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Metertiefer Krater in Bachem: Heimatforscher warnt vor weiteren Einstürzen in Frechen

Heimatforscher Egon Heeg ist sich sicher: Ein nach dem Starkregen abgesackter Luftschutzstollen ist die Ursache dafür, dass in Bachem in der Nähe des Spielplatzes zwischen der Hubert-Prott-Straße und der Fürstenbergstraße ein tiefes, drei mal drei Meter großes Loch entstanden ist.

„Frechen war im Zweiten Weltkrieg die wahrscheinlich meist unterbunkerte Kommune in der Region“, berichtet er: „Vor allem die damalige Kernsiedlung ist seitdem in weiten Teilen wie ein Schweizer Käse unterirdisch durchlöchert.“

Aus heutiger Sicht besonders gefährlich seien die vielen großflächigen, zehn bis zwölf Meter tiefen Luftschutzstollen, die oft wie im Bergbau mit Holzstämmen und Brettern verzimmert worden seien. „Es besteht von Jahr zu Jahr zunehmend die Gefahr, dass das Holz fault und die Stollen einstürzen“, so Heeg.

78 unterirdische Bauten in Frechen verzeichnet

Um den Gefahren vorzubeugen, habe die Stadt Frechen nach dem Krieg alle Luftschutzstollen und Bunker, von denen es noch genaue Bauzeichnungen gab, in einem Lageplan festgehalten. Darin verzeichnet seien 78 unterirdische Bauten, darunter mit der Nummer 56 auch ein Luftschutzstollen in dem Bereich, in dem es nun zu der Absackung gekommen ist.

Der Plan enthalte zwar nicht alle Frechener Bunker des Zweiten Weltkrieges, wohl aber die weitläufigen, einsturzgefährdeten Stollen. „Ich habe immer wieder mündlich oder schriftlich auf die einsturzträchtigen »Bunkerzeitbomben« hingewiesen“, sagt Heeg. Auf den jetzt eingestürzten Stollen in Bachem und auf die von ihm ausgehende Gefahr habe er noch 2020 im Jahresheft der Mauritiusbruderschaft aufmerksam gemacht.

Frechener befürchtet, dass Schlimmeres passieren könnte

„Wenn schon nicht alle Luftschutzstollen wegen der immensen Kosten verfüllt werden können, müssten zumindest mögliche Bauherren, die in den bekannten Bunkerbereichen bauen wollen, automatisch vorher über die mögliche Einsturzgefahr informiert werden“, meint Heeg. Er befürchtet, dass Schlimmeres passieren könnte: „Was ist, wenn einer der vielen großen Stollen, beispielsweise der unter dem nördlichen Johann-Schmitz-Platz, der vom Alten Rathaus bis zur Marienschule reicht, auch eines Tages punktuell einstürzt, etwa unter der Belastung durch das Marktgeschehen?“

Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, sei der Bereich um die Absackung an der Hubert-Prott-Straße sofort großräumig abgesperrt worden, so dass keine Gefahr für die Bürgerinnen und Bürger bestanden habe. „Dass diese Absackung mit einem Luftschutzstollen in Zusammenhang steht, wird zurzeit nur vermutet“, so der Technische Beigeordnete Robert Lehmann. Nach städtischen Unterlagen sei die Bunkeranlage in zehn Metern Tiefe in den 60er-Jahren eingeschlämmt und beseitigt worden.

Die Stadt Frechen will die Stelle im August untersuchen lassen

In der ersten Augustwoche soll ein Sachverständiger den Bereich begutachten. Unter anderem soll er untersuchen, ob es dort weitere Hohlräume gibt. Ein Zusammenhang mit der städtischen Kanalisation sei auszuschließen, so Lehmann. Am Dienstag sei die vorhandene Erdöffnung bereits mit Kies verfüllt worden.

Wie der Technische Beigeordnete weiter erläutert, informiere die Stadt Frechen Bauherren bereits heute über vorhandene Luftschutzstollen auf ihren Baugrundstücken, wenn beispielsweise Abrisse oder Bauantragsverfahren eingehen. Dann könnten auch entsprechende Sicherungsmaßnahmen erfolgen.

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