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Nach dem Crash-Jahr 2020: Wie blicken Uhrenmarken-CEOs in die Zukunft?

In der Schweiz, hier der Genfer See, sind viele berühmte Uhrenmanufakturen beheimatet.Unsplash / Lukas Blaskevicius

Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange & Söhne

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange & Söhne
Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange & Söhne
Wilhelm Schmid, CEO von A. Lange & Söhne

Die Luxusgüterindustrie erlebt derzeit weltweit einen Aufschwung, den auch wir spüren. Das Interesse an unseren Uhren und der dahinterstehenden Handwerkskunst hat nicht nachgelassen.

Was macht Sie eher ratlos?

Ratlosigkeit ist keine Option. Die Pandemie hat uns bewusst gemacht, wie schnell und flexibel wir uns selbst auf radikalste Veränderungen einstellen können. Auf diese Weise gewinnen wir täglich neue Erfahrungen, von denen wir in Zukunft profitieren werden.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Ich bin davon überzeugt, dass wir Messen mit Live-Publikum bald auch in Europa wieder erleben. Unabhängig davon werden wir digitale Formate wie Webinare und das Remote-Fotostudio verstärkt in unsere Messeauftritte integrieren, um die Reichweite zu erhöhen.

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Jean-Christophe Babin, CEO von Bulgari

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Jean-Christophe Babin, CEO von Bulgari

Ich bin von Natur aus ein optimistischer Mensch. Dennoch muss ich natürlich die Marktrealitäten analysieren und die strategischen Weichen so stellen, dass wir den durch Covid-19 angestoßenen Veränderungen bestmöglich begegnen. Das betrifft neue Trends und Wünsche seitens unserer Kunden ebenso wie die Tools und Fähigkeiten, die wir uns in den vergangenen Monaten zugelegt haben. E-Commerce und extreme Agilität in unseren Manufakturen sind hierbei sicherlich wichtige Schlüsselbegriffe.

Was wir in meinen Augen vor allem durch die Pandemie lernen konnten: Wir sind alle auf vielfältigste Weise miteinander und mit der Natur verbunden, woraus hoffentlich ein neuerliches Verantwortungsbewusstsein erwächst. Für die Gesellschaft und unseren Planeten. Auf der geschäftlichen Ebene hat sich für uns ausgezahlt, bei Entscheidungen für die Zukunft eine gute Balance zwischen dem entschlossenen, mutigen Nutzen neuer Chancen und der Optimierung des Bestehenden zu finden. Wir sind heute näher am Kunden, treten digitaler auf, arbeiten smarter und ortsunabhängiger und haben durch das Herunterfahren unnötiger (Reise-)Kosten wichtige Spielräume geschaffen.

Was macht Sie eher ratlos?

Die fordernde und sehr dynamische Situation hat beim einen oder anderen in der Uhrenindustrie dazu geführt, auf der Stelle zu verharren und sehr konservativ zu agieren. Ich kann das zwar verstehen, halte es aber für eine Gedankenfalle. Gerade jetzt müssen wir voller Zuversicht gemeinsam an neuen Visionen für unsere Branche feilen und neue 360-Grad-Ansätze wagen ohne wichtige Werte wie Handwerk, Authentizität, zeitlose Qualität und ethisches Handeln zu vernachlässigen.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Die globale Reichweiter von virtuellen Events besitzt eine große Kosteneffizienz und spart allen Beteiligten enorm viel Zeit. So konnten meine Kollegen und ich während der LVMH Watch Week im Januar innerhalb von nur drei Tagen der rundum den Globus zugeschalteten Fachwelt unsere wichtigsten Neuheiten präsentieren. Gleichwohl bleibt die typische italienische Gastfreundschaft ein essentieller Teil des Markenkerns von Bulgari. Der Mix aus beidem, jeweils zur passenden Zeit, erscheint mir angebracht.

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Sascha Moeri, CEO von Carl F. Bucherer

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Sascha Moeri, CEO von Carl F. Bucherer
Sascha Moeri, CEO von Carl F. Bucherer
Sascha Moeri, CEO von Carl F. Bucherer

Als 133-jährige Manufaktur, die bis heute von der Gründerfamilie geführt wird, stehen wir auf einem sehr soliden Fundament. Und: Wir sind extrem flexibel und schnell in der Umsetzung, und konnten die Zeit der Krise effizient für die Entwicklung neuer Konzepte und Ideen nutzen. Deswegen schauen wir zwar nicht überschwänglich, aber optimistisch in die Zukunft.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Das Zusammenrücken der Branche wie beispielsweise bei der digitalen Version der MEsse Watches & Wonders. Hier ist es der Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) gelungen, einen großen Teil der internationalen Uhrenindustrie zu versammeln. Das war ein wichtiges Zeichen mit extrem positivem Feedback seitens der Kunden und Medien. Dennoch bin ich der gleichen Meinung Jörg G. Bucherer: „Nichts kann einen Handschlag ersetzen.“ Hier gilt es, eine gesunde Balance zwischen digitalem und physischem Markenerlebnis zu finden.

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Renaud Lestringant, Managing Director Northern Europe von Cartier

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Renaud Lestringant, Managing Director Northern Europe von Cartier
Renaud Lestringant, Managing Director Northern Europe von Cartier
Renaud Lestringant, Managing Director Northern Europe von Cartier

Wir haben eine große Resilienz bewiesen und sind dank der über lange Zeit gewachsenen guten Beziehung zu unseren Kunden gestärkt und mit gestiegenem Marktanteil aus der Krise hervorgegangen. Möglich war das auch durch die ikonischen Produkte unsere Portfolios, die in einer unsicheren Zeit für viele Konsumenten wichtige Orientierungspunkte waren.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Ich habe mich riesig gefreut, dass wir auch in diesem Jahr 21 großartige Unternehmerinnen im Rahmen der 14. Cartier Women’s Initiative ehren konnten. Diese starken Frauen zu unterstützen, erscheint uns jetzt wichtiger denn je.

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Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard
Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard
Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard

Ich bin ein optimistischer Mensch. Die Absatzzahlen und mein Bauchgefühl sind eher positiv. Spätestens, wenn die Impfkampagne international greift, wird sich meiner Meinung nach die Wirtschaft zusehends und relativ rasch wieder erholen.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

In jeder Krise steckt auch ein Potenzial. So hat die aktuelle Pandemie wie ein Katalysator auf die Digitalisierung gewirkt und den Prozess um einige Jahre beschleunigt. Wir sehen dies an den aktuell erfreulich steigenden Umsätzen in unseren Chopard-Onlineshops weltweit.

Was macht Sie eher ratlos?

Ratlos macht mich die fehlende internationale Koordination im Kampf von COVID19 und der lange Impfprozess in Europa im Vergleich zu anderen Ländern.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Uhren bleiben ein sehr emotionales Produkt und dieser Effekt lässt sich nur bedingt digital erzielen. Nicht zu vergessen: Das persönliche Networking im Rahmen einer Messen ist durch nichts zu ersetzen!

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Oliver Ebstein, CEO von Chronoswiss

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Oliver Ebstein, CEO von Chronoswiss
Oliver Ebstein, CEO von Chronoswiss
Oliver Ebstein, CEO von Chronoswiss

Ich bin ganz optimistisch, da wir mit den neuen Modellen und der Kombination traditioneller und moderner mechanischer Elementen wirklich ein Alleinstellungsmerkmal haben. Außerdem hat uns die Krise im Digitalen beflügelt, sodass wir inzwischen viel gezielter mit Partner und Uhrenfans im Dialog sind.

Was macht Sie eher ratlos?

Die Lieferketten-Situation, zum Teil auch bei einigen unserer kleineren Zulieferern.

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Frédéric Bondoux, President von Grand Seiko Europe

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Frédéric Bondoux, President von Grand Seiko Europe
Frédéric Bondoux, President von Grand Seiko Europe
Frédéric Bondoux, President von Grand Seiko Europe

Lassen Sie uns optimistisch sein, denn Grand Seiko steht in Europa noch am Anfang des Aufbaus der Markenbekanntheit und besitzt großes Potenzial, gerade bei einer jungen Generation von Uhrenliebhabern.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Das handwerkliche Können unserer Uhrmacher. Die berührende Schönheit unserer Zeitmesser. Der „drive“ unseres Vertriebsnetzes. Der Anspruch unserer Kunden. Und der Blick in die kommenden Jahre für unsere Marke.

Was macht Sie eher ratlos?

Die aktuelle Situation, aus der wir unbedingt ganz viel lernen sollten, um uns zukünftige Szenarien besser vorstellen und uns darauf vorbereiten zu können.

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Ricardo Guadelupe, CEO von Hublot

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Ricardo Guadelupe ist seit 2012 CEO der Schweizer Uhrenmanufaktur Hublot.

Nach einem sehr positiven 1. Quartal, insbesondere in China, Japan, den USA sowie dem Mittleren Osten, vertraue ich für das ganze Jahr auf ein großes Comeback. In Europa dürfte das vermutlich noch etwas länger dauern.

Was macht Sie eher ratlos?

Eine neue Welle mit Lockdowns wäre schlimm.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Wir spüren mehr denn je das Bedürfnis, sich von Angesicht zu Angesicht zu treffen und sich in angenehmer Atmosphäre intensiv auszutauschen: bei uns selbst wie auch bei Kunden, Partnern und Journalisten. Also bei allen, die uns als Marke unterstützen. Hoffentlich ist das Ende dieses Jahres oder Anfang 2022 wieder möglich!

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Christoph Grainger-Herr, CEO von IWC

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Christoph Grainger-Herr, CEO von IWC
Christoph Grainger-Herr, CEO von IWC
Christoph Grainger-Herr, CEO von IWC

Optimistisch. Wir spüren ein ungebrochenes Interesse an unseren Produkten, weil die Konsumenten sich verstärkt etablierten Marken und ikonischen Designs zuwenden. Und da sind wir bei IWC sehr gut aufgestellt.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Die Krise hat das Bewusstsein für Nachhaltigkeit weiter verstärkt, die Menschen wollen genau wissen, wo und wie ein Produkt hergestellt wird, ehe sie es kaufen. Die hochwertigen Uhren aus unserer Manufaktur sind gebaut, um Generationen zu überdauern – und wir achten auf eine verantwortungsvolle Beschaffung der Rohstoffe sowie eine umwelt- und sozialverträgliche Produktion. Damit treffen wir einen Nerv dieser Zeit.

Was macht Sie eher ratlos?

Die Ungeduld mancher Leute. Wir sind kurz vor davor, die grösste globale Gesundheitskrise seit Jahrzehnten zu überwinden. Auf den letzten Metern vor der Ziellinie brauchen wir jetzt aber Willenskraft und vor allem noch ein bisschen Geduld.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Das letzte Jahr hat uns zwei Dinge gelehrt. Erstens: Das Home Office und die Zoom Calls funktionieren und lassen sich effizient nutzen. Zweitens: Die digitalen Kanäle können zwar vieles, aber nicht alles. In den vergangenen Monaten ist bei vielen Menschen zugleich der Wunsch immer stärker geworden, sich wieder physisch zu treffen und auszutauschen.

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Catherine Rénier, CEO von Jaeger-LeCoultre

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Catherine Rénier, CEO von Jaeger-LeCoultre
Catherine Rénier, CEO von Jaeger-LeCoultre
Catherine Rénier, CEO von Jaeger-LeCoultre

Mit einer Mischung aus Optimismus und einer kleinen Portion Vorsicht, weil es natürlich weiterhin einige Unsicherheiten gibt. Das extrem positive Feedback unserer Kollektionsvorstellung während der Watches & Wonders hat uns jedoch reichlich Zuversicht verliehen, und auch was uns in den letzten zwölf Monaten trotz aller Widrigkeiten gelungen ist, wirkt als Energieschub nach vorn.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Unsere Leidenschaft, die Expertise unserer Uhrmacher sowie Kunsthandwerker und innovative Neuheiten mit interessierten Kunden zu teilen. Damit sie mit einem unserer Modelle am Handgelenk ein wenig träumen können.

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Matthias Stotz, CEO von Junghans

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Matthias Stotz, CEO von Junghans
Matthias Stotz, CEO von Junghans
Matthias Stotz, CEO von Junghans

Ich würde sagen: verhalten optimistisch. Verhalten, weil die Pandemie noch immer in vielen Ländern das Geschehen bestimmt. Optimistisch, weil sich die Menschen mit der aktuellen Situation arrangieren und sich auch wieder etwas gönnen wollen. Eine Uhr statt Urlaub, beispielsweise.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Meine Erfahrungen, auch als Mitglied im Fachbeirat der Inhorgenta in München, zeigen, dass es nach wie vor einen starken Wunsch der Fachhandelspartner nach Vor-Ort-Events gibt. Bei aller virtuellen Finesse bleiben die besondere Haptik und emotionale Wirkung der Uhr am eigenen Handgelenk auf der Strecke. Ebenso der persönliche Austausch mit Händlern und der Presse.

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Laurent Dordet, CEO von La Montre Hermès

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Laurent Dordet, CEO von La Montre Hermès
Laurent Dordet, CEO von La Montre Hermès
Laurent Dordet, CEO von La Montre Hermès

Unser Fähigkeit, immer wieder innovativ zu sein und die Uhrmacherei ein Stück weit neu zu erfinden: durch Funktionen, das Design oder das Kundenerlebnis. Schließlich wollen unsere Kunden weiter träumen können.

Was macht Sie eher ratlos?

Die verfrühten und absoluten Prognosen und Pamphlete zur „Welt nach der Pandemie“. Ich würde vorschlagen, dass wir einfach auch vielerlei Szenarien vorbereitet sind.

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Matthias Breschan, CEO von Longines

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Matthias Breschan, CEO von Rado

Wenn man auf die Zahlen guckt, muss ich sagen, wir sind im Frühjahr gut in dieses Jahr gestartet. Sollte sich 2021 annähernd auf dem Niveau von 2019 bewegen – das vergangene Jahr blenden wir da als Bezugsgröße mal aus – wäre das natürlich eine extrem positive Performance. Somit sind wir trotz einer andauernd unsicheren Lage weltweit durchaus zuversichtlich. Wir haben aus 2020 gelernt und sind auf ähnliche Ausnahmesituationen nun deutlich besser vorbereitet.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Unsere Produkte und ihr Preis/Leistungsverhältnis werden uns weiteres Wachstum ermöglichen, insbesondere in Märkten, wo wir unser Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft haben. Wir führen das Segment der Uhren zwischen 1000 und 40000 Uhren an und arbeiten hart daran, dass es so bleibt und wir unserer 189-jährigen Firmengeschichte weitere Erfolgskapitel hinzufügen können. Dazu verhelfen uns die Expertise unserer Uhrmacher und unser Markenerbe ebenso wie die technologische Innovationskraft der Swatch Group und die Synergiemöglichkeiten im Konzern.

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Franz Linder, Präsident von Mido und Union Glashütte

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Mido-Präsident Franz Linder über die Uhrenmarke, die nun 100 Jahre alt wird
Mido-Präsident Franz Linder über die Uhrenmarke, die nun 100 Jahre alt wird
Mido-Präsident Franz Linder über die Uhrenmarke, die nun 100 Jahre alt wird

Die Rückkehr zu einer gewissen Normalität dauert(e) zwar länger als gedacht, aber es besteht ganz klar Nachholbedarf bei unseren Kunden. Überall dort, wo die Geschäfte schon länger wieder öffnen durften, haben wir auch rasch wieder Tritt gefasst. In Österreich konnten wir trotz einem temporären Lockdown zum Jahresanfang sogar die Zahlen der ersten Quartale 2020 und 2019 übertreffen. In Deutschland, mit Abstand der Markt mit der härtesten Reaktion auf die Pandemie, wird es jedoch sicher schwierig, die verlorenen Monate aufzuholen.

Was macht Sie eher ratlos?

Ich muss gestehen, gewisse Maßnahmen waren und sind mit logischen Argumenten schwer zu verstehen. So etwa, warum ein Baumarkt oder ein Eisenbahnabteil weniger Risiko darstellen als ein Uhrengeschäft. Gerade mit den Erfahrungen des letzten Jahres wäre nach meiner Auffassung ein differenzierteres Vorgehen angebracht gewesen.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Nein, Messen stehen bei uns in Zukunft nicht auf dem Programm, das war aber schon vor Covid-19 der Fall. Alles geht heute schneller, weshalb wir unsere Neuheiten mehrmals im Jahr vorstellen und auch zeitnah kaufbar machen wollen und müssen.

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Elvir Johic, Managing Director Norther Europe von Montblanc

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Elvir Johic, Managing Director Norther Europe von Montblanc
Elvir Johic, Managing Director Norther Europe von Montblanc
Elvir Johic, Managing Director Norther Europe von Montblanc

Aufgrund der aktuellen Situation haben sich die Konsummuster und das Konsumverhalten der Kunden sicherlich geändert. Insbesondere die wachsende Nachfrage nach hoher Qualität, traditionsreichem Handwerk und Nachhaltigkeit sowie der zunehmende Fokus auf lokale Erzeugnisse ist eine große Stärke des gehobenen Uhrensegments. Darauf kann auch in den folgenden Monaten weiter aufgebaut werden.

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Thilo Mühle, CEO von Mühle-Glashütte

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Thilo Mühle, CEO von Mühle-Glashütte
Thilo Mühle, CEO von Mühle-Glashütte
Thilo Mühle, CEO von Mühle-Glashütte

Ich denke grundsätzlich positiv und schaue dementsprechend optimistisch nach vorn. Wir bewerten regelmäßig die Lage und stellen uns auf ihre Herausforderungen ein. Dabei wäre natürlich durchaus etwas mehr Verlässlichkeit seitens der Politik wünschenswert, um genauer planen zu können.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Unsere Fähigkeit, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken, um so auch für viele Menschen sehr schwere Situationen zum Positiven zu wenden.

Was macht Sie eher ratlos?

Die Politik und die Kommunikation ihrer Entscheidungen. Vieles bleibt unverständlich, noch dazu regional unterschiedlich und zu viele Versprechen wurden gegeben und dann doch wieder zurückgenommen.

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Uwe Ahrendt, CEO von Nomos Glashütte

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Uwe Ahrendt, CEO von Nomos Glashütte
Uwe Ahrendt, CEO von Nomos Glashütte
Uwe Ahrendt, CEO von Nomos Glashütte

Wir bleiben zuversichtlich. Glashütte hat in 175 Jahren schon viel erlebt und überlebt, und unser Unternehmen ist aus jeder Krise nur gestärkt hervorgegangen. Nomos ist kerngesund, und wir kommen trotz 2020er-Delle gut durch diese besondere Situation. Im ersten Halbjahr 2021 haben wir alle Pläne erfüllt. Drei Aspekte schützen und helfen uns: Unser Online Store, den wir seit über zehn Jahren betreiben. Dann, das wir überwiegend an die lokalen Stammkunden unserer Fachhändler verkaufen und deutlich weniger an Touristen als es im Branchenschnitt üblich ist. Und wir haben Uhren im Portfolio, die in die Zeit passen: nachhaltig von Hand in der eigenen Manufaktur gefertigt, von bleibendem Wert und helfend, wie unser Modell für Ärzte ohne Grenzen.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Erstens: Uhren bleiben wunderbar, sie sind als „Dinge fürs ganze Leben“ sehr krisenresistent. Zweitens: Wir lernen, was doch alles möglich ist. Weniger Flugreisen, mehr Homeoffice und damit verbunden gestiegenes Vertrauen in die Kollegen. Drittens: Die Krise beamt uns ein Stück in die Zukunft, und beschleunigt das Thema Digitalisierung. Zugleich werden Schwächen offensichtlich: in der Politik, in der Bildung, aber auch bei uns im Unternehmen. Dass einiges davon stückchenweise besser wird, die eine weitere Hoffnung.

Was macht Sie eher ratlos?

Die Welt ist derzeit natürlich nicht ganz einfach, aber für unser Metier hegen wir beste Hoffnungen.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Ja und ja. Wir glauben an ein Nebeneinander von beidem: Video-Meetings werden so normal und einfach wie Telefonieren, weil sie Kosten und (Reise-)Stress sparen. Das bedeutet aber auch, wenn man sich mit Geschäftspartnern, Kunden und Lieferanten persönlich trifft, dann mit mehr Zeit für diese Begegnungen. Die Messen werden vermutlich kleiner und feiner – und sie werden dennoch mehr können und bieten müssen, um sich einen neuen USP zu erwerben.

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Rolf Studer, CEO von Oris

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Rolf Studer, CEO von Oris
Rolf Studer, CEO von Oris
Rolf Studer, CEO von Oris

Wir sind sehr gut ins neue Jahr gestartet, auch gegenüber 2019, der eigentlichen Referenz. Die Pandemie bot Gelegenheit, Hausaufgaben zu machen und Grundlagenarbeit zu leisten. Sowohl von den Zahlen als auch vom Gefühl her bin ich eher optimistisch, vor allem für Asien und Amerika.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Dass unsere zwei grössten Märkte im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt haben und im Vergleich zu 2019 deutlich zweistellig im Plus sind.

Was macht Sie eher ratlos?

Dass wir in Europa lange Zeit hatten, uns auf eine Pandemie vorzubereiten und es offensichtlich versäumt haben, das seriös zu tun.

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Jean-Marc Pontroué, CEO von Panerai

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Jean-Marc Pontroué, CEO von Panerai

Seit 2020 wissen wir, dass man die Zukunft nicht vorhersehen kann. Folglich müssen wir schnell und flexibel sein, um uns an ein sich sehr dynamisch veränderndes Marktumfeld anpassen zu können.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Dass die Marke Panerai sich trotz allem in den letzten Monaten als zugleich sehr stark und wandelbar beweisen konnte.

Was macht Sie eher ratlos?

So denke ich nicht. Ich sehe Herausforderungen, die man in Chancen ummünzen kann. Im harten Lockdown hatten wir alle zudem viel Zeit, über die Situation nachzudenken und darüber zu grübeln, was wichtig ist.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Ich glaube nicht, dass es eine Rückkehr der Konzepte gibt, die vor Covid-19 üblich waren. Auf der anderen Seite möchte ich mir auch kein Business ohne persönliche Interaktion mit Kunden und Handelspartnern vorstellen müssen. Egal wie genau die Messe der Zukunft aussieht, sie wird aufregend und originell sein.

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Thierry Stern, Patek Philippe

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Thierry Stern, CEO von Patek Philippe
Thierry Stern, CEO von Patek Philippe
Thierry Stern, CEO von Patek Philippe

Ich bin weiterhin optimistisch. Unsere Verkaufszahlen waren auch während des Lockdowns in Deutschland gut.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Hoffnung macht die sehr gute und optimistische Zusammenarbeit mit unseren Juwelieren.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Ich bin sicher, dass wir uns wieder persönlich auf Messen sehen werden. Der menschliche Kontakt ist mit und durch nichts zu ersetzen! Natürlich wird ein Teil digital bleiben, das ist für alle, die nicht vor Ort sind, eine sehr gute Gelegenheit, trotzdem dabei sein zu können.

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Lothar Schmidt, Inhaber & Geschäftsführer von Sinn Spezialuhren

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Lothar Schmidt, Inhaber & Geschäftsführer von Sinn Spezialuhren
Lothar Schmidt, Inhaber & Geschäftsführer von Sinn Spezialuhren
Lothar Schmidt, Inhaber & Geschäftsführer von Sinn Spezialuhren

Dass wir glücklicherweise eine sehr begeisterte und treue Kundschaft haben, sowohl national als auch international.

Was macht Sie eher ratlos?

Sicher sind viele Entscheidungen der Politik unverständlich und vielleicht auch falsch. Aber wir haben für jede mögliche Situation einen Plan B und C erarbeitet und fühlen uns gut gewappnet für die nahe wie auch ferne Zukunft.

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Man kann viel mit digitalen Mitteln erreichen, aber eine mechanische Armbanduhr will doch haptisch erlebt werden. Man möchte sie am eigenen Handgelenk spüren, die verschiedenen Materialien im wechselnden Licht betrachten und wahrnehmen.

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Davide Lunghi, Managing Director Central Europe von TAG Heuer

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Davide Lunghi, Managing Director Central Europe von TAG Heuer
Davide Lunghi, Managing Director Central Europe von TAG Heuer
Davide Lunghi, Managing Director Central Europe von TAG Heuer

Unsere Marke ist sehr dynamisch. Die Aufmerksamkeit und die Akzeptanz der Kunden für unsere Produkte und die Partnerschaften nimmt stetig zu. Dies bezieht sich auf die komplette Produktpalette von der jungen Smartwatch TAG Heuer Connected über traditionelle Modelle wie die Klassiker Carrera, Monaco und Autavia – bis zur neu lancierten Aquaracer.

Was macht Sie eher ratlos?

Um ehrlich zu sein, es ist schwierig, mich ratlos vorzufinden. Ich bin ein Visionär und sehe immer über den Ist-Zustand hinaus in die Zukunft. Unser Weg als Marke in die Zukunft ist sehr klar definiert. Der Fokus liegt auf den digitalen Medien, dem Ausbau unserer eigenen eCommerce-Plattform, aber auch auf starken und strategischen Partnerschaften mit unseren Vertriebspartnern. Hierzu kommt die enorme Stärke der Marke TAG Heuer mit dem zur aktuellen Krisensituation passenden und motivierenden Motto „#DontCrackUnderPressure“.

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Laurent Perves, CMO und International Commercial Director von Vacheron Constantin

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Laurent Perves, CMO und International Commercial Director von Vacheron Constantin
Laurent Perves, CMO und International Commercial Director von Vacheron Constantin
Laurent Perves, CMO und International Commercial Director von Vacheron Constantin

Unsere oberste Priorität bleibt natürlich die Gesundheit unserer Mitarbeiter, unserer Partner und Kunden. Überdies bleiben wir zuversichtlich, denn unser Haus ist seit 1775 ohne Unterbrechung aktiv, also während Kriegen, Wirtschaftskrisen, Pandemien und Revolutionen. Unser Motto ist und bleibt: Weiter danach streben, immer besser zu werden.

Unsere Kunden sind Kenner, anspruchsvolle Sammler und Enthusiasten, die für Uhrmacherei brennen. Die kommen nicht zufällig zu Vacheron Constantin und bleiben daher auch loyal und leidenschaftlich an unseren Uhren interessiert. Was sich verändert hat ist lediglich die Art und Weise, wie wir mit ihnen im Kontakt bleiben: Wir haben unsere Digitalisierung beschleunigt und etliche neue Kameras gekauft.

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Julien Tornare, CEO von Zenith

Wie blicken Sie persönlich auf das verbleibende Jahr 2021?

Julien Tornare, CEO von Zenith
Julien Tornare, CEO von Zenith
Julien Tornare, CEO von Zenith

Zenith hat im ersten Quartal einen hervorragenden Start hingelegt, dank Modellen die der „Chronomaster Sport“ und der „Defy 21 Felipe Pantone“, die nach 24 Stunden ausverkauft war. Wir sind guter Dinge und bleiben so flexibel wie fokussiert, um mit diesem Aufschwung weiter zu wachsen.

Was macht Ihnen gerade Hoffnung?

Die steigende Zahl der Geimpften lässt mich hoffen, dass wir bald wieder reisen können. Ich komme selbst aus dem Vertrieb, deshalb ist es mir ein Anliegen, wieder draußen zu sein, um unsere Händler und Medienpartner persönlich zu treffen. Wofür wir außerdem sehr dankbar sind, ist der große Einsatz des medizinischen Personals in aller Welt, das jeden Tag gegen die Ausbreitung des Virus’ kämpft!

Gibt es ein Comeback für die Präsenz-Messen im Jahr 2022 – oder kommt die Branche weiterhin gut per Webcam klar?

Was wir gelernt haben: Es kann ganz einfach sein, eine Uhrenneuheit rein digital zu präsentieren. Das werden wir dauerhaft als Option integrieren, um allen, die nicht vor Ort sein können, einen Einblick zu erlauben. Ein Zusammentreffen von Mensch zu Mensch wird das virtuelle Event jedoch nie ersetzen können.

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