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Normalität mit 25.000 Läufern dank einer traumhaften Impfquote

Es wird ein Schuss, der für viel Erleichterung sorgen und wieder etwas mehr Normalität in den Alltag zurückbringen wird. Am Sonntagmorgen schickt der Regierende Bürgermeister Michael Müller 25.000 Läufer am Brandenburger Tor auf die Strecke des Berlin-Marathons. Eine Zahl, die in Zeiten der Corona-Krise lange utopisch erschien. Doch mit einem aufwendigen Hygienekonzept und viel Überzeugungsarbeit gelang es den Veranstaltern, das Massenevent auf die Beine zu stellen. Es ist weltweit das größte seiner Art seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

„Der Startschuss in diesem Jahr wird ein ganz besonderer Moment, weil da so viel Herzblut und Leidenschaft drinsteckt. All die Anstrengungen werden in diesem Moment belohnt. Wir haben erst nicht geglaubt, dass in diesem Jahr Sportgroßveranstaltungen in dieser Form stattfinden können“, sagt Jürgen Lock.

Der Geschäftsführer der SCC Events GmbH, die den Marathon organisiert, blickt auf arbeitsintensive und bange Monate zurück. Als im vergangenen Jahr der Marathon aufgrund der Infektionslage abgesagt werden musste, schalteten die Macher des Laufs schnell in den Planungsmodus. Fast ein Jahr vor dem Startschuss stellten sie sich die Frage: Wie ist es möglich, in Corona-Zeiten eine Massenveranstaltung mit knapp 30.000 Teilnehmern und 4000 Helfern sicher durchzuführen?

Marathon in Berlin

Der Marathon findet wirklich statt. 25.000 Läufer werden sich am Sonntag auf die Strecke durch Berlin machen

Quelle: dpa/Jörg Carstensen

Die Organisatoren fanden Antworten bei Aerosolforschern, Epidemiologen und Testlabors, die sie sich als Berater ins Team holten und mit denen sie eine medizinische Strategie ausarbeiteten. „Uns war schnell klar, dass es eine annähernd hundertprozentige Sicherheit geben muss. Unser Standard sind die drei Gs“, sagt Lock.

Im vergangenen Februar habe man als Worst Case damit geplant, dass etwa die Hälfte der Teilnehmer geimpft sei. Die Realität sieht sieben Monate später sehr viel erfreulicher aus: Die Quote der doppelt Geimpften im Läuferfeld liegt bei 93 Prozent. „Wir haben 25.000 Läuferinnen und Läufer am Start, dazu noch 2800 Skaterinnen und Skater. Das ist eine Menge an Menschen, die aufzeigt, dass wir Richtung Normalität gehen“, sagt Lock.

Das Hygienekonzept umfasst 120 Seiten

Der Aufwand des diesjährigen Marathons ist trotzdem nicht mit der Normalität vergangener Rennen vergleichbar. „Die Umsetzung der Hygienemaßnahmen ist ein echter Brocken. Das, was auf 120 Seiten steht, ist das eine, das dann in die Tat umzusetzen das andere“, sagt Lock. Ein dezentrales Konzept soll die größtmögliche Sicherheit gewährleisten. Alle nötigen Tests und Checks wurden in den Tagen vor dem Start auf der Marathonmesse auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof durchgeführt. „Dort schauen wir nach dem Impfstatus, ob die Teilnehmer genesen sind oder führen einen PCR-Test durch“, sagt Lock. Der Veranstalter akzeptiert nur PCR-Tests, die er selber auf der Messe durchführt.

Genesene und Geimpfte erhielten ein Festivalbändchen, negativ Getestete ein Bändchen, das mit einem QR-Code versehen ist. „Das ist kein Anprangern. Wir sind eine internationale Veranstaltung. Da sind beispielsweise chronisch Kranke dabei, bei denen die Impfung keinen Sinn macht. Es sind Erstgeimpfte dabei.“ Es gebe vor allem Geimpfte aus Ländern, deren dort eingesetzter Impfstoff in Deutschland aber nicht anerkannt ist. „Deswegen stand es für uns nie zur Debatte, nur Genesene und Geimpfte starten zu lassen“, sagt Lock.

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Anhand des Bändchens könne man die Leute nicht einer bestimmten Gruppe zuordnen. „Die Bändchen geben den Teilnehmern am Veranstaltungstag die Freiheit. Sie müssen dann keine Tests mehr machen und können sich voll auf den Lauf freuen“, sagt Lock. Es müsse das Gefühl da sein, dass wieder eine Normalität herrsche: „Es kann nicht sein, dass Freude und Emotionen hinten angestellt werden, wenn Wegeführungen, etliche Testreihen und Verbote das Marathon-Wochenende bestimmen.“

Maskenpflicht im Start- und Zielbereich

Trotzdem wird der Marathon nicht so viel mit der Normalität des letzten Laufs im Jahr 2019, als 47.000 Läufer an den Start gingen, zu tun haben. Die Läufer müssen im Start- und Zielbereich eine Maske tragen und dürfen sich dieser erst entledigen, wenn sie die Startlinie überquert haben, um sich auf die 42,195 Kilometer durch die Hauptstadt zu machen. Dort werden sie vermutlich von nicht ganz so vielen Zuschauern wie in den vergangenen Jahren angefeuert. „Wir rufen nicht explizit dazu auf, an die Strecke zu kommen. Am Ende des Tages muss man auch auf die Vernunft der Menschen vertrauen, das müssen wir auch alle wieder lernen. Wir können nicht nur Verbote erteilen“, sagt Lock.

Es werden Hunderttausende Berliner an die Strecke kommen. Eine Regulierung der Zuschauerströme ist so gut wie unmöglich. Der Veranstalter tut einiges dafür, große Ansammlungen zu verhindern. So wurde die Anzahl der Bands, die am Streckenrand für Stimmung sorgen, von 90 auf 20 reduziert. Die Musiker sollen vor allem für die Läufer da sein und an Stellen spielen, an denen sich in den vergangenen Jahren weniger Zuschauer aufgehalten haben.

„Es wird eine Zeit Richtung Weltrekord angegangen werden“

„Das ist auch ein Aushängeschild für Berlin. Es ist wichtig, sich eine Chance zu geben und nicht immer gleich Nein zu sagen“, sagt Lock. Nein hat die Berliner Politik nie zum Marathon gesagt. Innensenator Andreas Geisel (SPD), der auch den Sport in der Hauptstadt politisch verantwortet, setzte sich vehement für die Durchführung ein und unterstützte das Hygienekonzept. Unterstützung, die die Veranstalter von der Bundespolitik so nicht immer erfahren haben.

„Bei der Politik war zu etlichen Zeiten sehr viel Aktionismus mit dabei, ohne die Konsequenz für das alltägliche Leben im Blick zu haben. Unser Aerosolforscher etwa hat von vorneherein gesagt, dass Veranstaltungen draußen bis auf wenige Ausnahmen völlig unkritisch sind“, sagt Lock. Es habe lange gedauert, bis die Politik das aufgenommen hat: „Föderale Systeme, wie wir lernen mussten, sind in Pandemiezeiten, bei denen es um Klarheit, Verlässlichkeit, aber auch Verständlichkeit geht, das A und O, nicht immer die beste Lösung. Mir fehlte hier der Blick auf das Ganze und die Einbeziehung von renommierten interdisziplinären Wissenschaftsrichtungen und pragmatisch denkenden Prozessmanagern, die es gewohnt sind, komplexe Strukturen zu ordnen und zu steuern.“

Berlin-Marathon 2019

Kenenisa Bekele verpasste den Weltrekord 2019 um nur zwei Sekunden. Er gilt dieses Jahr als Topfavorit auf den Sieg in Berlin

Quelle: pa/dpa/dpa-Zentral/Soeren Stache

Auch wenn drei Gs, Maskenpflicht und die Rückkehr in die Normalität bei Großveranstaltungen bestimmende Themen sind, ist der Marathon als einer der sechs Major-Läufe auch eine Spitzensportveranstaltung. „Wir haben ein paar Leute am Start, die eine bombastische Zeit laufen können. Es wird schon eine Zeit in Richtung Weltrekord angegangen werden. Mit Kenenisa Bekele haben wir jemanden am Start, der den Weltrekord knacken kann“, sagt Lock. Viel wichtiger ist aber die Erleichterung, wenn der Startschuss fällt und 25.000 Läufer den Marathon in Angriff nehmen: „Wir werden die Ersten weltweit sein, die so eine Veranstaltung sicher über die Bühne bringen.“

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