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„Niemand braucht mehr einen Lockdown oder Schulschließungen“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Pläne von SPD, Grünen und FDP für ein Ende der gesetzlichen Corona-Sonderlage begrüßt. „Das Eckpunktepapier wird der Bekämpfung der Corona-Pandemie gerecht. Es ist ein guter Kompromiss aus weiterhin möglichen Maßnahmen für die Länder und einer Absage an harte Einschnitte wie Lockdowns oder Ausgangssperren“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). „Niemand braucht mehr einen Lockdown oder Schulschließungen.“

Die gesetzliche Sonderlage wegen der Corona-Pandemie soll nach Plänen der möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP zum 25. November enden. Für eine Übergangszeit bis zum 20. März 2022 soll stattdessen aber eine neue rechtliche Basis für Corona-Vorgaben geschaffen werden, wie die drei Fraktionen am Mittwoch mitteilten. Damit sollen die Länder weiterhin „weniger eingriffsintensive“ Maßnahmen anordnen können – unter anderem zu Masken oder Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Lauterbach sagte, im Frühjahr werde sich erst noch zeigen müssen, ob ab dem 21. März alle Corona-Maßnahmen fallen könnten. „Das ist auch davon abhängig, ob noch Virus-Varianten auftreten werden.“ Er betonte erneut die Bedeutung von Impfungen gegen Corona. „Klar ist aber, dass die meisten Ungeimpften von heute bis dahin entweder geimpft, genesen oder leider verstorben sind, denn das Infektionsgeschehen mit schweren Verläufen betrifft vor allem Impfverweigerer.“

Alle Entwicklungen im Liveticker

12.02 Uhr – Bundesweite Inzidenz steigt sprunghaft auf 130,2

Das Robert-Koch-Institut meldet 28.037 neue Positiv-Tests. Das sind 11.960 mehr als am Donnerstag vor einer Woche, als 16.077 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt sprunghaft auf 130,2 von 118,0 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 126 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöht sich auf 95.485. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 4,5 Millionen Corona-Tests positiv aus.

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11.59 Uhr – Dreyer: Aus Corona-Pandemie Lehren für künftige Krisen ziehen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat dazu aufgerufen, Lehren aus der Corona-Pandemie für künftige Krisen zu ziehen. Die Pandemie habe zu starken Einschnitten in die Grundrechte geführt, sagte sie am Donnerstag in ihrer Rede auf dem Demokratie-Tag in Ingelheim (Kreis Mainz-Bingen). Für antidemokratische Kräfte habe es Auftrieb gegeben. Doch der Staat sei handlungsfähig und die Zivilgesellschaft stark gewesen. Es gelte, die Demokratie zu fördern und junge Leute für das Mitmachen zu gewinnen.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion, an der auch Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) und Familienministerin Katharina Binz (Grüne) teilnahmen, bezeichnete Dreyer die Pandemie als „die härteste Zeit, die ich in der Politik erlebt habe.“ Es sei „immens, was die Gesellschaft geleistet hat“.

11.42 Uhr – Ungarn ermöglicht Arbeitgebern die Verhängung von Corona-Impfpflicht

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ermöglicht es die Regierung des EU-Landes Ungarn den Arbeitgebern, von ihren Mitarbeitern eine Corona-Schutzimpfung zu verlangen. Dies gab Kanzleramtsminister Gergely Gulyas am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Budapest bekannt. Für die Beschäftigten in staatlichen Institutionen werde der Staat eine derartige Impfpflicht vorschreiben können, fügte er hinzu.

Darüber hinaus werde ab kommendem Montag in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht gelten, sagte Gulyas. Ungarn hatte vor dem Sommer die Corona-Maßnahmen weitgehend aufgehoben. Für die Teilnahme am öffentlichen Leben bedarf es derzeit keiner Nachweise über Impfschutz oder aktuelle Tests. Ausgenommen sind lediglich Großveranstaltungen. Eine Maskenpflicht gilt bislang nur in Krankenhäusern und Altenheimen.

11.10 Uhr – Amanda Seyfried hatte am Tag ihrer Oscar-Nominierung Corona

Hollywoodstar Amanda Seyfried litt nach eigener Aussage am Tag ihrer Oscar-Nominierung unter einem „heftigen Covid-Fall“. Nur zwei Tage vor ihrem positiven Testergebnis war sie geimpft worden, wie die US-Schauspielerin im Rückblick auf ihre Diagnose im vergangenen März in der Talkshow „Late Night with Seth Meyers“ sagte.

„Es war einer der schlimmsten Momente meines Lebens“, erklärte die 35-Jährige. Sie hätte sich um ihre Mutter, ihre beiden kleinen Kinder und ihren Mann gesorgt. „Und plötzlich passiert diese unglaubliche Sache, die die ganze Karriere verändert“, erzählte Seyfried weiter.

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10.17 Uhr – Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen wird abgeschafft

In Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht bald keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen im Klassenraum werde zum 2. November abgeschafft. Das teilte das NRW-Schulministerium am Donnerstag mit.

10.05 Uhr – Günstiges Antidepressivum vielversprechend bei Corona-Infektionen

Ein günstiges Antidepressivum hat sich in einer Studie als hilfreich bei der Verhinderung von Krankenhausaufenthalten im Zusammenhang mit Corona-Infektionen bei besonders gefährdeten Erwachsenen erwiesen. Das Medikament mit Namen Fluvoxamin wird sonst in der Behandlung von Depressionen und Zwangsstörungen eingesetzt. Forscher testeten das Mittel, weil es bekanntermaßen bei Entzündungen hilft. Die Ergebnisse wurden am Mittwoch in der Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht.

Die Forscher teilten ihre Ergebnisse mit den U.S. National Institutes of Health, die Behandlungsrichtlinien veröffentlichen. Sie hoffen auf eine Empfehlung durch die Weltgesundheitsorganisation. „Wir hoffen, dass dadurch viele Leben gerettet werden können“, sagte Dr. Edward Mills von der McMaster University in Hamilton, Ontario, der Co-Autor der Studie. Für viele arme Länder sei das Medikament leicht verfügbar.

10.01 Uhr – OECD: Deutlich weniger Migration in erstem Jahr der Corona-Pandemie

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie ist die Migration in Industrienationen stark zurückgegangen. Das geht aus dem Internationalen Migrationsausblick 2021 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach haben sich im Jahr 2020 etwa 3,7 Millionen Migrantinnen und Migranten dauerhaft in einem OECD-Mitgliedsland niedergelassen. Das sei ein Rückgang um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 und der niedrigste Wert seit 2003.

Dem jährlich erscheinenden Bericht zufolge haben alle Formen von Migration stark abgenommen. So seien deutlich weniger Menschen in OECD-Länder gereist, um dort zu arbeiten, zu studieren oder mit ihrer Familie zusammenzuleben. Vergleichsweise gering war der Rückgang der Arbeitsmigration im Landwirtschaftssektor. In wichtige Zielländer wie die USA oder Polen seien sogar mehr Frauen und Männer gereist als im Vorjahr, um auf Bauernhöfen oder Agrarunternehmen auszuhelfen. Ursache des Rückgangs insgesamt seien die Grenzschließungen während der Pandemie.

10.00 Uhr – Italien: Regierung beschließt weitere Corona-Wiederaufbaumaßnahmen

Italiens Regierung will mit einem Dekret und einer Gesetzesvorlage seinen Finanzierungszielen im Hinblick auf den Corona-Wiederaufbauplan in diesem Jahr näher kommen. Der Ministerrat unter Regierungschef Mario Draghi stimmte am Mittwochabend Maßnahmen für die Bereiche Tourismus, Digitalisierung und Menschen mit Behinderung zu, teilte die Regierung mit. Damit will Rom weitere acht der bis Ende dieses Jahres angepeilten 51 Ziele aus dem Wiederaufbauplan erfüllen.

Für den Tourismus beschlossen die Minister in dem Dekret ein 2,4 Milliarden Euro schweres Paket. Mit den Geldern will die Regierung unter anderem die Digitalisierung in der Branche fördern und Unternehmen unterstützen, zum Beispiel durch Zuschüsse für Modernisierungen der Unterkünfte oder Steuergutschriften. Teil des Dekrets ist auch, 70 Prozent der Menschen in Italien durch Weiterbildung bis 2026 digital fit zu machen. Außerdem sollen die Bürger gewisse Behördengänge auch online erledigen können.

09.54 Uhr – Über 117.000 Neuinfektionen und 2018 weitere Tote in USA

In den USA steigt die Zahl der Neuinfektionen binnen eines Tages um mehr als 117.000 auf rund 45,84 Millionen. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten der Gesundheitsbehörden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um mindestens 2018 auf 743.903. Die deutlich ansteckendere Delta-Variante des Virus hat Ökonomen zufolge das Wirtschaftswachstum in den USA im dritten Quartal wahrscheinlich deutlich gebremst. Vermutlich wird der auf Donnerstag vorgezogene Bericht des Handelsministeriums auch eine hohe Inflation zeigen.

Das Corona-Vorzeigeland Neuseeland lockert ab dem 14. November erstmals seit Beginn der Pandemie seine Einreiseregeln. Jedoch dürfen weiterhin nur Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in dem Pazifikstaat ins Land kommen. Statt 14 Tagen müssen sie demnächst nur noch sieben Tage in staatliche Quarantäne, bevor sie sich in eine dreitägige häusliche Isolation begeben.

Weitere Lockerungen würden in Kraft treten, wenn 90 Prozent der Bevölkerung vollen Impfschutz gegen das Virus hätten, sagte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins, am Donnerstag. Bislang sind 72 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer wachsenden Auslastung der Intensivstationen gewarnt. „Wir befinden uns in einer kritischen Situation der Pandemie“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag).

Die Zahl der mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus versorgten Patienten sei binnen einer Woche deutlich gestiegen. So seien knapp 40 Prozent mehr Patienten auf der Normalstation als noch vor einer Woche. Auf den Intensivstationen seien es 15 Prozent mehr. „Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir schon in zwei Wochen wieder 3000 Patienten auf Intensivstation“, warnte Gaß.

Eine große Mehrheit unter den Ungeimpften wird sich laut einer Umfrage in den kommenden Wochen voraussichtlich nicht mehr von einer Immunisierung gegen das Coronavirus überzeugen lassen. Bei der bisher größten Befragung von Ungeimpften durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums hätten zwei Drittel (65 Prozent) der rund 3.000 Teilnehmenden angeben, sich „auf keinen Fall“ in den nächsten zwei Monaten impfen zu lassen, berichtet das „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (Donnerstag).

23 Prozent tendierten demnach zu „eher nein“. Lediglich zwei Prozent der Befragten wollten sich „auf jeden Fall“ impfen lassen. Die restlichen zehn Prozent hätten sich eher unentschlossen geäußert oder hielten eine spätere Impfung „eher“ für möglich. Die Umfrage wolle das Ministerium am Donnerstag veröffentlichen, sie liege dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ bereits vor.