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Nach Flucht aus Hotel-Quarantäne: Paar bestreitet Vorwürfe

Ein Paar, das sich in Südafrika mit der neuen Omikron-Variante infiziert hat, flieht aus seiner Hotel-Quarantäne. Die beiden sitzen schon im Flieger nach Spanien, als sie von der Polizei festgenommen werden. Jetzt sind sie isoliert in einem Krankenhaus - und sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

Nach seiner Flucht aus einem Quarantäne-Hotel in den Niederlanden steht ein Paar nun in einer Klinik unter Quarantäne. "Sie sind jetzt an einem Ort, wo sie isoliert sind, in einem Krankenhaus", sagte ein Sprecher der Grenzpolizei am Amsterdamer Flughafen Schiphol am Montag. Die Zahl der positiv getesteten Südafrika-Rückkehrer in den Niederlanden, die mit der neuen Omikron-Variante des Coronavirus infiziert sind, erhöhte sich unterdessen auf 14.

Das flüchtige Paar, eine Spanierin und ihr portugiesischer Freund, war am Sonntag von Grenzpolizisten in einem Flugzeug gefasst worden, das nach Spanien fliegen sollte. Die beiden hatten zuvor ein Hotel verlassen, in dem positiv auf das Coronavirus getestete Reisende aus Südafrika untergebracht sind, bei denen zum Teil auch die neue Omikron-Variante festgestellt worden war.

"Wir hörten, dass Leute das Hotel verlassen hatten, obwohl ihnen davon abgeraten worden war. Wir mussten also handeln und haben sie festgenommen", sagte ein Sprecher der Grenzpolizei. Die Stadtverwaltung von Haarlemmermeer bestätigte, dass sich das Paar nun "in einem Krankenhaus in den Niederlanden" befinde. "Diese Leute wurden einmal gebeten, im Hotel zu bleiben, dann wurden sie ein zweites Mal dringend gebeten, jetzt sind sie isoliert. Was sie getan haben, war nicht wirklich klug", sagte die Sprecherin Petra Faber. In den Niederlanden sei es nicht illegal, nach einem positiven Corona-Test nach draußen zu gehen. "Aber wenn man in ein Flugzeug steigt und weiß, dass man infiziert ist, dann ist es eine andere Geschichte", fügte Faber hinzu.

"Wurden wie Hunde behandelt"

Die Spanierin wies die Vorwürfe gegenüber dem niederländischen Sender RTL zurück und beklagte, sie und ihr Partner seien "wie Hunde behandelt worden". Vor ihrer Abreise aus Südafrika seien sie beide negativ auf das Coronavirus getestet worden. Bei ihrem Zwischenstopp in den Niederlanden sei ihr eigener Test dann positiv ausgefallen, berichtete sie.

Mehrere Tage habe sie um einen erneuten PCR-Test gebeten, zwei Selbsttests seien negativ ausgefallen. Ein Vertreter der niederländischen Gesundheitsbehörden und eine Sicherheitskraft in dem Quarantäne-Hotel hätten ihnen daraufhin gesagt, sie könnten gehen, ohne Schwierigkeiten zu bekommen, erklärte die Frau. "Die Behauptung, wir seien aus der Quarantäne geflohen, ist einfach nur lächerlich. Niemand hat uns gesagt, was die Regeln sind, wir wurden wie Hunde behandelt", sagte die Spanierin. Die Grenzpolizei habe sie "mit viel Aufhebens und Geschrei wie eine Kriminelle" aus dem Flugzeug geholt. "Ich weiß, wie wichtig es ist, dass sich jeder in dieser Krise an die Regeln hält", sagte die Frau, die nach eigenen Angaben in der biomedizinischen Forschung tätig ist.

Die niederländischen Behörden hatten am Wochenende bekanntgegeben, dass 13 von 61 Reisenden, die am Freitag in zwei Fliegern aus Südafrika am Flughafen Schiphol angekommen waren, mit der neuen Omikron-Variante infiziert seien. Am Montag erhöhte sich die Zahl der Omikron-Infizierten auf 14. Wie Gesundheitsminister Hugo de Jonge dem Parlament mitteilte, wurde der 14. Fall durch eine sogenannte Sequenzierung bestätigt.

Fast alle betroffenen Passagiere wurden in das Quarantäne-Hotel in der Nähe des Flughafens gebracht. Einige andere durften auch nach Hause in Quarantäne gehen. Passagiere, die negativ getestet wurden, wurden ebenfalls in häusliche Quarantäne geschickt.