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Neue Bogenbrücke in Höllentalklamm eingeweiht: Der Pionier hätte seine Freude

Sie war eine technische Meisterleistung. Wie so vieles in der Höllentalklamm. Nach 115 Jahren hatte die Bogenbrücke ausgedient. Nun wurde ihre Nachfolgerin eingeweiht.

Grainau – Fast immer hingen sie am Seil. Bohrten. Montierten die Stahlkonstruktion. Sämtliche Befestigungslöcher für die Auflager mussten die Arbeiter der Grainauer Alpinbaufirma Florian Dörfler im harten Gestein schaffen. Das kostete Zeit. Viel Zeit. 1400 Stunden waren es am Schluss, die Firmen, Haupt- und Ehrenamtliche für das neue Wahrzeichen in der Höllentalklamm leisteten. Jetzt bekam die Bogenbrücke ihren kirchlichen Segen.

Der katholische Pfarrer Josef Konitzer sowie sein evangelischer Amtskollege Pfarrer Martin Dubberke erbaten am Samstag mit ihren Gebeten und Fürbitten hoch über dem rauschenden Hammersbach den besonderen Schutz für Mensch und Technik. Viele Ehrengäste, darunter Grainaus Bürgermeister Stephan Märkl, Michael Reim als Vertreter des Garmisch-Partenkirchner Marktgemeinderats, Sponsoren, Vorstands- und Ehrenmitglieder der Alpenvereinssektion Garmisch-Partenkirchen folgten der beeindruckenden Zeremonie. Der Festakt fand am Abend in der Aule-Alm statt.

Höllentalklamm: In nur vier Wochen neue Brücke gebaut

Für alle Beteiligten war das Projekt eine große Herausforderung. „Neun Tonnen Material wurden verbaut, allein 4,6 Tonnen Stahl“, erzählte Dörfler. Per Hubschrauber lieferte man die großen Teile an, den Rest brachte die Materialseilbahn. In nur vier Wochen zwischen Ostern und Christi Himmelfahrt ging das Vorhaben über die Bühne. Gerade rechtzeitig, um zur Sommersaison einen intakten Klammweg zu gewährleisten. „Es war eine beachtliche logistische und handwerkliche Leistung“, sagte Udo Knittel.

Gute Kontakte zu Firmen schonten bei der Umsetzung der Maßnahme die Finanzen des Vereins. Schatzmeister Antonius Huber ließ im Vorfeld nichts unversucht. So gelang es, namhafte Sponsoren zu gewinnen. Mit der Firma Züblin und dem ThyssenKrupp-Konzern hatte die Sektion spendable Partner an der Seite: Sie stellten 200 000 Euro zur Verfügung. Blieben noch 50 000 Euro, um das Projekt zu realisieren.

Höllentalklamm auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet

Der Sektionsvorsitzende zeigte sich stolz über das gelungene Bauwerk. Schon bevor es offiziell eingeweiht wurde. Denn die Höllentalklamm war auch in dieser, vom Coronavirus geprägten Bergsaison ein Besuchermagnet. „Der Weg durch die Klamm und weiter über den Höllentalanger zur Zugspitze gehört zu den attraktivsten Aufstiegen Richtung Deutschlands höchsten Gipfel“, betonte Knittel.

Doch nach 115 Jahren hatte die alte Brücke ausgedient. Die vielen Jahrzehnte hinterließen ihre Spuren. Beginnender Rostfraß veranlasste die Verantwortlichen, zu handeln. Auch das neue Bauwerk hat bereits seine Bewährungsprobe hinter sich. Als am 13. Juni ein schweres Unwetter über dem Höllental tobte, überstand sowohl die neue Stahlkonstruktion als auch der eigentliche Klammweg den gewaltigen Schauer. „Nur geringe Blessuren waren zu vermelden“, berichtete Knittel. „Wir haben die schützende Hand vom Herrgott erfahren.“ Ähnliches erlebte kurz darauf die Partnachklamm.

Knittel nutzte den Anlass und würdigte die Pionierarbeit von Adolf Zoeppritz, der sich als „Visionär“ mit der Höllental- und Partnachklamm sowie den Alpenvereinshäusern am Wank und Kreuzeck verewigt hat. Was dieser umtriebige Ingenieur 1905 leistete, fand nun eine gelungene Nachfolge.

Klaus Munz

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