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Nicht nur wegen Corona: Auch heuer keine „Rallye Oberland“

Die „ADAC Rallye Oberland“ gehört zu den bekanntesten Sportveranstaltungen im Landkreis Weilheim-Schongau und darüber hinaus. Doch auch in diesem Jahr bleibt auf den Straßen in und um Altenstadt alles ruhig.

Altenstadt – Die „ADAC Rallye Oberland“ gehört zu den bekanntesten Sportveranstaltungen im Landkreis Weilheim-Schongau und darüber hinaus – und das, obwohl sie nicht mehr die große Bedeutung früherer Jahre hatte. Damals wurde bei der „Rallye Oberland“ noch ein Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft ausgetragen. Doch auch in diesem Jahr bleibt auf den Straßen in und um Altenstadt alles ruhig. Nach 2020 wurde die Motorsport-Veranstaltung auch 2021 abgesagt. Motorsportfreunde wurden auf das kommende Jahr vertröstet.

Absage nicht nur wegen Corona

Der Grund für die Absage ist Corona, allerdings nicht nur. Der Termin für das Jahr 2021 war bereits fix. Am Samstag, 30. Oktober, sollten sich die Fahrzeugteams in ihren PS-starken Boliden auf den verschiedenen abgesperrten Prüfungsstrecken messen. Aber die Startflagge wird sich auch heuer nicht senken. „Es gibt für die Absage mehrere Gründe“, berichtet Oliver Ahl, der Organisationsleiter der Veranstaltung. Ein halbes bis ein dreiviertel Jahr Vorlauf erfordert die Organisation solch einer Großveranstaltung, „die vielen Auflagen sind zu dem Zeitpunkt nicht absehbar gewesen“, so der 44-Jährige. Neben der „Rallye Oberland“ seien auch weitere Veranstaltungen abgesagt worden. In Altenstadt beispielsweise der Automobil-Slalom, der für 12. September vorgesehen war.

Der Organisationsleiter nennt noch weitere Gründe, weswegen sich die Veranstaltergemeinschaft zur erneuten Absage entschlossen hat. „Es wird immer schwerer, freiwillige Helfer zu finden“, bedauert Oliver Ahl, „mehr noch, weil unser Vereinsleben angesichts der Pandemie lange Zeit ruhte.“ An die 500 Helfer sind seinen Worten nach für eine Verstaltung wie die Oberland-Rallye nötig, die seien momentan selbst mit den sieben oder acht angeschlossenen Nachbarvereinen nicht zu stellen.

Hoffen auf Jubiläumsauflage im Jahr 2022

Gleichzeitig schwinde der Reiz für die Fahrer, nachdem auch einige andere Rallyes ausgefallen sind. Für den Altenstadter Automobil-Slalom beispielsweise sei bis 5. September, dem Termin der Absage, keine einzige Meldung eingegangen. „Da kämpfen alle Vereine mit den selben Problemen“, sagt der Organisationsleiter. Bei einem Wettbewerb dieser Größenordnung werden auch Sponsoren benötigt. „Aber unter Corona-Bedingungen hätte die Veranstaltung auch für sie nur wenig Anreiz.“

Die Entscheidung, die Rallye Oberland“ nicht auszutragen, fiel schon Anfang August. „Schade“, bedauert Oliver Ahl. Es sollte nämlich eine Jubiläums-Veranstaltung, werden. So muss die 25. Auflage dieses Wettbewerbs jetzt eben bis 2022 warten. „Wir behalten das im Auge“, verspricht Ahl den Motorsport-Anhängern. Eine erste Entscheidung soll Anfang nächstes Jahr fallen. Nach wie vor bleiben alle Vereine mit an Bord. „Vielleicht können wir sogar noch weitere Vereine finden“, sagt Ahl mit Verweis auf den MC Weilheim, der Interesse für eine Mitarbeit bekundet habe.

Bis 2009 war die „Rallye Oberland“ ein Lauf zur Deutschen Meisterschaft, und diese Aufwertung der Veranstaltung war schon für voriges Jahr angedacht. Angesichts der Größenordnung wurden weitere Strecken für die Wertungsprüfungen geordert, Zentrum der Veranstaltung hätte Weilheims Hochlandhalle sein sollen. Nächstes Jahr wird jedoch wieder die in den vergangenen Jahren übliche kleinere Rallye 70, bei der bis zu 70 Kilometer Wertungsprüfungen gefahren werden, ausgetragen. Was dem MSC Altenstadt für heuer blieb, waren die Kart-Slaloms für den Nachwuchs. Drei Wettbewerbe zur Zugspitzrunde wurden auf dem Hoerbiger-Parkplatz in Schongau ausgefahren, ebenso der Endlauf für die Südbayerische sowie die neue Serie zur Kartmeisterschaft bis 270 ccm ohne Altersbegrenzung. Es herrscht also durchaus noch Betrieb bei den Motorsportlern. Der soll, wenn es in Sachen „Corona“ keinen Rückfall gibt, 2022 wieder ausgedehnt werden – mit Automobil-Slalom und der „Rallye Oberland“. Text: Dietmar Friebel.