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Ringen um Konzerthalle: Trotz Gegenwinds aus München - Freisinger Investor hält an Plänen vor Ort fest

Der Widerstand aus München für die am Flughafen geplante Event Arena nimmt zu. Doch der Freisinger Investor hält an seinen Plänen fest - und erhält Rückenwind.

Freising/München – Münchner Parteien möchten die Event Arena, die auf Freisinger Flur am Flughafen entstehen könnte, zu Fall bringen – um selbst eine Halle zu bauen. Der private Investor SWMUNICH Real Estate mit Sitz in Freising hält dennoch an seinen Plänen für die Konzert- und Veranstaltungshalle MUCcc fest – und erhält Rückenwind aus der Domstadt.

Wie in unserer Zeitung berichtet, hat die Münchner CSU im September bereits gefordert, dass sich die Landeshauptstadt als Mitgesellschafterin im Aufsichtsrat der FMG gegen den Verkauf des Flughafengrundstücks aussprechen und die Halle somit blockieren soll. Jetzt haben sich auch die Münchner Stadtratsfraktionen der SPD und der Grünen gegen das MUCcc positioniert. Stattdessen wollen die Parteien eine Halle in ähnlicher Größenordnung auf dem Olympiagelände forcieren.

Kritikerin aus Freising sieht sich bestätigt

Für die Freisinger Grünen-Stadträtin und Kulturreferentin Susanne Günther sind das gute Nachrichten. „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich dieses Projekt insbesondere aus Klimaschutzgründen immer sehr kritisch gesehen habe“, sagte sie dem FT. Sie wirbt dafür, „keine Planungen gegen die Landeshauptstadt München zu machen, die uns ja auch beim Kampf gegen die 3. Startbahn unterstützt. Von daher gehe ich jetzt davon aus, dass die Eventhalle am Flughafen nicht kommen wird.“

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Der Freisinger Investor hält allerdings an seinen Plänen für eine Konzert- und Veranstaltungshalle fest und lässt sich auch von den Aktivitäten in München nicht aus der Ruhe bringen – im Gegenteil. „Bisher wurde gegen unser Bauprojekt immer argumentiert, dass es angeblich keine solche Halle brauche“, sagte Jan Manz, Sprecher von SWMUNICH Real Estate, auf FT-Nachfrage. „Die Haltung der Parteien in München gibt uns recht: Es besteht Bedarf. Und der aus objektiver Sicht beste Ort dafür ist das Gelände am Flughafen, weil es sehr gut erreichbar ist, keine Anwohner betroffen sind, und die existierende Energie- und ÖPNV-Infrastruktur mitverwendet werden kann.“

Für den Investor aus Freising bleibt die Halle ein Herzensprojekt

Daher bleibt der Airport erster Ansprechpartner für Grundstücksverhandlungen – auch wenn der Investor laut Manz Gespräche an verschiedenen Standorten führe.

Für Geschäftsführer Lorenz Schmidt, der seine Wurzeln im Landkreis Freising hat und hier auch lebt, ist das MUCcc ohnehin eine Herzensangelegenheit, wie er dem FT schon vor einem Jahr berichtet hatte. „Wir möchten, dass unsere Konzertarena für die Freisinger das wird, was die Therme Erding für die Erdinger ist, und dass die Freisinger ebenso stolz darauf sind, wenngleich natürlich die Therme Erding mit jährlich über 1,7 Millionen Besucher nochmals deutlich größer ist als unser Projekt.“

Investoren erhalten Rückenwind aus Freising

Einen prominenten Fürsprecher hat das Projekt im Freisinger Rathaus. „Ich sehe das Projekt grundsätzlich als Chance“, betont Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Deshalb ändere sich auch an seiner grundsätzlich positiven Haltung zum MUCcc nichts. Es gelte aber, im Rahmen eines möglichen Bauleitplanverfahrens wichtige Fragen zu klären, insbesondere die verkehrlichen Auswirkungen.

Rückenwind erhalten die Planer auch von Seiten der Gastronomie und Hotellerie. Deren Vertreter hatten am Rande einer gemeinsamen Aktion während des Lockdowns im März auf FT-Nachfrage durch die Bank ein solches Projekt begrüßt – weil die Corona-geplagte Branche von der Wertschöpfung profitieren würde.

Flughafenchef sieht Projekt vorurteilsfrei

„Wir haben jetzt schon regelmäßig Gäste, die zum Beispiel auf Konzerten in der Olympiahalle oder beim Fußball in der Allianzarena sind“, berichtet Marc Sielhöfer, Inhaber des Bayerischen Hofs in Freising. „Daher würde eine nahe Eventhalle sicher dieses Volumen vergrößern.“ Zudem könne er aus seiner Erfahrung sagen, dass ein Teil der Gäste mindestens noch eine Zusatznacht in der Region verbringe. „Somit spielen sie sowohl für Hotellerie und Gastronomie als auch für den Handel eine Rolle“, stellte Sielhöfer klar.

Flughafenchef Jost Lammers steht dem MUCcc offen und unaufgeregt gegenüber. Unserer Zeitung teilte er mit, dass er abwarte, ob es komme oder nicht. Das sei Sache der Stadt Freising.