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Minimallösung nach Anwohner-Klage: Freibad wird saniert

Das Freibad in Maisach wird für geschätzte 1,5 Millionen Euro saniert. Der Gemeinderat beschloss die Minimallösung, damit die nächsten paar Jahre gebadet werden kann. An Spaßelemente im Wasser ist derzeit nicht zu denken – sonst droht neuer Ärger.

Maisach – Wie berichtet hatte eine Anwohnerin wegen des Lärms aus dem Freibad eine Klage angestrengt. Sie forderte eine Einschränkung des Betriebs. Das Münchner Verwaltungsgericht wies die Klage aber ab. Für das Freibad in seiner jetzigen Form besteht also vereinfacht gesagt Bestandschutz.

Warten auf die Urteilsbegründung

Allerdings liegt noch immer keine Urteilsbegründung vor. So konnte in der Gemeinderatssitzung nur gemutmaßt werden, welchen weiteren Weg man gehen kann. Fest steht: Eine Sanierung ist nötig. So beschloss das Gremium, in neue Technik und Leitungen zu investieren. Das könnte bis zu 1,5 Millionen Euro kosten. Problem: Handelt man nicht, kann das Bad bald nicht mehr geöffnet werden.

Auch das Becken müsste erneuert werden. Man hatte sich für ein neues Edelstahlbecken mit neuer Aufteilung entschieden: Eine kürzere Bahn, dafür in der anderen Hälfte „Spaßelemente“ wie ein Strudel und Nackenduschen. Samt neuer Rutsche würde das bis zu 1,4 Millionen Euro kosten.

Becken flicken für ein paar tausend Euro

Doch das Maisacher Bad muss ein Sportbad bleiben und darf – weil dann niedrigere Lärmgrenzen gelten würden – nicht zum Spaßbad werden. Das habe man ganz deutlich bei der Gerichtsverhandlung herausgehört, sagte Bauamtsleiterin Petra Endres im Gemeinderat. Also kein neues Becken, keine Spielereien. Das alte Becken wird für ein paar tausend Euro geflickt und müsste so für die nächsten paar Jahre halten. „Sobald wir bauliche Veränderungen vornehmen, die die Attraktivität des Bads wesentlich steigern, könnte sich die Einschätzung des Gerichts ändern“, mahnte Petra Endres.

Schon vor dem Start der Badesaison 2022 soll das Becken geflickt werden. Der Eingriff in die Technik könnte im Herbst 2022 erledigt werden.

Auf Antrag von Freibad-Referent Christian Kemether (CSU) soll ermittelt werden, was die Sanierung von Duschen, Umkleiden und WCs im bestehenden Gebäude kosten würde. Denn wenn das Bad am Standort bleibt – von einem Neubau an anderer Stelle war nicht mehr die Rede –, dann muss auch hier investiert werden. Den Bestand zu sanieren, sollte nach Einschätzung der Verwaltung unproblematisch sein.

Gebäuderiegel könnte Lärm abschirmen

Eine mögliche neue Richtung könnte aufgezeigt werden, sobald ein von der Gemeinde beauftragtes Gutachten vorliegt: Ein Ingenieurbüro ermittelt gerade, ob und wie ein Gebäuderiegel zwischen Becken und Wohnsiedlung den Lärm aus dem Bad minimieren würde. Die Planer wollen aber auch die Urteilsbegründung abwarten.

Spaßelemente auf Wiedervorlage

Daher beschloss der Gemeinderat, die Planung mit den Spaßelementen noch nicht ganz ad acta zu legen. Man will das Gutachten abwarten. „Eine hundertprozentige Rechtssicherheit gibt es aber nie“, betonte Bauamtsleiterin Petra Endres. Die Klägerin könne in Revision oder in Berufung gehen. Oder ein anderer Anwohner des Maisacher Freibads könnte klagen.