Als Montagabend in Bautzen (Sachsen) eine angemeldete Versammlung wegen Nichteinhaltung der Auflagen aufgelöst wurde, drehte ein 44-jähriger Demo-Teilnehmer durch, stieß einen Polizisten erst mit dem Ellenbogen und biss ihm dann in die Wade.

BEISSATTACKE GEGEN EINEN BEAMTEN

Zuvor sollte eine angemeldete Versammlung auf dem Kornmarkt stattfinden. Die Auflagen der Versammlungsbehörde und die Corona-Notfall-Verordnung gestatteten in Sachsen derzeit aber nur eine maximale Teilnehmerzahl von zehn Personen. Vor Beginn der geplanten Veranstaltung stieg die Anzahl der Personen aber bereits bis auf rund 350 an.

Nach Rücksprache mit der Versammlungsbehörde wurde der Versammlungsleiter aufgefordert, die Auflage der maximalen Teilnehmerzahl umzusetzen.

„Der Versammlungsleiter eröffnete die Versammlung jedoch mit Redebeiträgen, ohne zuvor die Auflagen zu verlesen. Diese Punkte verstießen gegen das Versammlungsrecht und führten im Ergebnis zur Auflösung der Versammlung durch die Versammlungsbehörde“, sagte ein Polizeisprecher am Abend.

Nachdem die meisten Teilnehmer nach und nach den Kornmarkt im Bautzner Zentrum verlassen hatten, blieben etwa 100 Personen auf der Rosenstraße in Höhe des dortigen Einkaufsmarktes stehen.

Als die Beamten begannen, die Identitäten der Personen aus der Gruppe festzustellen, rastete der 44-Jährige aus und biss einem Polizisten in die Wade. Rettungskräfte brachten den verletzten Beamten zur Behandlung in ein Krankenhaus. Der Beißer hat nun eine Anzeige wegen des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte am Hals.

Im Ergebnis stellte die Polizei rund 80 Identitäten fest und fertigte ebenso viele Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Corona-Notfall- Verordnung. Es droht jeweils ein Bußgeld von 250 Euro.

Karte: Deutschlands Corona-Hotspots – Infografik