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Putin will europäische Gasspeicher im November füllen

Russlands Präsident Vladimir Putin am 27. Oktober in Moskau Bild: Reuters

Der Kremlchef stellt mit Blick auf Europas angespannten Energiemarkt in Aussicht, Deutschland und Österreich im November mit mehr Erdgas zu beliefern. Zunächst sollen aber die heimischen Speicher gefüllt werden.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Befüllung europäischer Gasspeicher angeordnet. Voraussetzung sei, dass zunächst Russlands eigene Speicher aufgefüllt würden, sagte Putin am Mittwoch dem Chef des staatlichen Gaskonzerns Gazprom, Alexej Miller. Danach sollten die Level in den Gasspeichern in Österreich und Deutschland erhöht werden. Putin erklärte, dies dürfte die Lage auf den europäischen Energiemärkten entspannen. Bei einer im Fernsehen übertragenen Kabinettssitzung erklärte Miller, die heimischen Speicher dürften bis zum 8. November vollständig gefüllt sein. Russische Staatsmedien feierten Putin bereits als Retter Europas.

Die Gaspreise waren zuletzt wegen niedriger Lagerbestände und einer wachsenden Nachfrage nach der Pandemie-Krise stark gestiegen. Russland steht angesichts dieser Entwicklung als Großexporteur allgemein im Fokus, aber auch rund um die umstrittene Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland richtet sich der Blick nach Moskau. Putin hatte vor knapp einer Woche erklärt, Russland stehe bereit, die Lieferung von Erdgas nach Europa nach einer Zertifizierung der Pipeline durch Deutschland zu erhöhen.

Kritiker von Gazprom vermuteten zuletzt, dass der Konzern nicht auf die erhöhte europäische Nachfrage reagiere, um eine rasche Inbetriebnahme der Pipeline zu erzwingen. Die russische Seite hatte solche Anschuldigungen zurückgewiesen. Der Kremlchef hatte zuletzt immer wieder auf bereits erfolgte Lieferungen über die vertraglich vereinbarten Mengen hinaus hingewiesen, weitere Schritte aber für schwierig gehalten.

Inzwischen erklärte das Bundeswirtschaftsministerium, es sei in einer Analyse zu dem Ergebnis gekommen, „dass die Erteilung einer Zertifizierung die Sicherheit der Gasversorgung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union nicht gefährdet.“ Gegner der Leitung wie die Vereinigten Staaten und die Ukraine argumentieren, dass Europa sich damit in eine große Abhängigkeit von Russland begibt.

Der scheidende Wirtschaftsminister Peter Altmaier sieht unterdessen kein Problem bei der Versorgung Deutschlands mit mehr russischem Erdgas. „Wir werden in diesem Winter Versorgungssicherheit haben“, sagte der CDU-Politiker. „Die Gasspeicher sind inzwischen wieder ordentlich gefüllt.“ Der Rückgang der Gaslieferungen nach Europa sei nicht darauf zurückzuführen, dass Russland seinen Verpflichtungen nicht nachkomme. Vielmehr seien viele Gashändler zögerlich gewesen mit den Bestellungen, da sie auf bessere Preise gewartet hätten.