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Modernisierung für Bernbeurens Trinkwasserversorgung

Einer der beiden Hochbehälter der Wasserversorgung Bernbeuren am Auerberg.

Bernbeuren – Die Trinkwasserversorgung Bernbeurens soll auf den neuesten Stand gebracht werden. In der Gemeinderatssitzung stellte ein Ingenieurbüro aus Börwang die Pläne vor, baulich und technisch soll die rund vier Jahrzehnte alte Wasserversorgung mit zwei Hochbehältern modernisiert werden. Damit reagiert die Gemeinde auch auf Probleme mit der Wasserqualität im vergangenen Jahr.

Mitte der Achtzigerjahre erhielt Bernbeuren eine neue Trinkwasserversorgung mit zwei Hochbehältern, einer davon auf dem Auerberg, diversen Brunnen und Pumpwerk. Trotz konstanten Instandhaltungsmaßnahmen ist die seinerzeit hochmoderne Anlage nun in die Jahre gekommen, immer wieder gab es deswegen Diskussionen im Gemeinderat. Nicht zuletzt aber der Keimbefall im vergangenen Jahr, aufgrund dessen das Trinkwasser gechlort werden musste, führte die Notwendigkeit für eine umfassende Modernisierung vor Augen. So stellte das Ingenieurbüro Amann und Bäumler aus dem Oberallgäuer Haldenwang die Pläne vor, bei denen insbesondere die Hochbehälter, das Pumpwerk und das Leitungsnetz saniert bzw. modernisiert werden sollen. Im vergangenen Jahr hatten diverse Behörden eine Sanierung im Nachgang zur Verkeimung des Trinkwassers angeregt.

Vor allem die beiden Hochbehälter müssen technisch und vor allem baulich saniert werden. Sie sind eine Art Zwischenspeicher für das Wasser, nachdem es aus dem Aquifer gefördert wurde, und werden an morphologisch hochgelegenen Punkten angelegt. In der Ebene sind es Wassertürme, wie etwa in Buchloe, von wo das Trinkwasser über die Schwerkraft in das Versorgungsnetz eingespeist wird. Zumeist wurden diese Wasserreservoire gefliest oder betoniert, weshalb sie in regelmäßigen Abständen gereinigt und auf Schäden überprüft werden müssen. Deshalb auch heißt die Wunschlösung nun Edelstahl. Zwar ist diese Form der Sanierung der Hochbehälter mit die teuerste, auf einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten gesehen aber die günstigere Variante. Edelstahl ist rostfrei, kälte- und hitzebeständig und auch gegen UV-Strahlung resistent. Größtes Plus aber ist die sehr glatte Oberfläche, wo sich keine Keime oder Bakterien festsetzen können bzw. die dadurch leichter zu reinigen sind im Gegensatz zu Kunststofffolien. Insbesondere das Eindringen von Keimen war vergangenes Jahr ein großes Problem.

Mehr technischer als baulicher Natur ist die geplante Sanierung der Brunnen und Pumpwerke in Kaltenbrunn und Türkenbach. Dabei wird neben der technischen auch die elektrotechnische Einrichtung auf Stand gebracht. Sie soll auch die Wasserverluste im Leitungsnetz Bernbeurens senken. Rund ein Drittel des Nass‘ geht derzeit noch verloren, erklärte der Ingenieur des Planungsbüros. Durch die Modernisierung hofft Bürgermeister Karl Schleich, den Bedarf von knapp 200.000 auf etwa 175.000 Kubikmeter senken zu können. Das soll durch moderne Regel- und Analysetechnik geschehen, mit deren Hilfe sich Lecks und Verluste schneller finden lassen.

Die Kosten für die Modernisierung bezifferten die Ingenieure auf rund 2,2 Millionen Euro netto, gut ein Drittel gibt es als staatlichen Zuschuss. Auf gemeindlicher Seite wird die Maßnahme durch einen erhöhten Wasserbeitrag finanziert, die Trinkwasserversorgung gehört zu den Einrichtungen, die ihre Kosten auf die Teilnehmer umlegen muss. Als nächstes müssen nun die Förderanträge gestellt werden, danach können die Baumaßnahmen ausgeschrieben und die Aufträge vergeben werden.