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Medaille für couragierte Freisinger: Lebensretter, S-Bahn-Held und aufmerksame Nachbarinnen

Die „Courage-Medaille“ aus dem bayerischen Innenministerium befindet sich nun im Besitz von vier Landkreis-Bürgern. Die Lobeshymne kam von Minister Herrmann.

Freising - „Wir brauchen solche Menschen wie Sie. Sie alle sind großartige Vorbilder.“ Diese Worte stammen von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und sind den 34 Bürgerinnen und Bürgern gewidmet, denen am Donnerstagvormittag in der Alten Kongresshalle in München die Medaille für Verdiente um die Innere Sicherheit für vorbildliche Zivilcourage ausgehändigt wurde. Unter ihnen befanden sich auch zwei Freisinger und zwei Echinger.

Die Verleihung der – kürzer ausgedrückt – „Courage-Medaille“ hat ihren Ursprung in dem Tod von Dominik Brunner, der 2009 Jugendliche vor einem gewalttätigen Übergriff in einer Münchner S-Bahn schützen wollte und dabei selber ums Leben kam. Ein Fall, der durchaus Parallelen zu den Geschehnissen im April 2019 in einer S-Bahn zwischen Neufahrn und Freising hat, in der der heute 28-jährige Marco Schmidt saß. Er bemerkte erst spät, wie ein betrunkener Mann, der vom Volksfest Neufahrn kam, Fahrgäste einschüchterte und dann seinem eigenen, ebenso alkoholisierten Kumpel einen Faustschlag verpasste. Da wusste Schmidt: „Jetzt muss ich was tun.“

Marco Schmidt war plötzlich in der S-Bahn gefordert

Da es dem 1,94 Meter großen Ex-Kampfsportler nicht gelang, den Schläger zu beruhigen („Er drohte mir, mich abzustechen und meine Familie zu töten“), griff er zu, drückte den Randalierer nach einer Rangelei zu Boden und hielt ihn da so lange fest, bis er ihn an der Endstation in Freising der Polizei übergeben konnte.

Die benötigte bei einem brutalen Überfall im Februar 2018 in Eching ein paar Stunden länger, um den Täter zu fassen. Weil ihm die Geschädigte allerdings die Sturmhaube vom Gesicht reißen und ihn als jemanden aus ihrem Bekanntenkreis identifizieren konnte, war dessen Flucht aus deren Echinger Wohnung von keinem großen Erfolg gekrönt. Dass der Mann, der inzwischen eine mehrjährige Haftstrafe absitzt, überhaupt so in die Defensive gedrängt wurde, lag in erster Linie an den Nachbarinnen des Opfers, Susanne Rörentrop (52) und Nina Jacobi (56). Die beiden waren in den frühen Morgenstunden auf die Schreie der Frau aufmerksam geworden. „Obwohl wir kurz überlegten, ob sie vielleicht nur schlecht geschlafen hat, sind wir sofort rauf in ihre Wohnung“, erinnert sich Rörentrop. Dort bedrängten sie den Mann, der die Nachbarin zuvor mit einem Gummihammer am Kopf verletzt hatte, so erfolgreich, dass er von ihr abließ und sich aus dem Staub machte. Auf der A 9 bei Bayreuth wurde er noch am selben Tag festgenommen.

„10, 15 Einstiche“ - ein 68-jähriger Freisinger als Lebensretter

Als Lebensretter darf sich seit dem 30. Dezember 2018 der Freisinger Georg Leinthaler (68) fühlen. Er war gegen 23 Uhr mit seinem Hund unterwegs, als er auf einem Schulparkplatz mitbekam, wie zwei Personen offenbar stritten. Als er dumpfe Schläge hörte, wurde er allerdings misstrauisch und rief: „Was ist hier los, was machen Sie hier?“ Da flüchtete der Täter.

Als sich Leinthaler dem Auto näherte, das er als den Pkw eines Bekannten ausmachte, lag dieser blutüberströmt im Innenraum – das Ergebnis von „10, 15 Einstichen mit einem Küchenmesser“, erinnert sich der 68-Jährige, „einer sogar im Herzbereich“. Wäre der ehemalige Berufssoldat, der sich sofort um die Blutungen kümmerte, nur fünf bis zehn Minuten später aufgetaucht, hätte das Opfer den Messerangriff wohl nicht überlebt. Der Flüchtige, der laut Leinthaler finanzielle Absichten hatte, „aber statt der Geld- die Sporttasche aus dem Auto mitgenommen hatte“, wurde wenig später von der Freisinger Polizei festgenommen. Inzwischen verbüßt er eine zwölfjährige Haftstrafe.

ba

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