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Minister Glauber gibt Hochwasserrückhaltebecken in Eurishofen frei

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (2. re.) hat am Mittwoch das Rückhaltebecken in Eurishofen eingeweiht. Mit dabei waren die MdL‘s Angelika Schorer (CSU) und Bernhard Pohl (FW) sowie Josef Schweinberger (rechts), ehemaliger Bürgermeister von Buchloe.

Jengen/Günztal – Hochwasserschutz ist für die Kommunen eine entscheidende Zukunftsaufgabe. Das betonte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber am vergangenen Mittwoch bei der Einweihung von zwei Rückhaltebecken verschiedener Hochwasserschutzmaßnahmen in Eurishofen (Ostallgäu/Jengen) und Ottobeuren im Günztal (Unterallgäu).

„Der Klimawandel ist spürbar. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass Starkregenereignisse immer häufiger werden. Darauf müssen wir uns vor Ort vorbereiten. Aus einem kleinen und ruhigen Bach kann in kürzester Zeit ein reißender Strom werden. Das haben wir in diesem Sommer in katastrophalem Ausmaß erlebt. Bayern soll klimasicher werden. Wir brauchen den bestmöglichen Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger. Dafür bauen wir den Hochwasserschutz stetig aus und stehen dabei fest an der Seite der Kommunen“, betonte Glauber in seiner Ansprache. Durch die beiden Hochwasserschutzprojekte im Ost- und Unterallgäu werden insbesondere Maßnahmen zum Rückhalt des Wassers in der Fläche realisiert, so Bayerns Umweltminister.

Das Hochwasserrückhaltebecken Eurishofen in der Gemeinde Jengen bildet den Abschluss von insgesamt zehn Becken des Zweckverbandes Gennach-Hühnerbach. Elf Kommunen haben sich 2007 zu dem Zweckverband zusammengeschlossen und unter finanzieller Beteiligung des Freistaats Bayern einen umfassenden Hochwasserschutz aus Rückhaltebecken sowie Gewässerausbau- und Renaturierungsmaßnahmen entlang der Flüsse Gennach und Hühnerbach realisiert. Glauber: „Der Zweckverband Gennach-Hühnerbach hat in Rekordzeit ein Vorzeigeprojekt umgesetzt. Die zehn Rückhaltebecken und weitere Maßnahmen vor Ort sind dezentraler Hochwasserschutz in Reinkultur. Sie schützen die Bürgerinnen und Bürger entlang von Gennach und Hühnerbach vor einem hundertjährlichen Hochwasser.“ Auch ein Klimazuschlag wurde dabei berücksichtigt, sagte Glauber auf der Einweihungsfeier des Rückhaltebeckens Eurishofen.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen liegen bei rund 30 Millionen Euro und bieten im Hochwasserfall ein Rückhaltevolumen von rund 1,7 Millionen Kubikmetern Wasser. Freistaat und EU fördern die Hochwasserschutzmaßnahmen mit bis zu 75 Prozent.

Auch im Günztal wird der Hochwasserschutz vom Freistaat vorangetrieben. Mit dem Hochwasserrückhaltebecken Eldern ist das erste von insgesamt fünf Rückhaltebecken fertiggestellt worden. Bei der Einweihung des Rückhaltebeckens in Ottobeuren betonte Glauber: „Das Hochwasserrückhaltebecken Eldern ist das Kernstück des überregionalen Hochwasserschutzprojekts entlang der Günz. Die umfassenden Schutzeinrichtungen bedeuten ein deutliches Plus an Sicherheit für die Menschen vor Ort. Sie bieten Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis samt Klimazuschlag.“

Die Günz einschließlich ihrer Zuflüsse bildet das längste Bachsystem Bayerns. Dem Schadenspotential bei einem 100-jährlichen Hochwasser wird mit insgesamt fünf Rückhaltebecken in Eldern bei Ottobeuren, Westerheim, Engetried, Sontheim sowie Frechenrieden mit einem Gesamtrückhaltevolumen von über acht Millionen Kubikmetern sowie weiteren Maßnahmen begegnet. Für das erste Hochwasserrückhaltebecken in Ottobeuren wurden rund 800 Meter Dämme mit bis zu elf Metern Höhe errichtet. Rund 1,6 Millionen Kubikmeter Hochwasserabfluss können dadurch zwischengespeichert werden. Das Gesamtvolumen der Hochwasserschutzmaßnahmen im Günztal beträgt rund 75 Millionen Euro. Die von der Maßnahme profitierenden Gemeinden haben sich zu einem Hochwasserschutz-Zweckverband zusammengeschlossen und unterhalten die Anlagen nach ihrer Fertigstellung für die nächsten 100 Jahre eigenverantwortlich.

Der Hochwasserschutz in Bayern soll auch in Zukunft kraftvoll ausgebaut werden: Insgesamt zwei Milliarden Euro sollen im Rahmen des laufenden Gewässer-Aktionsprogramms bis Ende 2030 investiert werden. Weitere 150.000 Menschen sollen damit in Bayern gezielt vor einem Jahrhunderthochwasser geschützt werden.

kb

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