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Missbrauch im Erzbistum Köln: Konflikt der Laienvertreter mit Kardinal Woelki verschärft sich

Missbrauch im Erzbistum Köln : Konflikt der Laienvertreter mit Kardinal Woelki verschärft sich

Im Streit um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle im Erzbistum Köln hat der Diözesanrat den Kölner Kardinal erneut scharf kritisiert. Er widerspricht ihnen. Was Woelki vorgeworfen wird.

In der Debatte um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln verschärft sich der Konflikt zwischen der katholischen Laienvertretung und Erzbischof Rainer Maria Woelki. „Mit Kardinal Woelki haben wir jetzt einen toten Punkt erreicht“, erklärte der Diözesanrat am Donnerstag nach einer außerordentlichen Vollversammlung: „Wir nehmen mit Bitterkeit wahr, dass wir nicht mehr weiterkommen.“

Kritik übt das Gremium daran, das Woelki nicht seiner Einladung zur Vollversammlung am Mittwoch gefolgt ist. Er habe „seit mehreren Jahren“ an den Sitzungen nicht teilgenommen. „In dieser Situation, in der wir gerade sind, muss man als Bistumsleitung doch alles dafür tun, hier in der Vollversammlung präsent zu sein und miteinander zu sprechen“, erklärte Diözesanratsvorsitzender Tim Kurzbach.

Woelki betont dagegen in einem vor der Versammlung verschickten Brief an das Gremium seinen Willen zu einem „echten und ehrlichen Dialog“. Selbstverständlich nehme er die Stellungnahmen des Diözesanrates deutlich zur Kenntnis, heißt es in dem der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) vorliegenden Schreiben. Sie hätten „auch Einfluss auf mein Handeln und Planen – auch wenn es im Sinne eines fruchtbringenden Dialogs nicht auf jede einzelne eine öffentliche (Gegen-)Stellungnahme gab“, so der Kardinal. Der Diözesanrat kritisierte den Briefinhalt als „verschobene Wahrheit“.

Kurzbach bezeichnete die Kommunikation des Erzbistums in der Missbrauchsaufarbeitung als „katastrophal“. „Wenn uns die Bistumsleitung immer wieder versucht zu erklären, dass auch Vorgänge, die moralisch völlig inakzeptabel sind, in einer irgendwie verquasten kirchenrechtlichen Betrachtung dann doch nicht so schlimm sind, dann merken alle im Bistum, dass das mit unserer Wertehaltung in der Kirche gar nichts mehr zu tun hat“, sagte er in einem Interview des Portals katholisch.de.

Damit bezog sich Kurzbach auf den Fall des Priesters D., der Kontakt mit einem 17-jährigen Prostituierten hatte und später von Woelki zum stellvertretenden Stadtdechanten von Düsseldorf befördert worden war. Das Erzbistum Köln hatte betont, dass es sich damals weder nach weltlichem noch kirchlichem Recht um eine Straftat gehandelt habe. Kurzbach erklärte: „Es wäre doch das natürlichste von der Welt, einfach zu sagen: Es ist völlig inakzeptabel, wenn ein Priester mit einem Minderjährigen so etwas tut, und wir bitten um Verzeihung für unsere Fehlentscheidung damals.“

Der Laienvertreter lobte die inzwischen beendete Prüfung des Erzbistums Köln durch zwei Bischöfe, bei der sie auch den Diözesanrat angehört hatten. „Ich habe wahrgenommen, dass die beiden Visitatoren und ihre Assistenten sehr akribisch sowie sehr interessiert am Detail und an umfassenden Informationen waren.“ Mit dem Bericht der beiden Prüfer habe der Papst „eine klare und gute Situationsanalyse über das Erzbistum Köln“ in der Hand. Er dränge darauf, dass nun eine schnelle Entscheidung zur Zukunft des Erzbistums getroffen werde, so Kurzbach.

Der Diözesanrat hatte in den vergangenen Monaten immer wieder massive Kritik an der Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln geübt. Im Januar hatte das Gremium aus Protest seine Zusammenarbeit mit der Bistumsleitung an der Strukturreform in der Erzdiözese ausgesetzt. Im März hatte das Erzbistum nach langem Streit ein Gutachten zu sexuellem Missbrauch veröffentlicht.

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