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Max Bertl zum Wildsteiger Ehrenbürger ernannt

Er grinste breit, als er noch einmal nach vorne ging. Eine Anekdote wollte Max Bertl unbedingt noch zum Besten geben, als die Bürgerversammlung eigentlich schon zu Ende war. Und alle blieben sitzen. Bertl hat eben etwas zu erzählen, das weiß wahrlich jeder. „Für die Zeitung ist das aber nichts“, sagte er noch schnell, schmunzelte. Na gut, trotzdem gibt’s ja genug zu berichten.

Wildsteig - Bertl ist immerhin Wildsteigs neuer Ehrenbürger. Und damit der einzig lebende. Zuletzt hatten 2014 Thomas Finkenstädt und 2008 Adolf Steigenberger den Titel verliehen bekommen.

Dass Max Bertl nun als nächstem die Ehrenbürger-Würde verliehen wird, hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen. Josef Taffertshofer durfte den 75-Jährigen vor rund 30 Anwesenden in der Gemeindehalle auszeichnen. „Das ist mir eine große Freude“, sagte der Rathauschef. Bertl sei „eine ganz besondere und herausragende Persönlichkeit für unsere Gemeinde“.

Dass der Wildsteiger einer ist, der vieles in die Hand genommen hat, wissen im Landkreis sicher einige. Auch Taffertshofer. Beim Zusammenschreiben der Posten und Aufgaben war aber auch er überrascht, was der 75-Jährige schon alles geleistet hat.

Theaterspieler war Bertl. Und Hochzeitslader. „Ich habe gehört, du hast eine gute Erfolgsquote“, sagte Taffertshofer, kaum eine Ehe sei danach geschieden worden. Bei der 900-Jahr-Feier Wildsteigs 2010 agierte Bertl als Festleiter – damit war genau der Richtige an diesem Posten, befand Taffertshofer. „Du bist kreativ, hast mutige Ideen und kannst einen Haufen diszipliniert führen“, sagte der Rathauschef und brachte Beispiele dafür: „Wir hatten eigene Spielkarten. Wer kommt auf so eine Idee? Der Max. Wer kommt auf die Idee, eigenes Festbier brauen zu lassen? Und wer schafft es, davon auch eine Brauerei zu überzeugen? Der Max halt!“ Jener Max Bertl eben, der auch Ausstellungen und Münzprägungen anschob. Der 24 Jahre im Gemeinderat saß (1978 bis 2002). Und von 1978 bis 1984 Teil des Pfarrgemeinderats war.

Und der sich auch über die Grenzen Wildsteigs hinaus einen Namen gemacht hat. Als Mitglied im Kreistag zum Beispiel. Als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht. Als Unternehmer, der mit seiner Zimmerei Jobs schaffte und 30 Lehrlinge ausbildete.

Vor allem aber wurde Bertl in Bayern als Vollblut-Trachtler bekannt. Im Trachtenverein Alpengruß Wildsteig engagierte er sich von 1972 bis 2000 im Ausschuss, rund zehn Jahre als zweiter, weitere fünf als erster Vorsitzender. Auch dem Gau stand er zeitweise als zweiter (1982 bis 1987) und erster (1987 bis 2008) Vorsitzender vor, mittlerweile ist Bertl Ehrengauvorstand. Im Lenkungsausschuss trieb er zudem den Umbau des Trachtenkulturzentrums in Holzhausen bei Landshut voran.

Mutig und leidenschaftlich habe sich Bertl stets eingesetzt, sagte Taffertshofer. Dass er dabei oft auf offene Türen stieß, läge vor allem an seinem Wesen. „Deine Person spricht Menschen an, du hast für Wildsteig und unsere bayerische Heimat viel erreicht.“ Bertl bekam einst sogar eine Audienz bei Papst Benedikt XVI. Und traf den damaligen amerikanischen Präsidenten Barack Obama. „Der wird sich noch an dich erinnern“, ist Wildsteigs Bürgermeister sicher. „Du bist spannend, aber nicht aufdringlich. Einfach ein besonderer Bürger.“

Und obendrein ein lustiger Zeitgenosse, verriet Taffertshofer. „Wo man feiert, da ist der Max. Und wo du bist, da ist etwas los.“

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