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Neues Wasserhaus, sanierte Brunnen

Muss ersetzt werden: Das Wasserhaus in Ottenhofen. Der Gemeinderat steigt jetzt in die Planung ein.

Ottenhofen macht Versorgung zukunftsfit – Gebühren steigen zunächst auf 1,71 Euro

Die Gemeinde Ottenhofen behält die eigene Wasserversorgung, erneuert das Wasserhaus und saniert die eigenen Brunnen. Diese Entscheidung fiel im Gemeinderat gegen zwei Stimmen. Und: Der Wasserpreis steigt - zunächst ab Januar auf 1,71 Euro.

Ottenhofen – In der Sondersitzung zur Wasserversorgung wurde auch der Wasserpreis angehoben. Die Wassergebühren wurden zunächst nachkalkuliert: 1,11 Euro pro Kubikmeter waren bisher zu zahlen, ab dem 1. Januar 2022 werden es 1,71 Euro sein. Bisher waren keine sogenannten kalkulatorischen Kosten veranschlagt worden, was eigentlich nicht sein soll. Warum das aber so war, konnte auch die Verwaltung nicht mehr klären.

Ein Fehlbetrag von gut 138 500 Euro ist im vergangenen Kalkulationszeitraum entstanden, wie in der Sitzung bekannt wurde. Ein „politischer Wasserpreis“ schied für den Gemeinderat aus. Das ist im nächsten Kalkulationszeitraum auszugleichen, weil die Wasserversorgung nach den gesetzlichen Bestimmungen kostendeckend arbeiten muss.

Das ist aber noch lange nicht alles. Der Gemeinderat musste sich entscheiden: Sanierung der Brunnen und Neubau des Wasserhauses oder Anschluss an den Zweckverband Moosrain, der gerade ein neues Wasserhaus errichtet. Wie mehrfach berichtet, steht diese Frage in Ottenhofen schon lange im Raum.

Damit stehen aber auch gewaltige Investitionen an, die mit Sicherheit den Wasserpreis nochmals ansteigen lassen werden. Um wie viel, das ist steht angesichts der vielen verschiedenen Finanzierungsmodelle noch nicht fest. Zunächst ging es um die grundsätzliche Entscheidung über die Richtung, und die löste eine große Debatte aus: Stefan Reischl (CSU) sprach sich deutlich für den Anschluss an Moosrain aus, auch weil er weitere Einschränkungen wegen der bestehenden Wasserschutzgebiete für die Landwirtschaft fürchtete. Vizebürgermeister Dieter Effkemann (FWO) erinnerte daran, dass man immer schon das eigene Wasser behalten wollte. Der Unterschied bei den Kosten sei gar nicht so groß. „Wir müssen überall ins Portemonnaie langen“, meinte er. Zentral für Effkemann war die Frage, in welchem Zustand das eigene Wasserleitungsnetz bei einem Anschluss sein muss – und das ist die große Unbekannte. Alfred Greckl (FWO) will eigene „Einflussgrößen“ behalten und war darum für den Neubau des Wasserhauses.

Das Wasserwirtschaftsamt München hatte einen Erhalt der Ottenhofener Brunnen gewünscht, woran Bürgermeisterin Nicole Schley (SPD) in der Debatte erinnerte. Das Wasser vom Zweckverband sei fossil, enthalte Eisen und Mangan, was für viele im Gemeinderat nicht unproblematisch war. Der Ottenhofener Brunnen unterliege in der Schutzzone 2 der „50-Tage-Regelung“, wonach Niederschläge 50 Tage brauchen, bis sie am Brunnen ankommen. Von Moosrain her müsse wiederum Energie hinein gesteckt werden, um den Druck zu erhöhen.

Diese vielen Argumente gingen in einer intensiven Debatte hin und her, das eindeutige Abstimmungsergebnis überraschte dann auch Schley etwas. Sie hatte sich zu Beginn der Diskussion eine möglichst einmütige Entscheidung gewünscht.

Klaus Kuhn