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Nürnberger Stadttauben abschießen, oder nicht? Landwirte und Tierschützer liefern sich heftigen Schlagabtausch

Ist es in Ordnung verwilderte Haustauben abzuschießen? Ein entsprechender Beschluss der Stadt sorgt für Kritik des Tierschutzbundes.

Nürnberg - Sie sind nicht jedermanns Sache: Tauben gehören sicher nicht zu den beliebtesten Tieren. Besonders, wenn sie sich über die Felder der Bauern hermachen. Aus diesem Grund geht der Streit um den Abschuss von verwilderten Haustauben - auch Stadttauben genannt - weiter. Die Stadt hat ein zeitlich befristetes Abschießen am „Tiefen Feld“ südlich von Nürnberg-Kleinreuth genehmigt.

Der Grund: Die Tiere würden sich gütlich an den Feldfrüchten tun. Der Deutsche Tierschutzbund kritisierte das Vorgehen und reagierte mit einer Fachaufsichtsbeschwerde an Oberbürgermeister Marcus König. 

Was das ist? Alexandra Foghammer vom Amt für Kommunikation und Stadtmarketing versucht, gegenüber nordbayern.de den Begriff zu klären: „Eine Fachaufsichtsbeschwerde ist kein gesetzlich festgelegter Rechtsbehelf wie zum Beispiel eine Klage, bietet aber die Möglichkeit, sich über das Vorgehen einer Behörde zu beschweren. Diese kann bei der Behörde selbst oder der übergeordneten Instanz eingelegt werden.“ Nicht nur im „Tiefen Feld” dürfen die Tiere erlegt werden. Die Stadt hat auch im Knoblauchsland eine bis 31. März 2022 befristete Abschusserlaubnis erteilt. 

Nürnberg: Deutscher Tierschutzbund kritisiert Abschuss-Beschluss 

Dass die Tauben so große Schäden anrichten, bezweifelt der Deutsche Tierschutzbund. Denn die Tiere könnten nicht mit Scharren oder Kratzen die Erde aufreißen. Das bestätigt Ralf Edler, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle Mittelfranken vom Landesbund für Vogelschutz (LBV), gegenüber nordbayern.de: „Belege, dass verwilderte Haustauben für große Fraß-Schäden verantwortlich sind, sind schwer zu finden. Die beim LBV vorliegenden Untersuchungen weisen eher in eine andere Richtung. Demnach sind Schäden durch Haustauben in der Landwirtschaft in der Hauptsache an offen lagerndem Saatgut zu beobachten.“  

Edler führt weiter aus: „Wenn Haustauben Felder besuchen, dann oftmals abgeerntete Gemüseflächen, wo die Vögel Reste aufpicken oder Sonnenblumenfelder, weil die Sonnenblume stabil genug ist, um das Gewicht einer Taube zu tragen.“ Felder mit Wintersaaten, die im „Tiefen Feld“ als Begründung angeführt werden, seien für Haustauben uninteressant, weil sie nicht durch Scharren die Erde aufreißen, um an das Saatgut zu gelangen. Die Tiere würden „höchstens oberflächlich liegendes Saatgut„ aufnehmen. 

Nürnberg: Menschen locken „aus falsch verstandener Tierliebe“ Tauben an 

Ganz anders ist die Wahrnehmung der Tauben-Lage beim Bayerischen Bauernverband. So sagt Jochen Loy vom zuständigen Kreisverband zu nordabyern.de: „Das ist ein Problem.“ Er beobachtet, dass „aus falsch verstandener Tierliebe“ Menschen auch im ländlichen Bereich Futter auf dem Boden verteilen und so die Tauben anlocken. Tauben sorgen bei den Äckern für erhebliche Belastungen, meint Loy, etwa beim Koten: „Das weiß-graue Zeug landet auf unseren Feldern.“ Zum Teil könne man die Produkte nicht mehr verkaufen: „Das ist ein erheblicher finanzieller Schaden.“ Immer wieder würden Tauben frisch angesätes Saatgut wie Radieschen oder Zwiebeln wegfressen. Die Bauern, die gießen und düngen, seien „oft überrascht“, weil nichts mehr wächst. 

Und was nun? Im Gespräch war ein betreuter Taubenschlag im Stadtgebiet. Doch die Stadt selbst hat so ihre Zweifel, ob man der Tiere auf diese Weise Herr werden könnte: „Die Errichtung von Taubenschlägen, die ja mit einem artgerechten Futterangebot verbunden sein sollen, führt nur zu zusätzlichen Brutplätzen und vermehrtem Futter”, teilte die Stadt mit und führt weiter aus: Damit bestehe aber Zweifel, mit dieser Methode eine Bestandminderung zu erreichen. Eine grundsätzlich ablehnende Haltung habe die Stadt nicht. 

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