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Obstbäume und Blühwiese für Bachhausen

Von: Sandra Sedlmaier

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Pflanzaktion in Bachhausen: Freiwillige der Bürgerbeteiligung gruben Mitte November Löcher für Obstbäume. Eine Blühwiese ist auch geplant.
Pflanzaktion in Bachhausen: Freiwillige der Bürgerbeteiligung gruben Mitte November Löcher für Obstbäume. Eine Blühwiese ist auch geplant. © Bürgerbeteiligung Berg

Bachhausen bekommt eine Blühwiese. Obstbäume hat der Arbeitskreis Artenschutz und Blühwiesen der Bürgerbeteiligung Berg dort schon gepflanzt, im Frühjahr soll der Humus abgetragen werden. Dabei waren die Anwohner zunächst skeptisch.

Bachhausen/Aufkirchen – Die Bürgerbeteiligung Berg blüht: Nach dem Radkonzept und dem Fahrplan für eine Ladeinfrastruktur berichtete Tini Reiter nun im Gemeinderatsausschuss für nachhaltige Entwicklung von den Baumpflanzaktionen in Bachhausen und Aufkirchen. Die Ausschussmitglieder segneten die Aktion nachträglich ab und stellten eine Unterstützung für die Vorbereitung der Blühfläche in Aussicht.

Die Bäume sowohl nahe der Osterfelderstraße in Aufkirchen als auch beim Bolzplatz in Bachhausen wurden Mitte November gepflanzt. Der Bauhof unterstützte die Freiwilligen der Bürgerbeteiligung dabei. Die Idee für eine Obstbaumallee am Osterfeld in Aufkirchen hatte der inzwischen ausgeschiedene Grünen-Gemeinderat Simon Mair, der beim Pflanzen auch selbst mit anpackte. Als die Gemeinde diese Bäume bestellte, orderte sie weitere für Bachhausen gleich mit. „Wir sind als Verwaltung vorgeprescht, ich hoffe, Sie nehmen es mir nicht übel“, sagte Bürgermeister Rupert Steigenberger nun.

Nein, übel nahm das aus dem Kreis der Ausschussmitglieder niemand. Denn der Arbeitskreis Artenschutz und Blühflächen hatte viel Vorarbeit geleistet – und unter anderem festgestellt, dass man nicht einfach so Bäume pflanzen kann. In Bachhausen am Lüßbach gibt es zum Beispiel eine Überschwemmungsfläche, die aus Gründen des Hochwasserschutzes frei bleiben muss. Zudem zeigten sich nicht alle Anwohner der künftigen Bachhauser Blühwiese begeistert von dem Projekt. „Wir wollten eine Bank dort aufstellen“, berichtete Tini Reiter vom Arbeitskreis stellvertretend für Martin Ballmann. „Das wollen die Anwohner nicht.“ Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass eine Bachhauser Familie eine Party-Hotspot fürchtete. „Unser aktueller Plan berücksichtigt die Sorgen der Anwohner“, versicherte Tini Reiter.

Damit war die Bank gestorben, nicht aber die Blühwiese. Sie soll im nächsten Frühjahr geschaffen werden. Tini Reiter bat die Gemeinde um Unterstützung, falls sich keine Freiwilligen – notwendigerweise mit schwerem Gerät – finden, die den Humus abtragen und eine Kiesschicht aufschütten. „Die Blühpflanzen brauchen keinen reichhaltigen Boden“, erklärte Tini Reiter. Vorne sei fast nur Schutt im Boden, der gut geeignet sei, weiter hinten gebe es nur Humus. „Wir hätten schon einen Abnehmer dafür“, berichtete die Sprecherin des Arbeitskreises. Bürgermeister Steigenberger versprach, dass das Abschieben der Bauhof übernehmen könnte und auch den Kies werde die Gemeinde kaufen. Auf Vorschlag von Jonas Goercke (QUH) beschloss der Ausschuss, dass sich der Arbeitskreis zunächst um hilfsbereite Bürger für die Aktion umsieht. „Wenn sich keiner findet, kann die Gemeinde einspringen.“

Steigenberger war es auch wichtig, dass die Bürgerbeteiligung die weitere Pflege der Bäume und der Wiese übernimmt. Der Obst- und Gartenbauverein könne sie nicht übernehmen, sagte er und unterstrich: „Der Verein schult Interessierte aber gerne.“ Werner Streitberger (SPD) war dieser Aspekt ebenfalls wichtig. „Wir gehen davon aus, dass die Bürgerbeteiligung die Bäume hegt und pflegt und dass das nicht ein Beschäftigungsprogramm für den Bauhof wird“, sagte er. Tini Reiter antwortete prompt: „Genau das ist der Plan.“

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