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NRW schafft sie ab: Bayern plant Maskenpflicht im Unterricht

Die Corona-Zahlen steigen in Bayern rasant, gerade unter Kindern und Jugendlichen. Ministerpräsident Söder stellt in Aussicht, die Maskenpflicht im Unterricht wieder einzuführen. In Nordrhein-Westfalen hingegen dürfen Schüler ab kommender Woche auf Mundschutz verzichten. Das stößt auf Kritik.

Angesichts explodierender Zahlen von Corona-Infektionen müssen Schülerinnen und Schüler in Bayern nach den Herbstferien - also ab 8. November - voraussichtlich auch im Unterricht wieder Masken tragen. Endgültig soll dies in einer Sondersitzung des Kabinetts in der kommenden Woche beschlossen werden, wie Ministerpräsident Markus Söder ankündigte. Auch die Dauer der Maskenpflicht soll nächste Woche beraten werden. In Nordrhein-Westfalen hingegen entfällt ab der kommenden Woche die Maskenpflicht am Platz - trotz steigender Infektionszahlen.

Söder zufolge ist die Maske die schnellste und einfachste Form des Schutzes. Schon nach den Sommerferien hatten Schülerinnen und Schüler auch am Platz Masken tragen müssen - diese umfassende Pflicht war dann aber nach einigen Wochen wieder wie geplant ausgelaufen. Söder betonte, es werde keinen generellen Lockdown geben - könne es auch gar nicht geben, weil die Mehrzahl der Menschen geimpft sei.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern steigt seit einiger Zeit wieder stark an. In der Kabinettssitzung am Dienstag hatten Söder und sein Kabinett aber neue Beschlüsse vermieden, sondern lediglich die Verlängerung der aktuellen bayerischen Corona-Verordnung beschlossen.

Erstmals seit Dezember 2020 liegt der Wert für den Freistaat aktuell wieder über 200, wie aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht: Konkret meldet es 208,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Bundesweit ist die Inzidenz nur in Thüringen und Sachsen höher. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die größtenteils ungeimpft sind und zudem am meisten getestet werden, steigen die Zahlen rasant.

NRW: Impfquote unter Lehrern bei über 90 Prozent

Auch in Nordrhein-Westfalen nehmen die Fallzahlen zu. Dennoch müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht bald keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen im Klassenraum werde zum 2. November abgeschafft, teilte das NRW-Schulministerium mit. Allerdings werden die Quarantäne-Regeln erweitert. Zur Begründung hieß es, an den Schulen gebe es keinen übermäßigen Anstieg bei den Corona-Infektionen. Gleichzeitig steige die Impfquote, bei Lehrkräften liege sie sogar über 90 Prozent.

Schülerinnen und Schüler müssen die Maske ab Dienstag nur weiterhin noch im übrigen Gebäude tragen und wenn sie ihren festen Sitzplatz verlassen. Für den Außenbereich war die Maskenpflicht schon vor einiger Zeit abgeschafft worden. Für Lehrkräfte entfällt die Maskenpflicht, so lange ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Der neue NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst rechtfertigte die Maßnahmen. "Unsere Philosophie war immer und ist es auch weiterhin: so viel Schutz wie nötig und so viel Freiheit wie möglich." Deswegen gehöre zum Fall der Maskenpflicht am Sitzplatz auch gleichzeitig die neue Quarantäne-Pflicht. Darüber habe im Kabinett auch Konsens mit Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann bestanden.

Der Verband Lehrer NRW kritisierte die Entscheidung als "hochgradig riskant". "Die Infektionszahlen steigen aktuell rasant - und zwar ganz besonders unter Kindern und Jugendlichen. Mitten in diese gefährliche Entwicklung hinein die Maskenpflicht im Unterricht aufzuheben, setzt alle am Schulleben Beteiligten einem hohen Risiko aus", sagte der Vorsitzende, Sven Christoffer.