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Na dann Prost: Ein neues Buch über das Beuerberger Stiftsbier

Aus Anlass von 900 Jahren Kloster Beuerberg ist ein neues Buch über die Geschichte des Stiftsbiers erschienen. Es steckt voller Informationen und Anekdoten.

Beuerberg – Klöster und Bier, das gehört einfach zusammen. Aufs Bierbrauen verstanden sich die Mönche, nicht ohne Grund zieren sie bis heute Flaschenetiketten und Bierdeckel. Vor allem Bayern hat eine lange klösterliche Brautradition. Da macht das Kloster Beuerberg keine Ausnahme. Viel Interessantes über das „Beuerberger Stiftsbier“ bündeln der Eurasburger Karl-Heinz Eigner und der ausgewiesene Bier(Krug)-Experte Siegfried Rübensaal aus Lengdorf (Landkreis Erding) in ihrer Dokumentation gleichen Titels, die sie aus Anlass des 900-jährigen Jubiläums von Dorf und Kloster verfasst haben.

Bis zur Säkularisation im Jahr 1803 gab es das Beuerberger Stiftsbier 250 Jahre lang, allerdings mussten die Pröbste des Augustiner-Chorherrenstifts ihren braunen Gerstensaft lange Zeit im „Exil“ brauen. Denn um das Braurecht in Beuerberg musste das Kloster kämpfen. Ob schon vorher im Kloster Bier konsumiert wurde, ist nicht bekannt.

Gesichert ist jedoch, dass ab 1553, nachdem durch den damaligen Probst Leonhard Mochinger in Wolfratshausen Grundstücke erworben wurden „und dort, wo sich heute noch die später mit dem Namen Haderbräu versehene Liegenschaft befindet“, eine Brauerei eingerichtet wurde. In dieser Braustätte sei es jedoch nur erlaubt gewesen, „für den Eigengebrauch des Klosters sowohl Konventbier als auch das weniger alkoholhaltige Dienerbier zu brauen“.

Ein aufmüpfiges Lied aus der Napoleon-Zeit

Allgemein werde davon ausgegangen, dass „das Kloster erst 1696 formal sein Brauprivileg in Beuerberg nebst zugehörigem Schankrecht in seinem Gebiet bekam“. Zudem wurde bei den Klosterwirten in St. Heinrich und Beuerberg das Klosterbier ausgeschenkt. Als Braustätte diente damals der heutige Josefstrakt. „Neben der Sudpfanne wird auch der Gärkeller im Josephshaus untergebracht gewesen sein“, heißt es in der 32-Seiten umfassenden Dokumentation.

Die Publikation, die auch die Wein-Historie des Klosters streift, ist im Wesentlichen ein Extrakt aus dem zweibändigen, 900 Seiten starken Werk „Eurasburger Bier“, das die zwei Autoren vor fünf Jahren verfasst hatten. „Den zwei Schinken haben wir quasi als Highlight das Beuerberger Bier aufgesetzt“, sagt Rübensaal. Auch Eigner macht deutlich, dass es die neue Broschüre nicht gegeben hätte ohne die damals fast 7000 Stunden umfassende Recherche in Archiven und Museen.

Dennoch recherchierten Eigner und Rübensaal auch zum Stiftsbier noch einmal in den Archiven und machten dabei eine höchst interessante Entdeckung. „Das war ein überraschender Aspekt“, sagt Eigner zu dem „Liederbüchlein“ von Alipius Seitz, einem der letzten 14 Chorherren in Beuerberg. Dessen Neffe und Chorsänger Marcus Seitz hatte mit Einträgen in das Büchlein begonnen während seiner Zeit am Tegernseer Klostergymnasium, auf das er 1801 als zwölfjähriger Schüler gewechselt war. 1804, kurz nach der Aufhebung der ständischen Klöster Beuerberg und Tegernsee, übergab er sein „liebstes Büchlein“ seinem Onkel Alipius, der dem Buch weitere Einträge hinzufügte.

Der erste Eintrag ist das Lied „Das Bier“, nach Auffassung von Eigner und Rübensaal ein politisch brisanter Fund. „Das Bierlied hat verschiedene Deutungsebenen. Es ist auch ein politisches Lied“, erläutert Eigner. „Und die politische Lesart ist anti-napoleonisch.“ Rübensaal stimmt zu: „Das ist napoleonische Zeitgeschichte vom Feinsten.“

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Die Säkularisation zeitigte zwar das Ende der Beuerberger Stiftsbrauerei, sie war jedoch noch nicht das Ende des Bierbrauens in Beuerberg, wie in einem Anhang ausführlich erläutert wird. Erst zum Sudjahr 1849/50 wurde die Beuerberger Brauerei geschlossen, nachdem der Betrieb wahrscheinlich schon drei Jahre eingestellt worden war.

Bürgermeister Moritz Sappl zeigte sich bei der Präsentation der Publikation aus Anlass des 900-jährigen Jubiläums angetan und „sehr glücklich, so viel Fachkunde am Ort zu haben“. Es sei durch die Arbeit der beiden Experten „sehr viel Wissen zusammengefasst, das für die nächsten Jahrhunderte wieder zur Verfügung steht.“ Erhältlich ist die Publikation „Beuerberger Stiftsbier“ zum Preis von acht Euro im Eurasburger Rathaus.

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