auftakt gegen die Schützengilde Ludwigsburg auferlegt hatte, erwies sich als goldrichtig für sein Körpergefühl. Holderried begann mit einer 96, der im zweiten Durchgang eine 94 folgte. Für einen Augenblick vergaß er seine Vorgabe, formvollendet schießen zu wollen. 380 Ringe sollten es bei allem Hang zum Ästhetischen dann doch werden. Und so schoss der Kaderathlet des Deutschen Schützen-Bundes nicht nur schön, sondern auch so erfolgreich, dass man meinte, Holderried zöge mit einer Kuhherde hoch zur Alm. 97 und 96 Zähler in den folgenden Serien bedeuteten insgesamt 383 Ringe und eine Menge Holz für jemanden, der an Nummer drei eingeteilt ist. Der Ludwigsburger Rene Potteck (370), der das Vergnügen hatte, sich mit Holderried zu duellieren, wird sich da ziemlich deplatziert vorgekommen sein gegen den Schönschützen neben ihm im Stand.

Holderrieds Resultat war nicht das einzige Spitzenergebnis, das am ersten Wettkampf-Wochenende aufgestellt wurde. „Die Kader-Leute haben zugelegt“, stellte er fest. Sein Teamgefährte Alexander Kindig steuerte zum 5:0-Erfolg über Ludwigsburg sogar 387 Ringe bei. Obwohl in Fürth kräftig vom Leder gezogen wurde, blieb aber eine Marke noch unangetastet. Der Sponsor der SSG Dynamit hatte für denjenigen, der als erster eine 98 vorweisen kann, eine Stange Munition mit rund 5000 Schuss ausgelobt.

An die satte Prämie dachte Matthias Holderried erst einmal nicht, als er am zweiten Tag gegen den SV Altheim Waldhausen sein Programm begann, die sich am Ende ebenfalls klar mit 0:5 beugen musste. Die ersten beiden Serien brachten dieselben Resultate wie gegen Ludwigsburg (96/94). Aber dann begann er wie ein Künstler seine Schüsse ins Ziel zu malen, was seinen direkten Rivalen Franz Vogel (357) so sehr erstaunte, dass er irgendwie das Zielen vergaß. Auf einmal saßen die Versuche des Waldkirchners alle direkt in der Mitte, weshalb Durchgang Nummer drei mit 98 Ringen endete. Und weil niemand vor ihm diese Marke geknackt hatte, wog Holderrieds Sporttasche etwas schwerer auf dem Nachhauseweg. Zumal er noch eine 97 hineinpackte, was summa summarum 385 Zähler bedeuteten. Es war die höchste Ausbeute, seitdem er in der Bundesliga schießt, und es war auch seine beste Gesamtbilanz an einem Wochenende.