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Omikron sorgt für Unsicherheit: Wall Street schwach nach US-Arbeitsmarktbericht

Zum Wochenschluss sind die Anleger an der Wall Street eher zurückhaltend. Der Stellenaufbau im November fiel deutlich geringer aus als erwartet. Hinzu kommt die Unsicherheit über mögliche Folgen der neuen Corona-Variante Omikron für die globale Wirtschaft.

Nach einer volatilen Woche hat die Wall Street den Handel mit Abschlägen beendet. Im Fokus stand der US-Arbeitsmarktbericht für November, der mit 210.000 neuen Stellen klar unter der Prognose von 573.000 blieb. Dies sei erstaunlich, da Unternehmen derzeit verstärkt versuchten neue Mitarbeiter einzustellen, hieß es. Das könnte auf Probleme hindeuten, denen der Arbeitsmarkt in der Pandemie-Erholung gegenüberstehe, insbesondere wenn die Verbreitung der Omikron-Variante zunehmen sollte. Allerdings fiel die Arbeitslosenquote stärker als erwartet und die Beschäftigungsquote stieg an.

Während der Stellenaufbau "nicht großartig" war, werde die Fed den Anstieg der Erwerbstätigkeit wahrscheinlich als einen "Gewinn" im Hinblick auf ihr Ziel der maximalen Beschäftigung ansehen, so Mark Heppenstall, Chief Investment Officer bei Penn Mutual Asset Management.

S&P 500
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Die Daten waren mit Spannung erwartet worden, da US-Notenbankpräsident Jerome Powell zuletzt von einer starken Wirtschaft und der Aussicht auf eine Beschleunigung des Taperings gesprochen hatte. Dies könnte die Fed dazu veranlassen, früher als erwartet an der Zinsschraube zu drehen.

Der Dow-Jones-Index reduzierte sich um 0,2 Prozent auf 34.580 Punkte. Der S&P-500 schloss 0,8 Prozent im Minus und der Nasdaq-Composite büßte 1,9 Prozent ein. Dabei gab es 909 (Donnerstag: 2.520) Kursgewinner und 2.454 (870) -verlierer. Unverändert schlossen 119 (122) Titel.

Kein klares Bild lieferten die anderen veröffentlichten US-Konjunkturdaten. So verbesserte sich der ISM-Index für den Dienstleistungsbereich im November, während Analysten hier einen Rückgang erwartet hatten. Ein umgekehrtes Bild zeigte der Markit-Einkaufsmanagerindex. Hier hat sich die Geschäftsaktivität in der US-Dienstleistungsbranche im November schwächer als im Vormonat gezeigt. Der Auftragseingang der US-Industrie stieg im Oktober stärker als erwartet.

Unsicherheiten um Omikron-Variante bleiben

Geprägt blieb der Markt weiter von den Unsicherheiten über die möglichen Auswirkungen der neuen Corona-Virusvariante Omikron auf die globale Wirtschaftsentwicklung. Es ist weiter ungewiss, wie schnell sie sich ausbreitet, welche negativen Konjunktur-Auswirkungen sich ergeben und ob die vorhandenen Impfstoffe ausreichend wirksam sind.

Am Devisenmarkt kam der Dollar nach dem Arbeitsmarktbericht kurzzeitig unter Druck, holte die Abgaben aber schnell wieder auf. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen hat enttäuscht, doch die rasche Erholung zeigt, dass der Devisenmarkt mehr auf den Rückgang der Arbeitslosenquote und den Anstieg der Erwerbstätigkeit schaut, sagte Ima Sammani, Devisenanalystin bei Monex Europe. Denn dies könnte die Fed dazu veranlassen, das Tapering angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks schneller als geplant zurückzufahren und im Anschluss die Zinsen zu erhöhen.

Didi
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Am Anleihemarkt fielen die Renditen auf Mehrmonatstiefs. Eine straffere Geldpolitik und die Omikron-Variante könnten das Wirtschaftswachstum belasten, hieß es. Dies habe Käufe am "sicheren Hafen" Anleihen ausgelöst.

Der Goldpreis legte nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht zu. Teilnehmer sprachen aber auch von einer Erholung, nachdem am Vortag der tiefste Stand seit mehr als sieben Wochen markiert worden war.

Am Ölmarkt gaben die Preise zwischenzeitliche Gewinne wieder ab, nachdem sie zuletzt angesichts der Sorgen um die Weltwirtschaft wegen der neuen Virusvariante deutlich gefallen waren. Die Opec+ hatte den Markt am Vortag zwar überrascht mit dem Festhalten an ihrer Förderausweitung um 400.000 Barrel pro Tag. Allerdings hat sich das Kartell die Option offen gehalten, kurzfristig die Fördermenge anzupassen.

Didi rutschen mit Börsenrückzug ab

Die ADR des in den USA gelisteten chinesischen Fahrdienstvermittlers Didi reduzierten sich um 22,2 Prozent. Das Unternehmen hat nur fünf Monate nach dem Börsengang seinen sofortigen Rückzug von der New Yorker Börse angekündigt. Stattdessen werde eine Notierung in Hongkong vorbereitet. Der Rückzug kam kurz nach der Verabschiedung strengerer US-Regeln für ausländische Unternehmen, die dort an der Börse notiert sind. Auch Peking soll den Druck verstärkt haben.

Tesla
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Elon Musk hat sich von weiteren Tesla-Anteilen getrennt. Mehr als 934.000 Aktien im Wert von etwas mehr als 1 Milliarde Dollar hat der Gründer des Elektroautoherstellers laut einer Pflichtmitteilung verkauft. Die Aktie verlor 6,4 Prozent.

Docusign brachen um 42,2 Prozent ein. Das im Bereich E-Signatur-Software tätige Unternehmen offenbarte Zeichen einer nachlassenden Nachfrage. Zudem verfehlte der Ausblick auf das laufende Quartal die Erwartungen. Laut Händlern neigt sich die coronabedingte Sonderkonjunktur dem Ende entgegen. Dies zog auch andere Werte mit nach unten.

Marvell Technology gewannen 17,7 Prozent. Der Halbleiterkonzern glänzte mit einem Umsatzausblick auf die laufende Periode klar über den Marktprognosen. Auch die Ergebnisse für das dritte Quartal fielen positiver als gedacht aus.